RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ARC Clubmeister im Interview
Fotos: Harald Illmer, Dirnberger privat

Lukas Dirnberger im motorline-Talk

Der neue ARC Clubmeister Lukas Dirnberger im motorline.cc-Talk. Über Bruder Raphael und seinen Aufstieg in die Rally4.

Noir Trawniczek

Die Begeisterung für den Motorsport wurde sowohl Lukas Dirnberger als auch seinem Bruder Raphael quasi in die Wiege gelegt - Vater Thomas Manzenreiter war sowohl als Rallye-Beifahrer als auch als Pilot im Autocross und im Rallycross aktiv. Als Manzenreiter im Jahr 2008 seine letzte Rallye als Copilot fuhr, war Lukas Dirnberger gerade einmal fünf Jahre alt. „Wir sind mit der Mama mitgefahren und haben zugeschaut, aber an die Zeit habe ich nicht so viele Erinnerungen“, gibt Lukas offen zu - denn naturgemäß wollte er auch selbst aktiv werden: „Mein Hobby war Motocross - wobei: Auf zwei Rädern steht man weniger gut als auf vier. So hab ich im Rallycross angefangen.“

Im zarten Alter von 13 Jahren nimmt Lukas an den Rallycross-Läufen der seriennahen Klasse National 1600 teil, wobei man dort erst mit 14 an den Finalläufen teilnehmen darf. Es folgen ein Junioren Pokal und der Super 1600 Vizestaatsmeister, im Jahr darauf wird Lukas Dirnberger auch ungarischer Vizestaatsmeister. Er sagt: „Rallycross ist eine gute Schule - du fährst dort auf Asphalt und Schotter und lernst, den Unterschied zwischen den beiden Belägen zu spüren.“

Ein wahres Kunststück: Raphael und Lukas als Ford Racing Rookies

2020 wird Bruder Raphael Dirnberger Ford Racing Rookie. Lukas erzählt: „Eigentlich war die Teilnahme an diesem Bewerb ein Zufall, ein Versuch - doch Raphael hat sich durchgesetzt. Dort starten 400 bis 500 Fahrer, 20 kommen ins Finale.“ Wie üblich erhielt Raphael als Racing Rookie einen seriennahen Ford Fiesta ST und konnte damit 2021 seine erste Rallyesaison absolvieren - mit Bruder Lukas als Copilot. „Ich konnte als Copilot bereits sehr viel über den Rallyesport erfahren und lernen.“

Im gleichen Jahr versucht sich auch Lukas Dirnberger bei der Driver Search von Ford - und schafft es tatsächlich wie sein Bruder im Jahr zuvor, sich zum Ford Racing Rookie zu krönen und einen weiteren Ford Fiesta ST zu gewinnen. Und so gibt Lukas Dirnberger im Jahr 2022 sein Debüt als Rallyefahrer.

Zwei erfolgreiche Brüder im Rallyesport - ist das möglich?

Zwei erfolgreiche Brüder im Rallyesport - man denkt unweigerlich an Simon und Julian Wagner. Deren Vater Fritz Wagner musste sich einst Ratschläge anhören - er werde sich irgendwann für einen der beiden Söhne entscheiden müssen, denn zwei Karrieren seien völlig unmöglich, allein schon wegen des Budgets.Die Geschichte hat bekanntlich das Gegenteil gezeigt - schließlich sind sowohl Simon als auch Julian heute noch erfolgreiche Rallyepiloten.

Gibt oder gab es solche Gedanken auch in der respektive rund um die Familie Dirnberger? Lukas sagt: „So etwas stand bei uns nie zur Debatte, wir wollen beide fahren und unser Vater kümmert sich um Sponsoren, da hat er ein ‚Händchen‘ dafür. Doch es wird keiner von uns beiden bevorzugt.“

Drei Jahre fährt Lukas Dirnberger nun schon mit dem serienmäßigen Ford Fiesta ST - die Ausbeute kann sich sehen lassen: Im Debütjahr 2022 wird er Dritter in der ORM 2WD, bei den ORM Junioren und in der Austrian Rallye Challenge (ARC). 2023 gewinnt er den Österreichischen Rallye Pokal (ORC 2000) und wird bei den ORM Junioren hinter Bruder Raphael Vizemeister. 2024 erneut ORM Junioren Vize und ARC Clubmeister!

