Rallye Dakar 2026: Bericht | 17.01.2026
Rallye Dakar 2026: Sechster Triumph für Nasser Al-Attiyah und Premiere für Dacia
Nasser Al-Attiyah gewinnt die Dakar 2026 und beschert Dacia den ersten Gesamtsieg - Ford-Duo Roma und Ekström auf dem Podium - Loeb erneut geschlagen
Nasser Al-Attiyah eroberte bei der Rallye Dakar 2026 in Saudi-Arabien seinen sechsten Gesamtsieg. Der Dacia-Fahrer gewann vor dem Ford-Duo Nani Roma und Mattias Ekström. Im Gegensatz zu den Motorrädern gab es in der 13. Etappe kein dramatisches Finale.
Al-Attiyah hatte für die letzte Etappe über lediglich 105 Kilometer rund um Yanbu einen komfortablen Vorsprung. Roma hatte sich am Vortag am Ende der Speziale die rechte Vorderradaufhängung beschädigt. Der Ford musste nach dem Ziel repariert werden.
Roma schaffte es ins Biwak, überschritt dabei aber seine vorgegebene Ankunftszeit leicht. Dafür erhielt der Spanier eine Zeitstrafe von einer Minute. Dadurch ging Al-Attiyah mit einem Polster von 16:02 Minuten in den letzten Tag.
Wie zu erwarten war, fuhr der Routinier die letzten Kilometer behutsam, um seinen Vorsprung zu verwalten. Lange eröffnete Al-Attiyah die Strecke nicht, denn Mitch Guthrie (Ford) und Toby Price (Toyota) überholten ihn auf der Strecke.
In der virtuellen Zwischenwertung schrumpfte Al-Attiyahs Vorsprung zusehends. Nach 43 Kilometern hatte Roma nur noch rund neuneinhalb Minuten Rückstand. Daraufhin zog Al-Attiyah das Tempo wieder an und ließ schließlich nichts anbrennen.
Roma nahm Al-Attiyah zwar 6:20 Minuten ab, doch der 50-Jährige brachte einen Vorsprung von 9:42 Minuten ins Ziel. "Es ist unglaublich, dieses Rennen zu gewinnen und so hart dafür gearbeitet zu haben", sagt Al-Attiyah in einer ersten Reaktion.
"Vielleicht zeige ich die Emotionen gerade nicht so stark, aber tief in meinem Herzen fühle ich es wirklich." Wo hat er die Rallye gewonnen? "Ich glaube, es war am zweiten Tag der Marathon-Etappe, als wir einen guten Vorsprung hatten", spricht er Etappe 10 an.
Für die Marke Dacia war es beim zweiten Start der erste Dakar-Sieg. Für Al-Attiyah war es der sechste. Der Katarer gewann bereits 2011 mit Volkswagen, 2015 mit X-raid Mini sowie 2019, 2022 und 2023 mit Toyota.
Nur Stephane Peterhansel hat bei den Autos zweimal öfter gewonnen, aber Al-Attiyah kündigt für die kommenden Jahre sein großes Ziel an: "Ich muss ja noch den Rekord von Peterhansel bei den Autos brechen."
Ford mit zwei Fahrern auf dem Podest
Platz zwei von Roma war für Ford beim zweiten Dakar-Start des Raptor das beste Ergebnis. Der 53-Jährige eroberte erstmals seit 2019 wieder einen Podestplatz. "Ja, am Ende muss man mit dem zufrieden sein, was man erreicht hat", sagt Roma.
"Nasser war in verschiedenen Momenten ein bisschen schneller als wir. Er hat uns nicht geschlagen, weil er schneller war, sondern durch kleine Details, bei denen wir nicht geschickt genug waren. Und wie gesagt: keine Vorwürfe, wir sind sehr glücklich fürs Team."
Spannend war es bis zum Schluss im Duell um den dritten Platz, nachdem am Vortag Ekström Sebastien Loeb (Dacia) überholt hatte. Auch die letzte Etappe absolvierte Ekström um acht Sekunden schneller als Loeb, holte den Tagessieg und sicherte damit seinen Podestplatz. Wie schon im Vorjahr wurde Ekström Dritter.
Wieder kein Sieg: Loeb nimmt es sportlich
Loeb gelang auch bei seinem zehnten Dakar-Start nicht der erste Sieg. Im Ziel hatte er eine Viertelstunde Rückstand auf seinen Dacia-Teamkollegen Al-Attiyah. "Wir bereuen nichts, wir haben es versucht", zieht der Franzose Resümee.
"Wir wissen, dass Ekström auf dieser Art von Sprint-Etappen eine Macht ist - das war er während der gesamten Rallye. Der Sieg war ohnehin seit ein paar Tagen außer Reichweite, also ist Platz drei oder vier keine Katastrophe."
Bei Loeb wurden im Laufe der Rallye 13 Reifenschäden gezählt. "Das stimmt, das ist eine Menge. Wir halten nicht den Rekord - ich weiß nicht, ob Lategan ihn hält, denn er hatte 15 -, aber es ist trotzdem ziemlich viel. Natürlich hatte das Auswirkungen."
Einmal fiel bei Loeb zudem die Servolenkung aus. Er gratuliert Al-Attiyah: "Nasser war unantastbar. Er war nicht unbedingt immer der Schnellste, aber er hat das Rennen am besten gemanagt: Er hat keine Fehler gemacht und immer das richtige Tempo gefunden."
Carlos Sainz (Ford) wurde Fünfter, gefolgt von Brian Baragwanath (Century). Dennis Zenz, der Beifahrer von Lucas Moraes in einem weiteren Dacia, war als Siebter der beste Deutsche. Bester Toyota-Fahrer war Price als Achter.


















