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Petter Solberg: frühes Karriereende wegen Bestzeit? Solbergs Shakedown-Bestzeit bei der Safari-Rallye 1999 kostete ihn fast den Job
Motorsport Images

Petter Solberg: Wie ihn eine Bestzeit fast um seine Karriere brachte

Bevor Petter Solberg zum Superstar avancierte, musste er harte Lektionen einstecken - So hing seine Karriere im Frühjahr 1999 am seidenen Faden

Auch 18 Jahre nach seinem Titelgewinn sind die Bilder noch immer unvergessen. Petter Solberg, der seine Erfolge enthusiastisch feiern konnte wie kaum ein Zweiter, erlebte im November in Wales 2003 die absolute Jubel-Ekstase. Erst jetzt lässt er durchblicken, dass es diese Szenen beinahe nicht gegeben hätte.

Mehr als vier Jahre zuvor debütierte der damals unbekannte Norweger bei Ford - an der Seite von Superstar Colin McRae, der kurz zuvor für ein Rekordgehalt zu Prodrive gelotst worden war. Nach einem etwas ernüchternden elften Platz beim Debüt bei der Rallye Schweden versuchte der damals 24-Jährige, seinem Team bei der Safari-Rallye zu zeigen, dass in ihm ein angehender Weltmeister steckt.

Und so prügelte er den noch brandneuen Ford Focus WRC im Shakedown zu einer überlegenen Bestzeit. Doch statt Anerkennung für seine Leistung wartete eine gewaltige Standpauke von Teamchef Malcolm Wilson auf ihn.

Als ehemaliger Rallyefahrer aus einer Zeit, in der es in erster Linie galt, das Auto an einem Stück zu halten, schlug dieser die Hände über dem Kopf zusammen, als er das Auto in Augenschein nahm.

Ein halb zerstörtes Auto nach dem Shakedown

"Er hätte mich fast nach Hause geschickt!", erinnert sich Solberg im Podcast 'WRC Backstories' an die Situation. "Ich war zu schnell und er hat mir sowas von in den Hintern getreten. Ich war danach am Boden und habe geheult. Aber er hatte absolut Recht."

Auch Wilson erinnert sehr gut: "Die Worte wird er nie vergessen haben, da bin ich mir sicher. Er fuhr die schnellste Zeit im Shakedown, aber beschädigte wirklich sämtliche Aufhängungsteile. Und ich wusste, wie stark sie konstruiert waren."

Solberg hatte bei der "Safari" als Beifahrer Fred Gallagher - eine lebende Legende als Copilot, der mit Henri Toivonen, Juha Kankkunen, Björn Waldegaard und Ari Vatanen zusammengearbeitet hat. Dieser erstattete Wilson Rapport: "Er sagte, dass wir uns über seinen Speed keine Sorgen machen brauchen, aber dass wir keine Chance hätten, die Rallye zu beenden, wenn er so weiterfährt."

Für Solberg brach eine Welt zusammen: "Ich war sehr sensibel. Es ist so hart, wenn man aus einer kleinen Farm in Norwegen in die weite Welt zieht. Es war so ein großer Schritt. Ich hatte niemanden, an den ich mich wenden konnte. Auf gewisse Weise habe ich das verdient."

Colin McRae als Lehrmeister

Ihm war klar, dass seine weitere Karriere nun vom Abschneiden bei der Rallye abhängig sein wird. So nahm er sich die Lektion zu Herzen. Während McRae den ersten Sieg für den Ford Focus WRC einfuhr, brachte Solberg sein Fahrzeug als Fünfter bis ins Ziel nach Nairobi. Er hatte die Lektion gelernt, das Kalkül von Wilson war aufgegangen.

Solbergs Enthusiasmus war trotzdem nicht zu stillen. Beständig versuchte er, von Colin McRae und ab 2000 auch von Carlos Sainz zu lernen. Er löcherte beiden Stars im Team so lange, bis er ihnen mit seinen Fragen so auf die Nerven ging, dass sie ihm ausrichten ließen, er solle doch endlich mal die Klappe halten.

Trotzdem entstand eine Freundschaft zwischen dem emotionalen Norweger und dem eher raubeinigen Schotten: "Colin war wirklich nett und half mir in vielen Dingen. Wir haben zusammen trainiert und sind zusammen essen gegangen. Er baute mich wieder auf, wenn ich mal Mist gebaut habe."

"Er war eine richtig gute Motivationshilfe. Ich glaube, dass er dasselbe durchgemacht hat, vielleicht sogar auf einem noch anderen Niveau. Es war gut, dieses Gefühl der Freundschaft zu haben." Solberg blieb nur noch für neun weitere Rallyes im Team, bevor Subaru ihn im Herbst 2000 ins Team lockte, wo seine Legende erst richtig begann.

Motorsport-Total.com

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