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EXKLUSIV: OMV wieder im Rallyesport?
Foto: FIAERC

Doch wieder Rallye-Sponsoring? Fünf Fragen an die OMV

Auf den Azoren fuhr Simone Tempestini mit OMV-Branding - hat der Konzern umgedacht? Könnte er da nicht seine Rallye-Sponsoring-Tradition fortsetzen und Simon Wagner unterstützen? Wir haben nachgefragt…

Noir Trawniczek

1 Die OMV war lange Zeit ein wichtiger Sponsor für Rudi und Manfred Stohl im Rallyesport. Manfred Stohl wurde mit der Unterstützung der OMV nicht nur Produktions-Weltmeister 2000, sondern konnte 2006 in der Rallye-WM Platz vier erringen - eine großartige Sponsoring-Kampagne, die bei den heimischen Fans für hohe Sympathiewerte gesorgt hat. Später hat man kommuniziert, dass man nicht mehr Motorsport, sondern Fußball sponsern möchte. Hat sich daran etwas geändert?

Wir haben unser Engagement im Profi-Fußball mit 31. Dezember 2021 beendet und uns aus dem Bereich Sportsponsoring zurückgezogen, um den Fokus auf unser Kultur-Portfolio und umfangreiches Engagement im Kulturbereich zu legen. Da sich das Unternehmen nach der Präsentation der neuen OMV Business Strategie im März 2022 in den nächsten Jahren in einer umfassenden Transformation befinden wird, können wir derzeit auch noch keine konkreten Aussagen zu den zukünftigen Sponsoring-Aktivitäten und Partnerschaften der OMV in Österreich geben.  

2 In der Rallye-Europameisterschaft fährt der Rumäne Simone Tempestini mit OMV-Logos auf seinem Auto - er wirbt auch für die neuen CO2 armen Treibstoffe. Als Motorsportfreunde begrüßen wir das natürlich. Nur: Wie erklären Sie den österreichischen Rallyefans und den Aktiven, dass Rallye-Sponsoring mit dem OMV-Logo von der Zentrale in WIen ausgeschlossen wurde und dann aber in der Europameisterschaft via Landesgruppe Rumänien doch als sinnvoll erscheint? Ist es also das, was man im österreichischen Fan anhand der Bilder aus der Europameisterschaft weckt - nämlich ein Sinneswandel?

Bei der Partnerschaft mit Simone Tempestini handelt es sich um eine lokale Marketing-Kooperation der rumänischen OMV Petrom, welche unabhängig von den Sponsoring-Aktivitäten der OMV in Österreich abläuft. Ob wir uns in den nächsten Jahren wieder im Sport-Sponsoring engagieren, ist zum aktuellen Zeitpunkt definitiv nicht zu sagen.

3 Falls es kein Sinneswandel ist - finden Sie es kommunizierbar, dass man in Wien sagt, man mache kein Motorsport-Sponsoring mehr und zugleich macht eine Landes-Untergruppe genau das? Für den Fan und den Medien-Beobachter sind die Logos nicht unterscheidbar - das Branding der OMV prangt auf dem Auto eines Rumänen - das ist schön so! Wir begrüßen das! Aber: Die OMV ist in Österreich zuhause und hat hier schon schnelle Landsleute unterstützt - diese Tradtion nicht fortzusetzen während eine Untergruppe mit dem genau gleichen Logo als Sponsor eines prominenten ERC-Piloten unterwegs ist  dafür könnte den heimischen Fans  das Verständnis fehlen. Wie wollen Sie das kommunizieren?

Die lokale Kooperation mit Simone Tempestini ist eine Marketing-Kooperation der OMV Petrom. Als eigenständiges rumänisches Unternehmen unterstützen sie somit einen schnellen Landsmann. Diese Kooperation ist kein Teil der OMV Sponsoring-Strategie. Darüber hinaus sind in Österreich unsere Ressourcen mit unseren umfangreichen Sponsoring-Aktivitäten im Sozialen und Kulturbereich bereits vollständig gebunden.

4 Hintergrund meiner Anfrage: Am letzten Wochenende hat Simon Wagner, der regierende Rallye-Staatsmeister, zurzeit der schnellste Pilot des Landes, in der Europameisterschaft zwei Bestzeiten fahren können, er hatte realistische Chancen auf den Sieg und wurde Dritter, vor Tempestini zum Beispiel, bei einer selektiven Rallye. Wäre es andenkbar, dass man anstatt etwas schwer Kommunizierbares zu kommunizieren, man einfach Simon Wagner genau JETZT , wo er am Peak seiner Performance um ERC-Siege kämpfen könnte, ebenfalls unterstützt? So könnten Sie die Sympathie der Österreicherinnen und Österreicher stark erhöhen und es gäbe keinerlei Erklärungsnotstand. Sie würden vielmehr eine schöne Tradition fortsetzen und könnten damit auch im Mutterland Ihres Konzerns für neue umweltschonende Treibstoffe werben - gibt es also die Hoffnung, dass Sie Simon Wagner in der restlichen ERC-Saison unterstützen werden?

Natürlich freut es uns sehr, dass wir mit Simon Wagner einen heimischen Fahrer haben, der auch international im Spitzenfeld mithalten kann. Wir wünschen ihm auch in seiner weiteren Karriere viel Erfolg. Da wir uns allerdings nach der Präsentation der neuen Business Strategie in der nun folgenden Transformation befinden, fokussieren wir unsere derzeitiges Sponsoring-Engagement auf unsere bestehenden sozialen und kulturellen Partnerschaften wie z.B. mit Caritas, rotes Kreuz, Max&Lara oder dem Kunsthistorischen Museum und der Wiener Staatsoper.

5 PS: Simon Wagner hat noch einen ebenso schnellen Bruder, Julian Wagner. Wenn Sie ihm ebenfalls unter die Arme greifen würden, könnten Sie damit Zusatz-Content erlangen- zwei schnelle Brüder waren in der Rallyegeschichte höchst selten! Sie könnten so auch den Faktor Familie in die Werbekampagne einfließen lassen. Wäre das interessant?

Siehe Antwort auf Frage 4.

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