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Rallye-ÖM Castrol-Rallye

Broken Wings

Man könnte es als eine ehrenvolle Niederlage bezeichnen, was Hans-Georg Lindner und Franz Blechinger bei der Castrol-Rallye erleben mussten.

Nach Wunsch verlief diese Veranstaltung, die dem Duo Lindner/Blechinger streckenmäßig durchaus entgegengekommen war, bei weitem nicht. Dennoch hinterließ das zurzeit stärkste Ford-Team aus Salzburg (Max Lampelmaier hatte wieder einmal Pech) auch bei der zweiten Rallye in Kärnten einen starken Eindruck.

Was Hans-Georg Lindner am meisten Kopfzerbrechen machte, lässt sich mit drei Worten zusammenfassen: Rosner, Porsche, Zündkerze. Am schlimmsten war die Zündkerze. Sie verhinderte drei Sonderprüfungen vor Schluss einen Podestplatz. Ein Zeitverlust von fünf Minuten ist eine brutale Angelegenheit. Vor allem, wenn die gegnerischen Fahrzeuge Porsche heißen.

Sportlich wurde diesmal alles von der Dominanz von Christian Rosner und Wolfgang Brunner mit ihrem Porsche 911 überstrahlt. Nichtsdestoweniger kämpften Hans-Georg Lindner und Franz Blechinger großartig wie eh und je und vermochten im Kampf gegen die übermächtige Porsche-Konkurrenz durchaus eine exzellente Figur abzugeben.

Schon zu Beginn hatte sich abgezeichnet, dass diesmal die Historic Trophy ganz im Zeichen von Porsche stehen würde, als Sepp Gruber in Führung gegangen war, der aber kurz darauf einen massiven Fahrwerksschaden erlitt. Von da an schlug für Christian Rosner die große Stunde, denn Sepp Pointinger, der mit ihm um die Spitzenposition buhlte, hatte bald darauf einen Vergaserbrand zu beklagen, der ihn weit zurückwarf. Nach dem vorläufigen W.O. von Pointinger war es kurzfristig Hans-Georg Lindner, der Rosner ins Schwitzen brachte, doch ab der sechsten SP sollte sich der PS-Vorteil des Porsche mit einem immer größeren Vorsprung bemerkbar machen. Vor allem beim Herausbeschleunigen aus engen Ecken und Kehren wurde deutlich sichtbar, wie sehr es dem Escort von Hans-Georg Lindner an Motorleistung fehlt. Mit dem gewohnten fahrerischen Einsatz versuchte er, die verlorene Zeit so gering wie möglich zu halten, und hätte damit zumindest den zweiten Platz bei den Historischen abgesichert. Eduardo Muner mit dem zweiten Porsche lag nämlich gegenüber Lindner über eine Minute zurück.

Diese Reihung wurde natürlich hinfällig, als eine der vier Zündkerzen ihre Funktion einstellte und mehrere Minuten draufgegangen waren. Auch Massimo Guerra, der zweite italienische Porsche-Pilot, profitierte von Lindners Rückfall. Wenigstens fand dadurch wieder ein Escort-Duell mit Sepp Pointinger statt, da die Fords durch den Zwischenfall im Klassement wieder zusammengeführt wurden. So wurde es auf den beiden letzten SPs noch einmal richtig dramatisch. Auf der allerletzten Prüfung, dem zweiten Durchlauf von Eggen-Glantschach, packte Hans-Georg Lindner noch einmal alle seine fahrerischen Tricks aus und setzte eine persönliche Bestmarke in Form einer 14. Gesamtzeit (noch vor Rosner). Auf den Drittplazierten Guerra fehlten ihm im Ziel nicht einmal zwei Sekunden!

Die Leistung hat also wieder gestimmt, und dass dem Escort durch den Zündkerzenschaden kurzzeitig die Flügel gestutzt wurden, war schlichtweg Pech. Die Meisterschaftsführung bleibt dadurch unangetastet, ebenso Hans Georg Lindners Ruf als einer der spektakulärsten Escort-Fahrer. Unbenommen ist auch sein Verdienst, das bislang sehenswerteste Historic-Match des Jahres genial aufgemischt zu haben.
Letztendlich also doch ein positives Resümee, auch wenn man sich vom Ergebnis mehr erwartet hätte.

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