RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

WRC-Verbot = Kostenreduktion?

Das von der FIA angekündigte Verbot von WRC's und Gr.A Allradfahrzeugen in regionalen Meisterschaften und dessen Sinnhaftigkeit.

Werner Schneider

Die erste Aufregung um das vom FIA World Motorsport Council vorläufig für 1.1.2003 beschlossene Verbot von World-Rally-Cars (WRC) und Gruppe A-Allrad-Fahrzeugen in von der FIA ausgeschriebenen Regional-Meisterschaften (z.B. Europameisterschaft) hat sich gelegt, Grund genug, einmal hinter die Kulissen zu blicken.

Eine Begründung für diese doch ziemlich überraschende Entscheidung hatte die FIA rasch parat: Man wolle nicht, dass „wohlhabende Personen sich eine Meisterschaft einfach kaufen können“.

Mit Ausnahme von Citroen fand diese Ansicht bei keinem der gegenwärtig in der Weltmeisterschaft involvierten Hersteller irgendeinen Rückhalt, wobei Ford sogar bekannt gab, dass ihnen diese Entscheidung pro Jahr nicht weniger als 7,4 Millionen Euro koste.

Die FIA sucht nach Lösungen:
WRC-light oder Prototypen?

Es dauerte nicht allzu lange, dass die FIA wissen ließ, eine „Arbeitsgruppe“ unter Einschluss der Hersteller einsetzen zu wollen, um eine „Ersatzlösung“ zu suchen. Allerdings mittelfristig, wobei als Datum vorläufig der 1.1.2004 genannt wurde.

Zwei Varianten stehen im Raum: Einerseits „leichte“ World-Rally-Cars, andererseits eine Formel, die ursprünglich aus dem Südafrika der Apartheid-Zeit stammt, aber jetzt in Australien wieder aufgeweckt wird: Von Zweirad- auf Vierrad-Antrieb umgebaute Prototypen, aber nach Gruppe N-Richtlinien.

Was die Werke (insbesondere Subaru, Ford und Hyundai) unter „leichten WRC“ verstehen, wären der Verzicht auf „aktive“ Differentiale, keine halbautomatischen Getriebe, ein 32 mm-Restriktor und eine Gewichts-Anhebung von im Moment 1.230 auf 1.300 kg. Ford-Teamchef Malcolm Wilson gab aber gleich zu bedenken, dass dies die Kosten für ein solches WRC nicht wesentlich reduzieren würden.

Kosten-Ersparnis?
Bei den bis dato vorliegenden FIA-Vorschlägen scheint dies fragwürdig

Die andere Formel scheint wiederum eine „Leicht-Variante“ der momentan gültigen Division I im Rallycross zu sein und während Toyota bereits mit der Entwicklung eines solchen „australischen“ Prototyps begonnen hat, lehnen andere solche Fahrzeuge rundheraus ab: Man habe keine Kapazitäten frei, um etwas anderes als „leichte WRC“ neben den WM-Fahrzeugen zu entwickeln, ließ beispielsweise ein europäischer Hersteller wissen.

Wobei sich ohnehin die Frage stellt, was an solchen Prototypen viel günstiger sein soll: Viele Teile müssten extra produziert werden, falls ein Privatier in Eigenregie solch ein Fahrzeug aufbaut (wie etwa den Saab 9-3 Turbo 4WD oder Ford Escort RS 2000 Turbo 4WD aus der Rallycross-EM), und falls solche Fahrzeuge von Werken produziert werden, stellt sich für diese die Frage nach dem Sinn. Wie viele Autos müssten verkauft werden, um die Entwicklungskosten auch nur halbwegs hereinzubekommen?

Das Risiko wäre immens und es ist höchst zweifelhaft, dass sich viele Fahrer ernsthaft auf ein solches Projekt einlassen würden. Da es fast niemanden gibt, der über mehrere Jahre hinweg die Europa- oder Asien-Pazifik-Meisterschaft bestreitet, ergibt sich jedenfalls die Frage des Wiederverkaufs.

Es ist eine Illusion anzunehmen, dass mit einer solchen Formel plötzlich 10 oder 12 Privatiers pro Jahr um die Europameisterschaft kämpfen. Jedenfalls nicht, solange sie in der derzeitigen Version mit über 50 Läufen und unterschiedlichen Koeffizienten durchgeführt wird.

Die Idee:
Eine N-GT Klasse könnte einigen Herstellern die Rückkehr in den Rallyesport ermöglichen

Wie immer also die Entscheidung der FIA lauten wird, Prototypen im Gruppe N-Mäntelchen sind nicht die Lösung. Es gibt eine andere, die eigentlich uralt ist:

Ehe 1982 die Gruppe A, B und N eingeführt wurden, gab es vier Gruppen: Gruppe 1 (entspricht im weitesten Sinn unserer Gruppe N), Gruppe 2 (ähnlich Gruppe A), Gruppe 3 (Serien-Sportwagen) und Gruppe 4 (Kleinserien-Autos). Eine Art von Gruppe 3, oder – um es moderner auszudrücken – eine Gruppe N-GT würde auch Herstellern, die seit langem im Rallyesport nicht mehr vertreten sind – beispielsweise Porsche – die Möglichkeit der Rückkehr eröffnen...

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Alpenfahrt Revival 2026

Weitere Rallyegrößen haben genannt

Herbert Grünsteidl, Josef Pointinger, Gabi Husar u. Günther Janger sind dabei - Rallye-Weltmeister Stig Blomqvist wird auf Saab 96 einer der Starter sein. Plus: Ehrengast Rauno Aaltonen.

WRC Kroatien: Bericht K4 Rally Team

Tabellenführung im WRC Masters Cup zurückerobert!

Mit einem klaren Sieg im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der WM-Rallye in Kroatien die Tabellenführung zurückerobern. Schon in zwei Wochen soll ein weiterer Masters-Sieg eingefahren werden. Johannes ist top motiviert: „Auf Gran Canaria volle Attacke!“

Lavanttal Rallye: Mitropa Rally Cup

Stengg & Kobal gewinnen Mitropa Cup

Roland Stengg gewinnt mit Beifahrerin Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) die Mitropa Rally Cup Wertung. In der Gruppe der historischen Fahrzeuge siegen Alois Nothdurfter/Manfred Cerny auf ihrem Ford Sierra RS Cosworth.

ARC, Lavanttal Rallye: Bericht Nothdurfter

Frühlingsstimmen

So wie bei der aktuellen Wetterlage zeichnet sich auch bei den Rallye-Aktivitäten von Alfons Nothdurfter eine deutliche Aufhellung ab. Der Ford Fiesta Proto läuft zwar noch nicht ganz perfekt, aber es waren deutliche Fortschritte gegenüber den bisherigen Rallyes erkennbar.

Simon Wagner @ Rally Sumava Klatovy

„Technikteufel“ schlug gleich zweimal zu

Vibrationen am Freitag, kaputter Kühler und Aufgabe am Samstag - Simon Wagner beim tschechischen Auftakt im Technikpech. Aber: Sieg auf der zweiten Etappe als Speed-Bestätigung.