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ERC: Czech Rally Zlín

Landa: "Zlín, wir kommen wieder!"

Ein Motorschaden auf der sechsten Sonderprüfung verhinderte für Nikolai Landa ein Traumergebnis auf internationaler Bühne in Zlín.

Foto: Daniel Fessl, rallyepics.at

"Wenn es so etwas wie einen Rallye-Olymp des europäischen Motorsports gibt, dann muss der hier sein", so die ersten Eindrücke des völlig begeisterten Nikolai Landa. "Schon bei der Besichtigung sind tausende begeisterte Fans auf den Straßen, beim Zeremonienstart wirst du abgeklatscht, als ob du der amtierende Europameister wärst, und an den Veranstaltungstagen werden bis zu 250.000 enthusiastische Fans gezählt."

Für Nikolai Landa, der nun seine erste volle Saison bestreitet, war diese Rallye schon mit den ersten Metern bei der Besichtigung ein Erfolg: nur zwei Aufwärmprüfungen unter zehn Kilometer, die restlichen 13 Prüfungen im Schnitt 16 km, die längste 25 km. Das bedeutete etwas über 100 km zum Besichtigen und Schreiben, bei nur zwei GPS-überwachten Besichtigungsfahrten. Für so viele Besichtigungskilometer und so viel Erfahrung brauchte es in der Vergangenheit drei Veranstaltungen.

Die Prüfungen selbst sind Herausforderung pur: schnell, eng, Wald, schlechter Asphalt, Cuts so tief, dass der kleine Suzuki darin verschwinden mag. Nicht umsonst wird dieser legendären Czech Rally Zlín nachgesagt, dass sie die schwierigste Asphaltrallye im europäischen Kalender sei – eine Mischung, die auch schwächeren Autos eine Chance auf gute Platzierungen lässt.

"Mit unserer Startnummer 85 waren wir das letzte Auto im internationalen Feld. Da der Stadtkurs gestürzt gestartet wurde, eröffneten wir die Prüfung als Erster der Internationalen. Das war schon sehr cool, aber auch etwas unheimlich, wenn du da allein am Start stehst, und alles wartet auf dich", so ein faszinierter Nikolai Landa zum Stadtkurs.

Da Stadtkurse normalerweise von Randsteinen gesäumt und diese Gift für die Hinterachse des Suzuki sind, wurde etwas vorsichtig gefahren, und man musste sich mit Platz 116 von 135 Startern zufriedengeben, was aber hinsichtlich des engen Kurses und der vielen Beschleunigungsphasen durchaus in Ordnung war.

Am Samstag konnte man mit einer 100. Zeit auf SP 2, einer 88. auf SP 3 und danach sogar mit einer 82. Zeit von noch 127 Startern auf SP 5 aufzeigen. SP 6 wurde stark begonnen, eine weitere Verbesserung der Zeit stand in Aussicht, ehe ca. einen Kilometer vor dem Ziel eine Pleuelschraube riss und sich ein kapitaler Motorschaden anbahnte. Der von Landa liebevoll "Susi" genannte Suzuki brachte das Team noch genau über die Ziellinie, ehe er dort im wahrsten Sinne das Leben aushauchte.

Bei der Zeitkontrolle schiebend angekommen, wurde alles unternommen, um am Sonntag unter Rally2-Regel starten zu können. Die DriftCompany brachte sogar einen Ersatzmotor von Bruck nach Zlín zum Service, doch leider war dieser von einem anderen Modell, und so musste man den Ausfall endgültig akzeptieren.

Nikolai Landa resümiert: "Ich war natürlich am Boden zerstört über den Ausfall, dennoch nehme ich sehr viel Positives mit und bin letztendlich mit dem Ergebnis hochzufrieden. Vor allem gab es bei der Nachbesprechung und dem Videostudium mit Beppo Harrach großes Lob von ihm, und er ist auch mit meiner Entwicklung sehr zufrieden. Er meinte, das erste Mal bei so einer schwierigen Rallye, nur zwei Besichtigungen, diesen Cuts im Wald – da sieht das Videomaterial und Reifenbild sehr gut aus."

Daraus resultiert: Zlín steht 2020 bereits auf dem Programm. Das "Landa Racing Project Team" beschloss, nach dem guten Fortschritt erstmals einen R2 zu testen. Bei der Niederösterreich-Rallye wird allerdings noch der vertraute Suzuki zum Einsatz kommen, die Planungen dafür sind bereits angelaufen.

"Ich möchte mich an dieser Stelle wieder sehr gerne bei meiner Familie, meinen Sponsoren und der DriftCompany für die Unterstützung bedanken", so Landa abschließend. "Ich freue mich mit Simon Wagner über sein starkes Ergebnis – eine tolle Vorstellung von ihm."

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