Rallye Dakar 2026: Etappe 4 | 07.01.2026
Rallye Dakar 2026: Wieder Jo-Jo-Effekt - Lategan nun vor Al-Attiyah Spitzenreiter
Auch an Tag 4 haben die hinteren Starter einen Vorteil, die Gesamtwertung stellt sich erneut auf den Kopf - Titelverteidiger Al-Rajhi/Gottschalk geben die Rallye auf
Die Gesamtwertung der Rallye Dakar 2026 veränderte sich auch nach der vierten Etappe. Henk Lategan (Toyota) eroberte vor Nasser Al-Attiyah (Dacia) und Marek Goczal (Energylandia Toyota) den Tagessieg. Extrem spannend läuft es im Rennen der Motorradfahrer.
Mit der vierten Etappe verließen die Teilnehmer Al-'Ula und machten sich in östlicher Richtung auf den Weg nach Ha'il. Es war der erste Teil einer Marathon-Etappe. Am Abend sind die Fahrer ohne Unterstützung der Teams auf sich allein gestellt.
Für Motorräder (417 Kilometer) und Autos (452 Kilometer) waren zwei unterschiedliche Roadbooks vorgesehen. Das bedeutete, dass sich die ersten Autos nicht an den Spuren der Motorräder orientieren konnten und komplett selbst navigieren mussten.
So wie in den vergangenen Tagen zeigte sich das Muster, dass hintere Starter einen klaren Vorteil hatten und die vorderen Starter Zeit verloren. Dieser Jo-Jo-Effekt, der bisher an jedem Tag zu sehen war, drehte die Gesamtwertung wieder um.
Lategan, der als 23. an der Startlinie stand, sicherte sich seinen ersten Etappensieg in diesem Jahr. Für Toyota war es der zweite. Der Südafrikaner bringt die Situation auf den Punkt: "Es ist sowieso eine Lotterie. Gestern hatten wir insgesamt neun Reifenschäden - unglaublich."
"Ich war völlig ratlos. Ich wusste nicht, was ich auf den Steinen tun sollte: langsamer fahren oder nicht, angreifen oder nicht. Heute habe ich beschlossen, das alles zu vergessen und einfach zu fahren." Mit Erfolg, aber dennoch muss Lategan morgen die fünfte Etappe eröffnen.
Mit sieben Minuten Rückstand belegte Al-Attiyah, der als 19. losgefahren war, den zweiten Platz. Auch bei ihm zeigte sich der Jo-Jo-Effekt. In Etappe 3 war er von der Gesamtführung auf Platz zehn zurückgefallen. Nun verbesserte sich Al-Attiyah wieder auf Platz zwei in der Gesamtwertung.
"Es war heute nicht einfach für uns", berichtet der Dacia-Fahrer. "Wir hatten einen Reifenschaden, und dann sahen wir, wie uns Henk überholte. Er war wirklich im Angriffsmodus. Wir haben trotzdem einen guten Job gemacht. Vielleicht ist das sogar gut für unsere Startposition morgen."
Das polnische Toyota-Duo Marek und Eryk Goczal belegte im Tagesergebnis die Plätze drei und vier. Sebastien Loeb (Dacia) erzielte die fünftbeste Zeit. In der Gesamtwertung verbesserte sich der Franzose auf Platz acht, knapp 20 Minuten hinter der Spitze.
Nachdem Ford am Vortag die Etappe bestimmt hatte, schaffte es nun kein Raptor in die Top 10. Mitch Guthrie, der die heutige Strecke eröffnen musste, büßte fast 44 Minuten ein und damit auch die Gesamtführung. Der US-Amerikaner fiel auf Platz 13 zurück.
Auch Mattias Ekström und Carlos Sainz verloren fast eine halbe Stunde. Dennoch liegen beide weiterhin im Spitzenfeld der Gesamtwertung. Ekström ist Dritter (+13:00 Minuten) und Sainz Vierter (+15:53). Auch Century-Fahrer Mathieu Serradori (+16:53) mischt als Fünfter im Spitzenfeld mit.
Die Titelverteidiger geben auf
Für die Titelverteidiger Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk ist die Dakar zu Ende gegangen. Nach diversen Schwierigkeiten hatten sie nach der dritten Etappe eine halbe Stunde Rückstand. Heute erlitten sie im ersten Abschnitt der Speziale drei Reifenschäden.
Nach der Neutralisation entschieden sie sich zur Aufgabe. Vergangenen April hatten sich Al-Rajhi und Gottschalk bei der Jordanien-Rallye bei einem heftigen Unfall Wirbelverletzungen zugezogen, die doch noch nicht komplett verheilt sind.
"Die Rallye ist nicht so verlaufen, wie wir uns erhofft hatten, und auch das Unternehmen Titelverteidigung ist in weite Ferne gerückt", sagt Gottschalk und begründet den Rückzug: "Vor diesem Hintergrund macht es mehr Sinn, die vollständige Genesung der Rückenverletzungen vom Vorjahr keinem Risiko auszusetzen."
Extrem enges Rennen bei den Motorrädern
Das Rennen der Motorräder gestaltete sich auch am Mittwoch extrem spannend. Nach 417 gewerteten Kilometern lagen die Zeiten der ersten vier Fahrer innerhalb von nur 16 (!) Sekunden. Tosha Schareina (Honda) sicherte sich seinen zweiten Tagessieg hintereinander.
Der Spanier eröffnete und sammelte Zeitgutschriften. Die Zeiten seiner Honda-Teamkollegen Ricky Brabec und Skyler Howes waren im Ziel nur um sechs beziehungsweise zehn Sekunden langsamer. Auch Hero-Speerspitze Ross Branch verpasste den Tagessieg um lediglich 16 Sekunden.
Daniel Sanders (KTM) hatte als Fünfter 2:37 Minuten Rückstand auf Schareina. Das heutige Ergebnis bedeutet, dass Schareina und Brabec nach vier Etappen ex aequo die Gesamtwertung anführen. Sanders liegt als Dritter 1:24 Minuten zurück. Edgar Canet (KTM) auf Platz vier fehlen schon elf Minuten auf die Spitze.
Am Donnerstag wird die Marathon-Etappe Richtung Ha'il fortgesetzt. Für den zweiten Teil gibt es für Motorräder (356 Kilometer) und Autos (371 Kilometer) erneut zwei unterschiedliche Roadbooks.



















