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WRC Estland: Bericht Keferböck
Foto: Marcin Rybak

Wieder maximale Ausbeute im WRC Masters Cup

Auf den selektiven, zum Teil irrwitzigen Schotter-Prüfungen der Rally Estonia konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor ihren dritten Sieg im WRC Masters Cup einfahren und damit die Tabellenführung weiter ausbauen.

„Ich rate jedem, der wissen will, wovon wir hier sprechen, sich ein Onboard-Video heraus zu suchen und einfach mal eine Sonderprüfung lang auf diese Art und Weise mit zu fahren“ - Johannes Keferböck, der wieder mit Ilka Minor den schwarz-grünen K4 Toyota GR Yaris Rally2 pilotiert hat, ringt nach Worten, wenn es darum geht, die besonderen Strecken der Rally Estonia adäquat aus der Cockpit-Perspektive heraus zu beschreiben.

Während Johannes Keferböck zum ersten Mal in Estland fuhr, ist Ilka Minor bereits im Jahr 2020 mit Eyvind Brynildsen bei der Rally Estonia gestartet. Johannes schildert: „Diese Prüfungen machen wirklich Spaß. Doch es ist etwas ganz Eigenes. Die Sprünge sind am geilsten. Diese Schotterstraßen haben an manchen Stellen gerade einmal 1,5 Fahrzeugbreiten - wenn du da bei einem Sprung einen halben Meter zu weit links landest, detonierst du mit vollem Karacho in der Botanik.“ Ilka nickt: „Auf diesen Strecken sind die Skandinavier und die Balten klar im Vorteil - die sind diese speziellen Bedingungen gewöhnt.“

Das K4 Rally Team konnte in Estland wieder auf die Erfahrungen des französischen Profipiloten und früheren WRC3-Weltmeisters Stephane Lefebvre zurückgreifen: „Stephane hat mir hier sehr viel helfen können. Es geht ums Verständnis. Denn den nötigen Speed hast du bald einmal beisammen - doch es geht darum, wie man das Auto in die Kurven wuchtet, sodass man auf diesem Schotter im Glide die volle Traktion hat.“

Auf SP15 kam der Führungswechsel

Im Kampf um die Punkte für den WRC Masters Cup für Piloten über 50 Lebensjahren lag bis zur 14. Sonderprüfung das türkische Duo Ugur Soylu und Mehmet Yalcin klar vor Keferböck/Minor. Johannes erklärt: „Soylu ist ein ausgesprochener Schotterfahrer.“

Doch auf SP15 wollte Soylu wohl zu viel: „Wir sind ja nach ihm in die Prüfungen gestartet und da lag er dann auf der Seite, wir sind vorbei gefahren und da war ich dann schon kurz aus der Rolle - da hätte ich beinahe einen Abzweiger übersehen.“

Zwar konnte Soylu die Rallye fortsetzen, doch Keferböck/Minor waren nicht mehr abzufangen und konnten so mit dem dritten WRC Masters Cup-Sieg den Punktevorsprung weiter ausbauen.

In der Fahrerwertung führt nun Johannes Keferböck mit 102 Punkten vor Miguel Granados mit 62, Andrea Lafarja mit 60, Ugur Soylu mit 55 sowie Georgios Vasilakis mit 35 Zählern auf dem Konto. In der Copilotenwertung führt Ilka Minor mit 107 Punkten vor Marc Marti mit 67 und Allan Harryman mit 40 Punkten.

Legendäre Finnland Rallye in zwei Wochen

Schon in zwei Wochen startet das K4 Rally Team bei der legendären Finnland Rallye (30. Juli bis 2. August). Johannes: „Wir wollen in Finnland unser Ergebnis von der Akropolis Rallye ausbessern, wo wir im WRC Masters Cup Platz fünf belegt haben.“

Bekanntlich werden im WRC Masters Cup von sieben definierten WM-Rallyes die besten sechs Ergebnisse gewertet. Nach der Finnland Rallye stehen die Rallyes in Paraguay und Chile auf dem Programm, wo das K4 Rally Team nicht starten wird. Daher gilt auch in Finnland, den Punktevorsprung möglichst mit der maximalen Punkteanzahl weiter auszubauen…

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