RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Red Stag Rallye Extreme
Foto: Harald Illmer

RRA-Teams bei der Red Stag: In Love with the stages, but not amused...

Drei von vier Race Rent Austria-Teams kamen bei der Red Stag Rallye Extreme ins Ziel - sie alle fanden die Prüfungen wunderbar, sie alle haben sich ob der Organisation des Veranstalters und der daraus resultierenden spärlichen SP-Kilometer geärgert...

Nach einer Liebeserklärung im Vorfeld der Red Stag Rallye Extreme folgte am Veranstaltungstag eine mehr als nur unerfreuliche Ernüchterung - denn was nützt der schönste, gröbste und spektakulärste Schotter in wahrlich archaischer Landschaft, wenn die Veranstaltung zu einer Stehparty mutiert? Von jenen vier Teams, die mit Race Rent Austria ins vermeintliche „Große Schotter-Abenteuer“ gingen, kamen drei ins (nicht vorhandene) Ziel. Diese drei Teams haben allesamt die gleiche Ansicht: Die Prüfungen einzigartig, die Organisation ebenso, aber nicht im positiven Sinne. Hinzugefügt werden muss, dass sich Gerwald Grössing in eienr Presseaussendung bei allen Teilnehmern für die misslungene Organisation entschuldigt hat.

Müller/Turecek: „Schotter ist das Schönste, was es gibt - aber...“

“Es war halt alles ein Bisschen überschattet von den wenigen SP-Kilometern, die wir fahren konnten. Dass man draufkommt, dass es auf einem Schotterrundkurs staubt, dass da die Sicht behindert wird - was soll man dazu sagen?“, beginnt Stefan Müller das Gespräch...

Dabei war der Ford Fiesta WRC Proto-Pilot (Copilot Alexander Turecek) direkt im Anschluss an die Rallye noch höchst motiviert, denn er konnte aus einem „Hoppala“ ein Erfolgserlebnis zaubern: „Ein Hupfer brachte mich neben die Spur - ich habe in der Folge aus der Not eine Tugend gemacht und dabei erlebt, dass die Kurve danach viel mehr verträgt, als man geglaubt hätte. Ich muss also lernen, schon beim Aufschrieb erstellen nicht zu langsam zu denken. Ich muss lernen, besser einschätzen zu können, mit welchem Tempo wir dann im Wettbewerbsfahrzeug über die Schlüsselstellen kommen werden...“

Die Euphorie kehrt in der Rückbetrachtung wieder schnell zurück: „Ich kam bei der Veranstaltung drauf, dass mir solcher Schotter irrsinnig taugt - aber ich brauche Schotterkilometer. Ich will fahren, fahren, fahren - denn Schotter ist das Schönste, was es gibt.“

In der Proto-Klasse wurden Stefan Müller und Alexander Turecek laut einem von der AMF dem Veranstalter wieder zurückgeschobenen und damit nicht mehr offiziellen Ergebnis Zweite hinter Christoph Zellhofer - doch nur wenige Sekunden vor ihren Teamkollegen Rudolf Leitner und Roland Matusch.

Leitner/Matusch: „In Freistadt 180 km ums gleiche Geld“

“Ich habe zu Stefan gesagt: ‚Du spürst meinen heißen Atem‘ - ich wollte noch angreifen, doch dann wurden bekanntlich die beiden Rundkurse nicht mehr gefahren“, erzählt Rudolf Leitner, der wieder mit Roland Matusch den Ford Fiesta R4 Proto zündete. Die Prüfungen gefielen auch ihm: „Die Landschaft wird dem Namen der Rallye gerecht.“

Das Duell gegen Müller habe er schon am Vormittag verloren: „Ich war am Beginn ein wenig zu vorsichtig unterwegs, wollte auf Asphalt die Reifen schonen.“

Aber: „Das Auto hat gut funktioniert - schönen Dank an Race Rent Austria - das Service hat wieder richtig perfekt funktioniert.“