Aufstieg in die Rally4

Raphael wechselte für 2024 in einen Opel Corsa Rally4 und wurde damit Dritter der ORM 2WD. Wäre die Rally4-Kategorie nicht auch für Lukas der nächste logische Schritt? Im ersten Teil unseres Interviews schüttelt Lukas bei dieser Frage noch den Kopf: „Den Rally4 haben wir privat gekauft. Einen weiteren Rally4 anzuschaffen, ist derzeit nicht möglich. Da müssen wir schauen, was wir tun können. Wir überlegen, ob wir uns den Rally4 teilen - dass wir zum Beispiel unterschiedliche Meisterschaften fahren. Eventuell könnte einer von uns den Alpe Adria Cup fahren - manche der Meisterschaften überschneiden sich halt auch. Die Kosten für einen Rally4-Einsatz sind halt deutlich höher als mit dem serienmäßigen Fiesta.“

Doch einige Tage später kann Lukas mit einer erfreulichen Nachricht aufwarten: „Wir haben uns dann doch dazu entschlossen, einen Rally4, einen Peugeot 208 Rally4 zu kaufen und wir wollen im kommenden Jahr damit die ORM 2WD beziehungsweise die ORM3 fahren.“ Schon bei der Jännerrallye 2025 werden Lukas und Lukas den Rally4 zünden.

Dass erneut Lukas Martinelli an seiner Seite sitzen wird, ist für Dirnberger sonnenklar: „Ich werde ganz sicher weiter mit meinem Co Lukas Martinelli an den Start gehen. Mit ihm bin ich von Anfang an gefahren und mit ihm funktioniert es wirklich perfekt.“

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Mit sechs Teams am Start und ebenso vielen im Ziel verlief der Grosseinsatz des BRR-Teams bei der Jännerrallye im Mühlviertel mit Platz 2 und Platz 3 in der Gesamtwertung und dem Sieg in der 2WD-Klasse äußerst erfolgreich!

Jännerrallye: Bericht Knobloch

ORM2-Podium bei der "Jänner" für Knobloch

Das steirisch/oberösterreichische Duo Günther Knobloch und Erik Fürst erreichte im Clio Rally3 das im Vorfeld gesteckte Ziel – das ORM2-Podium bei Auftakt zur TEC7 ORM 2026 im Rahmen der „Jänner“.

Jännerrallye: Bericht RRA

Race Rent Austria auf dem Klassenpodium

Von acht gestarteten Race Rent Austria Teams sahen bei einer schwierigen Jännerrallye vier die Zielrampe. Der bestplatzierte Gerald Bachler lag auf Platz zwei der Klasse 8, als er durch Fahrfehler ausfiel - so sprang Alexander Baumgartner in die Presche und belegte den dritten Klassenrang.

Jännerrallye: Bericht Neulinger

Premierensieg mit BRR im BWT Lancia

Saisonauftakt nach Maß: Doppelstaatsmeister Marcel Neulinger dominierte die Kategorie der 2WD-Fahrzeuge bei der 39. Jännerrallye 2026 klar und holte mit Co-Pilot Jakob Ruhsam den Sieg in der ORM3- und der Junioren-Wertung!

Rallye Dakar 2026: Prolog

Mattias Ekström gewinnt den Prolog

Ford-Doppelsieg beim Prolog der Rallye Dakar 2026: Mattias Ekström gewinnt vor Mitch Guthrie - Loeb nicht in den Top 10 - Canet bei den Motorrädern vorne