WRC Estland: Nach Tag 1 (SP7) | 17.07.2026
Sami Pajari führt nach Hattrick zum Start
Nach Siegen bei den ersten drei Wertungsprüfungen führt Toyota-Pilot Sami Pajari die Rallye Estland an - Oliver Solberg erster Verfolger, Fourmaux bester Hyundai. Keferböck/Minor im WRC Masters Cup auf Platz zwei.
Toyota-Pilot Sami Pajari hat bei der Rallye Estland, neunter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, einen starken Start hingelegt. Der Finne übernahm am Freitagnachmittag nach einer beeindruckenden Serie von Bestzeiten die Führung.
Auf den schnellen Schotterpisten Estlands zeigte Pajari eine fehlerfreie Leistung und gewann alle drei Prüfungen der ersten Schleife. Damit erarbeitete er sich einen Vorsprung von 4,1 Sekunden auf seinen Teamkollegen und Vorjahressieger Oliver Solberg.
"Es fühlt sich wirklich gut an. Ich genieße es sehr und es ist ein wunderschöner Ort zum Fahren. Es läuft gut. Ich empfehle dieses Gefühl jedem", sagte Pajari, der als Vierter auf die Strecke gegangen war.
Solberg ist Zweiter, aber noch nicht zufrieden
Solberg erwies sich als Pajaris engster Verfolger, obwohl der Monte-Carlo-Sieger am Steuer seines GR Yaris Rally1 alles andere als zufrieden war. Dem Schweden gelang es nicht, das gute Gefühl im Auto zu reproduzieren, das ihm im Vorjahr bei seinem Debüt im Toyota Rally1 zu einem überlegenen Premierensieg verholfen hatte.
Für Solberg geht es in Estland auch darum, nach Unfällen bei vier der vergangenen fünf Rallyes Boden im Titelkampf gutzumachen. Nach der ersten Wertungsprüfung (WP) lag er zunächst auf Rang drei, schob sich aber in WP2 (Karaski 1) mit einer Zeit, die nur 0,3 Sekunden hinter Pajari lag, auf den zweiten Platz vor. Nach der ersten Schleife rettete Solberg einen Vorsprung von 0,8 Sekunden auf Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux in die Reifenwechselzone.
"Das Gefühl ist nicht da. Ich gebe mein Bestes, aber es ist weit von gut genug entfernt", erklärte Solberg. "Wenn ich das Gefühl nicht habe, habe ich es eben nicht. Es ist noch ein langer Weg, aber wir müssen das Gefühl schnell finden."
Fourmaux mit Glück nach wilder Landung
Fourmaux war der stärkste Hyundai-Fahrer im Feld, hatte jedoch in WP2 Glück: Nach einer wilden Landung bei einem Sprung entging er nur knapp einem Graben. Die Front seines i20 N Rally1 wurde dabei leicht beschädigt.
"Wir haben ein ordentliches Tempo, aber um ehrlich zu sein, würde ich gerne noch mehr zeigen", sagte Fourmaux, der die Schleife mit einem Rückstand von 4,9 Sekunden beendete.
Sein Teamkollege Thierry Neuville klagte über Probleme mit der Balance seines i20 N, rettete sich aber auf dem vierten Platz ins Etappenziel. Damit lag er 3,5 Sekunden vor dem amtierenden Weltmeister Sebastien Ogier.
Neuville ist auf der Suche nach Grip
"Wir rutschen nur auf der Straße herum und bekommen keinen Seitenhalt, um den Grip in die Kurve mitzunehmen", schilderte Neuville seine Probleme. "Außerdem hatte ich klebrige Füße. Ich stand vor der Prüfung wahrscheinlich auf dem heißen Asphalt und meine Füße klebten an den Pedalen. Das war nicht sehr komfortabel."
Ogier, der mit 14,6 Sekunden Rückstand auf Rang fünf lag, fügte an: "Es ist erst der Anfang der Rallye, also werden wir unser Bestes geben und sehen, wo wir heute Abend stehen."
Josh McErlean im M-Sport Ford überzeugte mit dem sechsten Gesamtrang (+23,0 Sekunden) vor Toyota-Pilot Takamoto Katsuta (+24,1 Sekunden). Dahinter folgten Esapekka Lappi im Hyundai (+26.7 Sekunden) und der WM-Spitzenreiter Elfyn Evans (+27,5 Sekunden). Evans erwischte die schlechtesten Streckenbedingungen, da er als erstes Auto auf die Piste musste.
Drei Skoda-Fahrer in der WRC2 vorne
Martins Sesks (M-Sport-Ford) beeindruckte auf dem zehnten Platz, nur 1,3 Sekunden hinter Evans. Der Lette hatte zuvor eine 20-Sekunden-Strafe wegen verspäteten Verlassens des Serviceparks kassiert, da Reparaturen nach einem Unfall im Shakedown notwendig gewesen waren.
Jon Armstrong im M-Sport Ford komplettierte das Rally1-Feld auf Rang elf. Er verlor in der ersten Prüfung 31,0 Sekunden durch einen Reifenschaden vorne links, der eine improvisierte Reparatur an der Karosserie seines Ford Puma erforderte.
In der WRC2-Kategorie führt Lokalmatador Robert Virves mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Sekunden vor dem Finnen Mikko Heikkilä. Auf dem dritten Rang folgt mit Patrick Enok (+3,2 Sekunden) ein weiterer Este.
K4 Rally Team im WRC Masters Cup auf P2
Johannes Keferböck und Ilka Minor liegen im Toyota GR Yaris Rally2 in der WRC2 auf Platz 20 von 23 - im WRC Masters Cup liegt das K4 Rally Team rund eine Minute hinter dem Türken Ugur Soylu. Für das österreichische Duo geht es darum, die Führung im Cup zu halten respektive auszubauen - für jene Rallyes, an welchen man keine Teilnahme eingeplant hat.
Die Teams werden die drei Wertungsprüfungen am Freitagnachmittag ein zweites Mal absolvieren, bevor eine Zuschauerprüfung den Tag abschließt.



















