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Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

Don’t worry, be happy

Trotz eines etwas frustrierenden Auftakts ließ sich Bernd Rothensteiner nicht aus der Ruhe bringen, am Ende reichte es sogar zum Klassensieg.

Erfolg und Mißerfolg zugleich erlebten Bernd Rothensteiner und Xaver Hiebner bei der ersten Ausgabe der Ostarrichi-Rallye, die in den letzten zehn Jahren – mit einer etwas anderen Streckenführung – unter dem Namen „Pyhrn-Eisenwurzen-Rallye“ geführt wurde.

Grundsätzlich liegen bei einer Rallye die Faktoren Kunst und Kunstfehler dicht beieinander, auch bei den Besten, wobei es diesmal besonders leicht passieren konnte, ein fatales Mißgeschick zu begehen, das entweder zum sofortigen Ende der Rallye führt oder das Ergebnis erkennbar beeinflußt.

Rein grundsätzlich war die Teilnahme von Bernd Rothensteiner in der FIA European Historic Sporting Rally ein hocherfreuliches Faktum, immerhin zeigte er sich als einer der schnellsten Teilnehmer und als gerne gesehene Bereicherung.

Leider erlitt er schon auf der ersten Prüfung, wie alles andere bei dieser unter trüben Wetterverhältnissen gelaufenen Ostarrichi-Rallye eine ziemliche Rutschpartie, einen Ausritt, der wohl gute vier Minuten gekostet hatte. Daraus ergab sich schon von Beginn an eine etwas trostlose Ausgangsposition, was klarerweise eher demotivierend als motivierend wirkt.

Es folgte eine Aufholjagd im Stil eines skandinavischen Rallye-Jungstars der Siebziger Jahre – das Beste, was man aus so einer Situation machen kann (wenn nichts dabei schiefgeht – es ging nichts schief). Eine Aktion, die erst im Lauf des Samstages seinen wahren Erfolg zeigte, dann aber umso sichtbarer.

Erst als sich Bernd Rothensteiner hinter Ossi Posch an der siebenten Stelle befand, wurde es wieder zäh, denn hier war der Rückstand doch relativ groß, und Ossi Posch war bei seinem ersten Start mit einem Einser-Escort zwar nicht so schnell wie die Stars der Klasse, aber doch stärker als erwartet. Am Schluß stellten am Motor von Posch zwei Zylinder ihre Arbeit ein, und Rothensteiner konnte problemlos auf den sechsten Platz vorfahren.

Es war nicht zu übersehen, daß Bernd Rothensteiner während der gesamten Rallye sehr bemüht agiert hatte und mit viel Herz gefahren ist, dafür spricht vor allem die Tatsache, daß ihm mit dem Einser-Escort einige Top-Drei-Zeiten auf den SP’s gelungen sind.

Und das, obwohl er eigentlich nicht als erklärter Anhänger von Regenrallyes gilt. Rein von der fahrerischen Leistung war er nicht weit von dem Level entfernt, den Hans-Georg Lindner und Josef Pointinger gezeigt hatten, die Vertreter der Top-Klasse bei den Historischen.

Klarerweise wurde er durch den Ausrutscher auf der Eröffnungsprüfung etwas unter seinem Wert geschlagen, sonst wäre es um einiges spannender gewesen, aber es spricht für ihn und seine Begeisterungsfähigkeit als Sportsmann, daß er trotz des frustrierenden Erlebnisses zu Beginn nicht aufgegeben hatte und statt dessen vollen Einsatz erkennen ließ.

Dennoch war er clever genug, nichts kaputtzumachen und die Rallye sicher zu beenden, und so wurde es am Ende doch noch ein sehr schönes Ergebnis. Überdies wurde die hervorragende Leistung noch mit einem Klassensieg und daher mit einem Pokal belohnt (erster Platz C3-Wertung in der Historischen Europameisterschaft). Die oft schon erfolgreiche Partnerschaft mit Beifahrer Xaver Hiebner hat wieder einmal ihre Klasse gezeigt.

Bei einer Rallye mit so starker internationaler Besetzung 13 Plätze aufzuholen, kann man auf jeden Fall als sehr aussagekräftigen Qualitätsbeweis betrachten. Und natürlich fällt es auch von außen auf, wenn jemand sich bei einer Rallye so richtig ins Zeug legt. Somit wurden auch die Besucher der Rallye, die sich von dem miserablen Wetter nicht abschrecken ließen, mit einer sehenswerten Vorführung belohnt. Hier lebt er wirklich, der Geist der Siebziger Jahre.

Eines ist klar: Eine Teilnahme von Bernd Rothensteiner ist für einen echten Rallyefan immer ein Grund zur Freude. Und da machte die Ostarrichi-Rallye keine Ausnahme.

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