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Rallye-WM: News Sebastien Ogier, Julien Ingrassia, Volkswagen Polo WRC, Rally Italia Sardegna 2015

FIA überprüft Startreihenfolge

Die Regelung der WRC-Startreihenfolge wird zu Saisonende einer Prüfung unterzogen; Sébastien Ogier vehement gegen das aktuelle System.

Der Automobilweltverband wird am Ende des Jahres die Regelung zur Startreihenfolge in der Rallye-WM genau unter die Lupe nehmen. Das sagte FIA-Präsident Jean Todt nach einem Besuch der Sardinien-Rallye, wo er auch mit einigen der Spitzenfahrer gesprochen hat. "Die Regeln sind für alle gleich. Wir wissen, dass sich einige Fahrer darüber beschweren, während andere glücklich damit sind", sagt Todt.

Insbesondere Weltmeister Sébastien Ogier hatte sich über die Neuregelung ab der Saison 2015 beklagt, wonach der in der Weltmeisterschaft führende Fahrer nicht mehr nur am ersten Tag einer Rallye, sondern auch am zweiten als Erster auf die Strecke gehen muss. Das ist vor allem bei Schotterläufen ein Nachteil, weil nun der WM-Führende zwei Tage lang losen Schotter von der Straße fahren muss.

"Es scheint momentan keinen Einfluss auf die Reihenfolge der Meisterschaft zu haben", erklärt Todt mit Blick auf Ogiers anhaltende Dominanz. "Dennoch sind wir mit allen Beteiligten übereingekommen, dass wir uns die Situation am Ende des Jahres ansehen", so der FIA-Präsident.

Ogier betonte unterdessen, dass er nicht aufhören werde, über die aus seiner Sicht völlig unfaire Regelung zu sprechen, die einzig und alleine das Ziel habe, ihn – oder wer auch immer die Meisterschaft gerade anführt – von weiteren Siegen abzuhalten. "Warum sehen wir das in anderen Sportarten nicht? Was haben wir gegen Erfolg?", so Ogier.

"Im Tennis gewinnt Djokovic alles, und im Fußball ist es mit Barcelona das gleiche. Es ist aber nicht so, dass Barcelona ein Tor mehr als alle anderen schießen muss, um ein Spiel zu gewinnen", so Ogier. Der zweimalige Weltmeister führt die Fahrerwertung aktuell mit 66 Punkten an, ist aber Meinung, dass seine fortwährenden Erfolge nicht im Widerspruch zu seiner Argumentation stehen.

"Ich weiß, welche Leistung ich in Portugal abrufen musste. Diese Regel wird mich einige Siege kosten, aber bis jetzt sind es nur Siege; doch eines Tages könnte es mich vielleicht die Meisterschaft kosten", befürchtet der Volkswagen-Fahrer. Ogier fordert die FIA daher auf, diese Benachteiligung zu beenden und zur Regelung des vergangenen Jahres zurückzukehren, nach der der WM-Führende nur die Sonderprüfungen des ersten Tages eröffnet und ab dem zweiten Tag in umgekehrter Reihenfolge des Rallyegesamtstands gestartet wird.

"Die perfekte Lösung wäre für mich eine Rückkehr zum Qualifying", sagt er. "Das war meiner Meinung nach fair, aber einige Leute wollten das halt nicht. Vielleicht wäre es dann die beste Lösung, wenn der Meisterschaftsführende nur am Freitag die Prüfungen eröffnet. Das mögen einige Leute zwar auch nicht, weil die Teams früher zu viel taktiert habe, um sich eine möglichst gute Startposition für den nächsten Tag zu erarbeiten, aber das wäre heute kein Problem mehr. Da wir im Auto keine Zwischenzeiten mehr erhalten, funktioniert diese Strategie nicht mehr."

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