RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC Rallye Paraguay 2026: Bericht Sami Pajari brachte es nach Hause: Auf den ersten Sieg folgten gleich zwei weitere
Toyota Racing

WRC Rallye Paraguay 2026: Pajari schreibt mit Hattrick Geschichte

Sami Pajari holt nach seinem Premierensieg den dritten Triumph in Folge und sorgt damit für einen neuen WRC-Rekord - Hyundai bringt zwei Fahrzeuge aufs Podest

Sami Pajari (Toyota; 1.) hat bei der Premiere der Rallye Paraguay WRC-Geschichte geschrieben. Mit seinem dritten Sieg in Folge nach den Erfolgen in Estland und Finnland ist der Finne der erste Fahrer der Weltmeisterschafts-Historie, dem direkt im Anschluss an seinen Premierensieg zwei weitere Siege hintereinander gelangen.

Pajari setzte sich am Ende einer extrem kräftezehrenden Schotter-Schlacht mit 25,8 Sekunden Vorsprung gegen Hayden Paddon (Hyundai; 2.) durch. Adrien Fourmaux (Hyundai; 3.) fing am Finaltag noch WM-Spitzenreiter Elfyn Evans (Toyota; 4.) ab und sicherte sich den letzten Podestplatz. Durch den Triumph verkürzt Pajari seinen Rückstand in der Weltmeisterschaft auf Evans auf nur noch 20 Punkte.

"Unglaublich. Ein großes Dankeschön noch einmal an das Team. Es war keine einfache Rallye, weder für die Fahrer noch für die Mannschaft. Ein so zuverlässiges Auto zu bauen, ist der Schlüssel zum Erfolg. Das ist ein wirklich stolzer Moment und ich bin extrem glücklich", schwärmt Pajari nach seinem historischen Hattrick.

Reifen-Debakel am Freitag reißt Topstars raus

Dass der Sieg bei der rauen Südamerika-Premiere über pure Haltbarkeit führen würde, hatte sich bereits am Freitag angedeutet. Der grobe Lehmboden verlangte dem Material bei hohen Temperaturen alles ab und sorgte für eine Reihe von Reifenschäden und Laufflächenablösungen (Delaminierungen).

Früh erwischte es Takamoto Katsuta (Toyota; DNF) mit einem Überschlag auf der ersten Prüfung sowie Thierry Neuville (Hyundai; DNF), der nach einem Reifenschaden mit gebrochener Aufhängung aufgeben musste. Auch Sebastien Ogier (DNF) stellte seinen Toyota nach zwei Reifenschäden und beschädigter Aufhängung vorzeitig ab.

Oliver Solberg (Toyota; 5.) büßte durch ein Motorenproblem und einen Ausflug in den Graben mehr als vier Minuten ein. Überraschungs-Spitzenreiter Paddon verlor die Führung am Nachmittag durch einen Reifenschaden kurzzeitig an Evans, ehe auch der Waliser auf der nackten Felge ins Ziel humpeln musste. Pajari blieb von Reifenschäden weitgehend verschont und ging als Führender in den Samstag.

Fourmaux stürmt noch aufs Podium

Am zweiten Tag sorgte das Wetter für zusätzliches Drama: Ein Unwetter verwüstete am Samstagmorgen den Servicepark in Encarnacion und beschädigte die Zeltunterkünfte von M-Sport schwer.

Auf den Wertungsprüfungen blieb der vorhergesagte Regen jedoch aus, was viele Teams mit ihren auf Nässe abgestimmten Fahrzeugen vor erhebliche Abstimmungsprobleme stellte. Pajari überstand trotz eines beschädigten Heckflügels nach einem Graben-Ausritt die Angriffe der Konkurrenz, während Fourmaux mit fünf Prüfungsbestzeiten seine fulminante Aufholjagd auf Evans startete.

Am Finaltag vollendete Fourmaux sein Comeback und verdrängte Evans auf den vierten Rang. Dahinter kämpfte sich Solberg nach seinen Problemen vom Freitag noch auf den fünften Platz nach vorne.

Josh McErlean (M-Sport-Ford) brachte seinen Ford Puma auf Rang sechs ins Ziel - trotz eines behelfsmäßig mit einem Schraubenschlüssel reparierten Schalthebels. Sein Teamkollege Jon Armstrong (M-Sport-Ford; DNF) musste seinen siebten Rang auf der 20. Prüfung mit einem Aufhängungsschaden begraben.

Davon profitierte Lokalmatador Diego Dominguez (Toyota; 7.), der als Siebter vor den heimischen Fans den Sieg in der WRC2-Kategorie feierte. Die Top 10 komplettierten Gus Greensmith (Toyota; 8.), Alejandro Galanti (Toyota; 9.) und Taylor Giull (Skoda; 10.), die die Plätze zwei bis vier in der WRC2 belegten.

Katsuta mit schwerem Unfall am Sonntag

Für den Schreckmoment des Sonntags sorgte erneut Takamoto Katsuta: Der Japaner überschlug sich auf der 21. Wertungsprüfung ein zweites Mal an diesem Wochenende, woraufhin die Prüfung abgebrochen werden musste.

Katsuta und Beifahrer Aaron Johnston blieben nach ersten Informationen unverletzt, wurden für vorsorgliche Untersuchungen aber ins Krankenhaus gebracht. Teamchef Juha Kankkunen sagt: "Sie sind beide okay. Aber das Auto ist komplett hinüber. Es sah sehr seltsam aus, wie das Heck in einem schnellen Links-Rechts-Knick einfach ausgebrochen ist."

Die Südamerika-Tour der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wird vom 10. bis 13. September in Chile vollendet.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARC, OBM Rallye: Bericht Baumschlager

Unerwartetes Podium im Titelshowdown!

Das Saisonfinale der TEC7 ORM bot wie erwartet Spannung und Dramatik bis zum Schluss. Mit einer Podiumsplatzierung hatte Rekordstaatsmeister Raimund Baumschlager bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye allerdings nicht gerechnet.

Die mehrfachen Historic-Europameister Karl Wagner und Gerda Zauner kamen bereits als neue TEC7 HRM-Staatsmeister nach Krumbach und feierten ihren Titel mit einem überlegenen Sieg bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye. Das Ehepaar Gaubinger fuhr zum Vizemeistertitel.

ORM, OBM Rallye: Nach SP2

Führungs-Quartett in Krumbach

Nach zwei Prüfungen liegen bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye die ersten Vier fast gleichauf / Die erwartete Sekundenschlacht im Titelkampf wurde schon in der Anfangsphase bestätigt / Simon Wagner führt momentan

Die neuen Eigentümer des WRC-Promoters planen einen umfassenden Wandel für den Rallyesport: Die DNA der Weltmeisterschaft soll unangetastet bleiben, aber ...

ORM/ARC, OBM Rallye: Fotos Freitag

Die besten Bilder vom Freitag

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl präsentiert seine besten Bilder vom ersten Tag der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye.