WRC, Sardinien: Kurzvorschau | 30.09.2026
Das Thriller Finale auf Sardinien
Drei Titelkandidaten beim vorgezogenen Grande Finale. Kevin Raith/Claudia Maier sind nach Absage von Keferböck/Minor die einzigen Österreicher.
Noir Trawniczek
Am kommenden Wochenende erlebt die Rallye Weltmeisterschaft (WRC), was die österreichische TEC7 ORM unlängst erleben durfte: Ein echtes Grande Finale, das diesen Namen auch verdient - mit gleich drei Titelkandidaten!
Die Ausgangslage in Zahlen bzw. Punkten: Elfyn Evans 230, Sami Pajari 213, Oliver Solberg 209. Und es können wie an jedem WRC-Wochenende noch insgesamt 35 Punkte von einem Fahrer gewonnen werden (25 für den Rallye-Sieg, 5 für den Sieg am Sonntag und 5 für die Powerstage-Bestzeit).
Elfyn Evans hat theoretisch die besten Chancen - doch der 38-jährige Walise ist ein „gebranntes Kind“. 2020 führte er in der WM mit 14 Punkten Vorsprung auf Sebastien Ogier, und wurde dennoch nicht Weltmeister. Evans möchte den abermals möglichen Titel ausblenden: „Man kann es sich gar nicht leisten, ständig an die Führung zu denken. Es ist exakt derselbe Vorsprung, den ich 2020 vor dem Finale in Monza auf Seb hatte.“ Sarkastisch fügt er hinzu: „"Ich weiß also, wie man es nicht macht. Es ist alles viel weniger sicher, als es auf dem Papier aussieht.“
Während es bei Evans eine Chance ist, die sich schon aufgrund seines Alters nicht mehr allzu oft ergeben wird, können Sami Pajari und Oliver Solberg (beide 25 Jahre jung) relativ unbeschwert an die Sache herangehen. Den beiden gehört die Zukunft, das haben sie heuer eindrucksvoll bewiesen.
Kurios: Alle drei Titelkandidaten steuern einen Toyota - das Team krönte sich bereits zum Hersteller-Weltmeister und kann dem Dreikampf gelassen entgegenblicken.
Die Schotterprüfungen auf Sardinien sind ähnlich brutal, wie man es heuer schon öfter erlebt hat - Reifenschäden können also durchaus jedem passieren und sind noch lange kein Weltuntergang. Das Wichtigste bleibt an diesen vier Tagen die Zielankunft. SP1, eine kurze Superspecial-Prüfung beginnt am Donnerstag um 16.05 Uhr, die letzte, vielleicht alles entscheidende Powerstage startet am Sonntag um 14.15 Uhr.
Kevin Raith mit zweitem WM-Start
Aus heimischer Sicht kann man dem 32-jährigen Steirer Kevin Raith die Daumen drücken. Er pilotiert einen von ZM Racing eingesetzten Ford Fiesta Rally2, an seiner Seite die erfahrene Claudia Maier. Der zweifache Bergrallye-Staatsmeister konnte 2025 und 2026 bei seiner Heimrallye in Weiz jeweils den ORM2-Sieg erringen. Vorbereitet ist er bestens: „Ich habe rund 140 Schotter-Testkilometer auf der ehemaligen Schneebergland-Rallye-Königsprüfung Haraseben als Vorbereitung intus. Mein Ziel ist, dass wir am Sonntag ins Ziel kommen.“
Keferböck: Absage nach Rückenverletzung
Absagen musste der aktuell Führende im WRC Masters Cup, Johannes Keferböck, der mit Ilka Minor starten wollte. Nach einer Rückenverletzung erhielt Keferböck von seinem Arzt keine Starterlaubnis. Sein stärkster Verfolger in der Tabelle und der einzige, der Keferböck noch abfangen könnte, der Mexikaner Miguel Granados, muss die Masters-Wertung gewinnen oder Platz zwei erringen - schafft er das nicht, sind Keferböck/Minor die Cup-Jahressieger in ihren Wertungen. Granados hat heuer wie Keferböck bereits dreimal die Masters-Wertung gewonnen, insgesamt starten auf Sardinien sechs Teams bei den Masters.


















