RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

Erfolgreicher Testlauf, exzellente Kür

Bei seinem erst zweiten Rallye-Start hat Niki Glisic Junior nun endgültig seine Bewährungsprobe im Wettbewerb bestanden.

Dass er sich dafür ausgerechnet die schwierigste Rallye ausgesucht hatte, die in Österreich und dessen näherer Umgebung zu finden ist, gibt der positiven Bilanz noch einen höheren Stellenwert, umso mehr deswegen, weil der BMW M3 ja alles andere als das ideale Winterauto ist. Einmal zu viel am Gas, einmal nicht richtig eingelenkt, und die Pirouette ist unvermeidlich. Schlimmer noch ist es, wenn der Wagen in einer aufgeweichten oder verschneiten Wiese zum Liegen kommt. Da muss ein Fahrer wirklich all sein Können aufbieten, um das zu vermeiden bzw. – wenn es dazu kommt, möglichst geschickt zu manövrieren, um wieder auf die Strecke zurückzufinden, so schnell es geht.

Und dann war da ja noch die Tatsache, dass der gewohnte Wagen, der zuvor auch schon bei etlichen Safety-Car-Einsätzen seine Qualitäten bewiesen hatte, in fremder Hand bei einer Testfahrt vernichtet worden war, so dass in einem Gewaltakt ein Ersatz-BMW aufgetrieben und umgebaut wurde, und allzu wählerisch durfte man angesichts des Zeitdrucks nicht sein. Mit 300 PS lässt sich zwar viel anfangen, aber nicht bei einer Rallye, wo auf 290 SP-Kilometern vom welligen Asphalt über Rollsplitt und Glatteis bis hin zu Schneematsch alles vorkommt, was man als Autofahrer eher nicht so gern hat. Vor allem dann, wenn es plötzlich und unerwartet kommt. Der Motor zeigte seine beste Leistung erst bei hohen Drehzahlen, was vor allem beim Anfahren auf starken Steigungen zu erheblichen Schwierigkeiten führte.

Doch von all dem ließ sich Niki Glisic nicht verunsichern. Vielmehr fuhr er die Rallye in einem Stil, der selbst seine schwerwiegende Behinderung vergessen ließ. Um die Platzierung konnte es bei dieser Rallye nicht gehen, dafür war das Handicap hinsichtlich Traktion und Handling einfach zu groß. Es war schon eine gewaltige Leistung, bei dieser schwierigen Rallye, wo trockene Fahrbahn und Glätte sich abwechselten und wo auch viel bei Dunkelheit gefahren wurde, überhaupt durchzukommen. Unzählige von der Strecke abgekommene Wagen, von denen die SPs gesäumt waren, zeugten vom hohen Schwierigkeitsgrad dieser Rallye. Ein enorm anspruchsvoller Job, das heil zu überstehen und dabei auf Zeit zu fahren, auch Beifahrer Alfred Glaser leistete hier wertvolle Dienste.

Unbestritten ist in jedem Fall die optische Attraktion, die von Niki Glisic dargeboten worden war. Mit Schräglagen, wie sie Sepp Haider nicht schöner produzieren könnte, war er abseits von WRC & Co einer der meistbestaunten Fahrer bei dieser an hochkarätigen Teilnehmern nicht armen IQ-Jänner-Rallye des Jahrgangs 2005. Dass dabei der BMW das eine oder andere Mal an die Schneewände angelehnt worden war, unterstreicht lediglich den enormen Einsatz. Den fast programmgemäßen Aufenthalt in einem Schneefeld gab es ebenfalls, aber im Gegensatz zu vielen anderen schaffte es Niki, die Rallye gleich darauf wieder fortzusetzen. Auch ein Reifenschaden auf der SP Lasberg-St. Oswald kostete etwas Zeit. Dafür war Niki dort, wo alles gut lief, umso schneller, wie etwa die drittschnellste Gruppe H-Zeit auf SP 17 Gutau-Pregarten bewiesen hatte. Dies war die einzige SP, wo Niki statt Spikereifen Regenreifen verwendet hatte, die Straßenlage war dadurch um einiges stabiler.

Zu dem unheimlich starken Erlebnis von Show und Drift kam in der Endphase noch ein abgerissener Auspuffkrümmer, was dem ohnedies auffälligen BMW M3 eine noch viel grimmigere Akustik verliehen hatte. Der Motor gab deswegen Klänge von sich, die denen eines amerikanischen Bigblock-Achtzylinders, den Carroll Shelby höchstpersönlich präpariert hatte, nicht unähnlich waren. Die Stimmung beim Publikum wurde dadurch zusätzlich angeheizt, wie auch die Motortemperatur, was eine extrem verhaltene Fahrweise auf der langen Abschluss-SP Aisttal II erzwungen hatte. Sonst wäre der BMW womöglich abgebrannt.

Neben der enormen Sympathie seitens des Publikums, die das Team Glisic/Glaser sicherlich zu Recht bekommen hatte, war auch die positive Resonanz seitens zahlreicher Sportskameraden beeindruckend. Als besonders netter Gesprächspartner während der Regroupings zeigte sich Ex-Profi Herbert Grünsteidl, der nebenbei mit einigen wertvollen Informationen über optimale Fahrtechnik geholfen hatte. Vor allem bedankt sich die Besatzung von Petschl-Motorsport bei Markus Benes, der seinen Aufschrieb zur Verfügung gestellt hatte, sowie bei den Mechanikern um Karl Trisko, die in Rekordzeit den neu erworbenen Wagen rallyefertig gemacht hatten.

Man darf sich schon jetzt auf die nächste Rallye des schnellen Studenten freuen, wo er dann, unter besseren Bedingungen, sicher auch im Ergebnis noch weiter vorne zu finden sein wird.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

ORM/ARC, ET König Rallye: Zeremonienstart

Heute Abend geht es in Judenburg los!

Mit dem Zeremonienstart wird die ET König Rallye powered by Peter Hopf Erdbau offiziell eröffnet / Morgen und am Samstag regieren die Gasfüße / Das Wetter wird besser und wärmer, aber noch nicht ganz stabil

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ET König Judenburg Rallye: Bericht AARC

Steinbock/Bachmayer übernehmen AART-Führung

Steinbock/Bachmayer übernehmen die Führung in der AART Zwischenwertung und Max & Ben Maier sind nach der „ET-König Rallye powered by Peter Hopf“ die neuen Leader in der AARC!

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ARC, ET König Rallye: Vorschau Neulinger

Marcel Neulinger jagt vierten Saisonsieg

Nach dem dem erfolgreichen Debüt in der Junior-Rallye-Europameisterschaft peilt Marcel Neulinger beim vierten Lauf zur TEC7 ORM in der Steiermark den vierten Saisonsieg an!

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg