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Ihre Fragen an AMF-Generalskretär Fehlmann
Foto: ÖAMTC & Harald Illmer

AMF-Generalsekretär beantwortet die Fragen der motorline-LeserInnen - Teil 2

motorline.cc und die AMF (Austria Motorsport) wollten es wissen: Unsere LeserInnen konnten völlig anonym ihre Fragen an den neuen Generalsekretär Michael Fehlmann richten - lesen Sie hier den zweiten Teil der Antworten...

Noir Trawniczek

Warum kommen von der AMF so wenige oder keine Initiativen? Die hätten alles in der Hand. Aber nix passiert. Keine Preisgelder, keine Sponsoren der Serie und für Veranstalter, kein Promoter, keine TV Präsenz, keine Jugendarbeit, keine Events. Nur Unzufriedenheit bei Aktiven und Veranstaltern wegen dieser Untätigkeit. Also warum macht da von euch keiner was damit einmal etwas weiter geht?

Michael Fehlmann: Grundsätzlich würde ich jede/n Aktive/n und Motorsportinteressierte/n bitten bzw. ihr/ihm empfehlen, das Nationale Sportgesetz auf unserer Homepage zu lesen bzw. die wichtigsten Punkte darin zu kennen. austria-motorsport.at/reglement/ Viele Antworten auf oft gestellte Fragen zur Rolle der AMF finden sich hier, das Sportgesetz ist der Grundpfeiler unseres Sports,  in dessen Rahmen wir uns alle bewegen.  Motorsport national wie international hat einige wenige Hauptgestalter: Veranstalter, Teams, Sportler, Fans, lokale Behörden und die jeweilige nationale ASN (in Österreich die AMF. Fällt einer davon weg, wird die Ausübung unseres Sportes problematisch und letztlich unmöglich. Die Austrian Motorsport Federation bietet die Bühne für den nationalen Motorsport, wir überwachen und regeln ihn, wir greifen ein, ABER wir machen ihn nicht. Die Austrian Motorsport Federation wurde von den internationalen Verbänden als einzige qualifizierte sportliche Vertretung für die Umsetzung des Sportgesetzes und für die Kontrolle des Motorsports in Österreich anerkannt, d.h. zusammengefasst, alle Obengenannten gestalten, die Rolle der AMF dabei ist es sicherzustellen, dass alles in geordneten Bahnen und nach den abgestimmten Reglements passiert.
 
Wie kann es möglich sein / Wie groß kann eine Demotivation sein, dass AMF/ÖAMTC seit Jahren keine Nachwuchsförderung umsetzen kann? (PS: Racing Rookie organisieren andere!)

Was versteht man genau unter Nachwuchsförderung? Diese Gedanken hat man sich in der AMF bereits vor einigen Jahren gemacht, wir können leider keine Gießkanne an Geldförderungen zB. über die gesamte Altersklasse 10-14 von Trial bis Kart, Enduro oder Motocross ausschütten, das ist vom Budget her schlicht nicht möglich. Daher fördern wir immer wieder konkrete Einsätze von Nationenteams in internationalen Bewerben. Was uns noch wichtiger ist: Es wurde die AMFRaceCard für den Breitensport eingeführt. Wir ermöglichen damit Nachwuchs- und Breitensportfahrern, ihren Sport versichert und unter abgestimmten Rahmenbedingungen zu betreiben. Übrigens: Mittlerweile kopieren Nachbarländer unsere AMFRaceCard weil Bedarf und Nutzen erkannt wurden. Aber auch hier sind wir offen für neue Ideen!  Den Racing Rookie organisiert übrigens die ÖAMTC Fahrtechnik mit mehreren Partnern. Dieses einzigartige Nachwuchsförderungsprogramm im Automobilsport läuft seit 17 Jahren sehr erfolgreich. Entwickelt wurde das Projekt von Kurt Wagner (damals OSK) in Zusammenarbeit mit FIA und ÖAMTC Fahrtechnik. Seit 17 Jahren stellt die OSK/AMF hier beispielsweise kostenlos die Lizenzen für alle Teilnehmer zur Verfügung. Das sind in Summe bisher etwa 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen.
 
Warum schafft es die AMF nicht, einen Hauptsponsor oder Vermarkter für die ÖRM zu lukrieren? Fehlt es hier am notwendigen Netzwerk oder am Willen der AMF? Siehe Beispiel FIA und WRC,ERC!

Ich verweise auf die obengenannten Gestalter des Motorsports. Wir (AMF) bieten die Bühne und schauen, ob der Bühnenboden hält. Wenn jemand drumherum ein Zelt baut, dann werden wir nichts dagegen haben, solange wir unseren Sport unter den gültigen Reglements und Rahmenbedingungen betreiben können. Punkto FIA und WRC, viele  Weltmeisterschaften und Europameisterschaften haben einen Promotor, im nationalen Bereich sieht es allerdings anders aus. Oft ist es schwierig, alle unter einen Hut zu bringen, in der Rallye Staatsmeisterschaft ebenso wie im Motocross oder Rallycross, etc.
 
Wieso schafft es die AMF nicht, dass Rallye/Motorsport endlich zu einem Sport wird in Österreich?

