RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Landa Racing Bericht Rallye Rally Velenje
Fotos: Blaž Cimrmancic Photography

Rallyesport ist Emotion pur!

Als Vorbereitung auf die Rally Roma di Capitale (ERC) gedacht, wurde die Rally Velenje dieser Rolle überhaupt nicht gerecht. Sie erzeugte Druck, Fehler sowie Ratlosigkeit und warf das Landa Racing Project einfach ab.

Vorweg – die Rallye hatte doch etwas Gutes: auf 5 Sonderprüfungen kämpfte man mit 4 neuen Erfahrungen. Nicht nur die Rallye selbst war kompakt, sondern auch das Aufkommen der Probleme. An der Abarbeitung wird gearbeitet.

Die Rallye selbst war wohl eine der schwierigsten im kurzen Rallye-Dasein des Nikolai Landa. Zwei Sonderprüfungen, jeweils dreimal befahren, kaum Gerade, eine Kurve jagt die andere und zum Schluss bergab. Vom Schotter auf den Straßen – die Rallye war als Asphalt-Rallye ausgeschrieben – gar nicht zu sprechen. Mehr Cuts als so manche Rallye Kurven hat.

Diese Rallye war hervorragend organisiert und COVID19-Vorgaben wurden vorbildlich umgesetzt. Ab Freitagmittag Training, Samstag in der Früh Abnahme, gefolgt vom Start, Zielankunft am späten Nachmittag. Kompakter ist es kaum mehr möglich.

Nikolai Landa: „Im Vorfeld hat alles wunderbar gepasst, ich war hochmotiviert und natürlich war die Vorgabe, die Rallye als Vorbereitung für den ERC Lauf zu sehen. Immerhin muss das Auto zehn Tage später nach Rom gesandt werden.“

„Es waren 13 R2 Autos am Start. Ich wusste, dass dieser Umstand Nik sehr zu schaffen machen wird. Sind wir früher mit der Susi noch im leeren Raum – also nicht vergleichbar – gefahren, so sieht das nun anders aus. Und dann stehen noch wirklich Top-Fahrer am Start, wie zum Beispiel Waldherr, Grossi, Fakin und Mlinar“, ergänzend sein Copilot zur Ausgangssituation.

Die Rallye ist im Schnelldurchlauf rasch erzählt. SP1 seitlicher Einschlag in eine Steinmauer, zwei defekte Felgen, eine verbogene Hinterachse. SP2 massive Bremsprobleme. SP3 keine Probleme, aber glanzlos. SP4 massive Bremsprobleme, Highspeed-Dreher die Böschung runter. SP5 Überschlag. Aus.

„Ich habe mir selbst leider wirklich zu viel Druck auferlegt, obwohl jeder sagte, ich muss nichts beweisen, ich soll nur fahren und lernen. Es lief überhaupt nicht rund, obwohl ich anfangs sehr motiviert war und mich auf die Rallye wirklich freute“, Landa sichtlich enttäuscht.

Beppo Harrach und Nikolais Vater sind sich einig, dass es nicht besser kommen konnte. „Nik hatte alle seine Probleme bei einer Rallye erfahren, allemal effizienter als auf vier Rallyes aufgeteilt. Letztendlich war es nur eine Frage der Zeit“, so Vater und Co-Pilot Günter.

Nikolai Landa kennt nun das Gefühl, wenn Druck auf ihm lastet und auch die Situation von überhitzten Bremsen. Beides waren für ihn neue Erfahrungen. „Vor allem die Bremsprobleme waren in der Form völlig neu. Ich muss lernen, die Bremspunkte exakt zu suchen und konsequent zu bremsen. Leider bremse ich zu viele Kurven zwei bis dreimal an, das ist der Tod jeder Bremse. Zum Glück ist mir das wirklich hier passiert und nicht in Rom auf der 25km Prüfung. Das muss ich jetzt aufarbeiten“, so Landa.

Und weiter: „Ich habe mich bei meinem Team aufrichtig entschuldigt und bin sehr dankbar, dass alles darangesetzt wird, das Auto für Rom wieder startklar zu bekommen. Ich möchte mich auch bei den Fans vor Ort für die Hilfe bedanken, das Auto stand ja binnen Sekunden wieder auf den Rädern. Ich bekam auch viele tröstende Posts von unseren Fans, dafür bedanke ich mich auch recht herzlich.“

Günter Landa erzählt weiter von dem emotionalen Ausfall: „Wie man am Foto erkennen kann, war Nik am Boden zerstört und sehr mitgenommen. Als er danach sogar Standing Ovations bekam, waren wir bei sehr berührt.“

„Ich bin sehr dankbar für die Betreuung und Aufmerksamkeit, dir mir zuteilwird. Und dieser Dank gilt vom ganzen Herzen unseren Sponsoren und Förderern, meiner Familie, Beppo Harrach sowie den Mechanikern der DriftCompany, die gerade Unvorstellbares leisten!“, so abschließend der frisch gebackene ERC3 Junior Driver Nikolai Landa.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Roman Mühlberger im Exklusiv-Interview

Herbstrallye 2027 ORM? „Könnte möglich sein…“

Herbstrallye-Veranstalter Roman Mühlberger spricht über den großen Nennerfolg seiner Rallye und lässt aufhorchen: Ein Lauf zur TEC7 ORM 2027 wird nicht (mehr) ausgeschlossen…

AARC, Herbstrallye: Bericht

Alpe Adria: Die Entscheidungen sind gefallen

Die Entscheidungen um den Titel sind gefallen – Alpe Adria Rally Cup & Alpe Adria Rally Trophy bei einer stark besetzten und bestens organisierten Herbst Rallye!

Finale am Dreiländereck

Finale am Dreiländereck

In seiner jüngsten motorline-Kolumne berichtet der frühere ORF-Reporter Peter Klein von seinem Ausflug zur Herbstrallye.

Peter Klein Kolumne

Je größer die Schwierigkeit…

...die man überwindet, desto größer ist der Sieg! - motorline.cc-Kolumnist Peter Klein erzählt von seinem neuerlichen Besuch bei Marcel Neulinger - sein Bericht klingt zuversichtlich...

ARC, Herbstrallye: Vor dem Start

Die Herbstrallye 2026 startet durch!

Die Vorfreude ist überall zu spüren - im Raum Waidhofen an der Thaya und Dobersberg steigt an diesem Wochenende (23. & 24. Oktober) der große Rallye-Saisonabschluss mit dem Grande Finale der Austrian Rallye Challenge.

ARC, Herbstrallye: Bericht

Die Herbstrallye 2026 schreibt Geschichte!

Mit dem spannenden Showdown auf der letzten Prüfung, dem ersten Sieg von Raimund Baumschlager seit 2017 schreibt die Herbstrallye 2026 Geschichte. Doch auch der zunächst verloren scheinende ARC-Sieg von Rene Kiehtreiber, seine Aufholjagd boten Rallyesport vom Feinsten. Und: Gerolf Schuller jubelt als neuer ARC-Clubmeister.