Und: „Jetzt freue ich mich auf die Jännerrallye, wo ich wieder 180 Kilometer fahren kann um das gleiche Startgeld wie im Schneebergland.“ Doch davor kommt noch ein „heißer Rallyeherbst“ auf Leitner zu. Gefahren werden sollen NÖ Rallye, Herbstrallye Dobersberg, Rallye W4 und Rallye Krumlov. Das große Ziel bleibt aufrecht: „Ich würde es irgendwann einmal sehr gerne auf Platz 15 eines ORM-Laufs schaffen...“

Hajszan/Treybal: „Frechheit sondergleichen“

Gerhard Hajszan, vor seiner Pause der größte Fan der Schneebergland-Rallye, kann nur den Kopf schütteln: „Vom Fahren her ging es mir nicht so schlecht - wenn wir zum Fahren gekommen sind. Ich empfinde das, was sich der Veranstalter geleistet hat als eine Frechheit sondergleichen. 50 Kilometer für 950 Euro - das kann doch bitte nicht wahr sein?“

Freilich würde Gerhard Hajszan, der mit Peter Treybal in einem rundum revidierten Subaru N12 Proto an den Start ging, auch eine Red Stag Rallye Extreme 2022 fahren wollen - aber: „Dann müsste sie ganz anders organisiert werden.“

Knapp/Böckl: „Stein übersehen...“

Dass seine Rallye überhaupt nur 200 Meter an SP-Distanz betrug - daran ist der Red Stag Rallye Extreme-Veranstalter schuldlos, zerknirscht berichtet Richard Knapp: „Ich habe einen Stein übersehen, dabei hat es ein Federbeinlager ausgerissen. Das war leider ein sehr kurzer Spaß...“

Richard, der wieder mit seiner Lebensgefährtin Claudia Böckl an den Start ging, geht nun einmal in eine Sommerpause. Welche Rallyes er im Herbst absolvieren möchte, kann er noch nicht genau sagen - reizen würde ihn aber die 3 Städte-Rallye Mitte Oktober.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARC, Herbstrallye: 1. Vorschau

Herbstrallye: „Wir kommen zu den Menschen!“

Mit der Waldviertler Herbstrallye feiert Österreichs Rallyeszene einmal mehr einen grandiosen Saisonabschluss. Das Rallye Headquarter übersiedelt nach Waidhofen an der Thaya. Der charismatische Servicepark auf dem Flughafen Dobersberg bleibt bestehen.

WRC, Sardinien: Vorschau Raith

Ein Herzenswunsch wird Wirklichkeit

Der Steirer Kevin Raith steht am kommenden Wochenende in Sardinien zum zweiten Mal in seiner Karriere am Start einer WM-Rallye / Im Cockpit seines Ford Fiesta Rally2 sitzt Claudia Maier als Copilotin

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht RRA

Proto-Chefsache in Horn

Race Rent Austria-Boss Wolfgang Schmollngruber wollte es wissen: Was kann er trotz langer Wettkampfpause in einem Proto ausrichten? Gemeinsam mit Gerry Winter gelang bei der Grasl Rallye Horn mit Gesamtrang sieben die optimale Standortbestimmung.

Voller Erfolg bei der Premiere der neuen Grasl Rallye Horn, der dritten von vier reinen ARC-Rallyes 2026. Den ARC-Sieg feiert wie in Krumbach Rene Kiehtreiber - dahinter landen Bernhard Hengl bei dessen tollem Allrad-Debüt und Gerolf Schuller.

Austrian Rallye Legends 2026

ARL sind bereit für die zwölfte Ausgabe

Zum zwölften Mal werden bei den Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ (24. bis 26. September) die „goldenen Rallye Jahre“ wiederbelebt. Drei Tage lang wird bei freundlich-familiärer Atmosphäre die Freude am Historischen Rallyesport zelebriert.

WRC übernimmt F1-Technik

Helmkamera vor Live-Premiere

Formel-1-Technik hält Einzug in die WRC: Auf Sardinien testet M-Sport eine FIA-zugelassene Helmkamera für mögliche Livebilder aus dem Rallye-Auto