Ich gehe davon aus, dass es um den Mitgliedsstatus der AMF bei Sport Austria (vormals BSO) geht. Die Frage ist nicht, ob Motorsport ein Sport ist, das ist ein Mythos oder lange vorbei. Dass die AMF außerordentliches Mitglied der Sport Austria ist, hat vereinsrechtliche und strukturelle Gründe. Seit der Statutenänderung der Sport Austria 2019 sind wir in engem Kontakt und arbeiten mit Sport Austria gemeinsam daran, unseren Status als außerordentliches Mitglied aufzuwerten. Auch das ist ein Prozess, der von COVID-19 komplett ausgebremst wurde. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, erste Gesprächstermine stehen schon wieder. Ich muss aber gleich vorwegschicken, dass jeder mögliche Erfolg in dieser Angelegenheit NICHT bedeutet, dass plötzlich staatliche Fördermillionen in den Motorsport fließen. Ich darf dazu die Sport Austria Website zitieren: Mit dem Bundes-Sportförderungsgesetz 2017 (BSFG) wurde die Bundes-Sport GmbH (BSG) als Förderstelle, die im Eigentum des Bundes steht, gegründet. (https://www.sportaustria.at/de/sport-in-oesterreich-und-europa/sport-in-oesterreich/struktur-und-organisation/).   
 
Letztes Jahr wurde in der Slalom Staatsmeisterschaft Division I ein Fahrzeug (Renault Alpine) eingesetzt, das aufgrund der Alu-Karosserie nicht teilnahmeberechtigt war. Dieses Fahrzeug hat unberechtigterweise den Staatsmeister-Titel 2019 geholt. Im nationalen Sportgesetz der AMF Artikel 12, exakter 12.1.1.b wird definiert bezüglich Reglementverstoß: Jede Handlung, deren Zielsetzung es ist, ein Fahrzeug zu einem Wettbewerb zu nennen oder damit an einem Wettbewerb teilzunehmen, im Wissen, daran nicht teilnahmeberechtigt zu sein. Weiters gibt es Art. 12.1.2: Wenn nicht abweichend festgehalten, sind Verfehlungen und Verstöße strafbar, gleichgültig, ob sie absichtlich oder aus Nachlässigkeit begangen wurden. Im Art. 12 gibt es natürlich auch eine Verjährung, allerdings sind das 5 Jahre (!) gemäß Art 12.1.5: Die statutengemäße Grenze der Verfolgungsfrist von Verstößen beträgt 5 Jahre. In Artikel 12.3. gibt es die entsprechenden Strafen, hier ist z.B. unter Art. 12.3.1 auch eine Enthebung oder ein Ausschluss innerhalb von 5 Jahren möglich. Wieso reagiert die AMF nicht, obwohl man innerhalb der 5 Jahresfrist liegt?

Diese Diskussion wurde bereits vor einem Jahr sehr ausführlich mit meinem Vorgänger Kurt Wagner geführt. Es wurden auch mehrere Juristen zu Rate gezogen, unter anderem der Vorsitzende des Berufungsgerichts der AMF sowie freilich der Meisterschaftsausschuss der AMF. Die Ergebnisse der Veranstaltungen wurden unbeeinsprucht final bestätigt, es gab vor Ort keine Proteste/Berufungen. Ich muss aber auch sagen, dass diese Angelegenheit nicht für alle Seiten befriedigend zu lösen ist. In diesem Sinne auf viele weitere sportliche Saisonen gemeinsam!
 
Wer ist verantwortlich für die schlechte Vermarktung der Gesamt-ÖRM?

Ich verweise! Die Frage habe ich bereits mehrfach beantwortet, siehe obenstehende Antworten auf die ersten und dritte Frage beispielsweise. Richtig müsste sie meines Erachtens aber lauten: „Wer ist verantwortlich für die Vermarktung der Gesamt ORM?“ Die Qualität der Vermarktung ändert nichts an der Zuständigkeit.
 
Guten Tag! Warum werden Fahrerlizenzgebühren von Rallye Teams aus 2020 - noch dazu, wenn sie nach der Blaufränkischland Rallye gelöst wurden - für 2021 nicht gutgeschrieben? Die Information "ist versicherungstechnisch nicht möglich..." ist nicht zufriedenstellend, weil besagte Versicherung keine Leistung erbringen konnte, weil eben nach März keine Rallye mehr stattgefunden hat und somit nichts zu leisten war. Dieser Umstand hinterlässt einen sehr bitteren Beigeschmack. Es wäre jeder Fahrer/Beifahrer mit einer akzeptablen Bearbeitungsgebühr für 2021 einverstanden, aber gar nichts gutzuschreiben ist sehr unfair... Bitte um Info. Danke

Uns ist klar, dass diese Antwort für einige Sportler nicht befriedigend ist. Bereits ausgestellte Tageslizenzen von später COVID-19 bedingt abgesagten Bewerben wurden von uns refundiert, Jahreslizenzen können ganzjährig auch im Ausland oder im Zuge von AMFRaceCard Bewerben genutzt werden, eine Refundierung ist nicht vorgesehen. Für nächstes Jahr könnte eventuell für Sie eine Lösung sein, mit der Beantragung der Jahreslizenz noch etwas zu warten. Irgendwann muss diese Pandemie ja auch ihr Ende finden und unser Sport wieder richtig durchstarten.

AMF-Generalsekretär Fehlmann im Interview AMF-Generalsekretär Fehlmann im Interview Die Antworten Teil 1 Die Antworten Teil 1

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