RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Rallye Weiz

Spektakulärer Ausflug ins Grüne

Martin Kalteis und Günter Lang über ihren spektakulären Abflug auf SP 2 der Rallye Weiz – denn dort, im tiefen Wald, lag schon ein anderer…

Fotos: Rallye Team Abst

Die Rallye Weiz, in der Steiermark, dem grünen Herzen Österreichs. Traumhafte Sonderprüfungen mit interessanten Talfahrten warteten auf die Teilnehmer der diesjährigen Rallye Weiz. Es sollte die beste Rallye Weiz werden, die es je gegeben hat, ließ der Veranstalter verlautbaren. Ob dem so war müssen die unzähligen Zuschauer beurteilen, die an die Strecken gepilgert waren.

Sicher ist, dass es eine Rallye war, die dem Team Rallye ABST noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Die Allradkonkurrenz wartete mit einigen Spitzenpiloten auf, gegen die es sich zu behaupten galt. Dementsprechend motiviert startete das Team Martin Kalteis/Günter Lang in die erste Sonderprüfung, bei der man den gemeinsamen Rhythmus zwar nicht ideal fand, jedoch die gefahrene achtbeste Sonderprüfungszeit für Zufriedenheit im Cockpit sorgte.

Als bestes Nicht-S2000/S1600-Fahrzeug wussten die beiden Piloten, dass es - wie schon so oft in dieser Saison - am Speed nicht scheiterte. Motiviert und mit einem guten Gefühl für den Allradler fraß man buchstäblich die ersten Kurven der zweiten Sonderprüfung. Doch die Freude am Fahren sollte bereits nach etwa 6 km ein jähes, aber auch spektakuläres Ende nehmen...

Eine „Rechts 3“ stellte sich bei rennmäßiger Durchfahrt als keine Rechts3 heraus. So folgte ein tangentialer Richtungswechsel aus dem enger werdenden Kurvenradius, von dem aus bis dahin nur die Asphaltkanten zu erkennen waren. Vier nicht uninteressierte Augen warteten beim Überfahren dieser Kante darauf, dass sich der Mitsubishi mit der Motorhaube etwas nach vorne zu neigen begann, um zu sehen welche „Herausforderung“ denn es nun zu bewältigen gab. Die hinter der Kante steil abfallende Wiese ließ noch etwas auf Schadensbegrenzung hoffen. Jedoch deuteten der relative hohe Geschwindigkeitsüberschuss, die steile Leite und der am Ende der Wiese befindliche Wald auf einen eher unfreundlichen Empfang hin.

So gelang es nur noch den vorprogrammierten Blechsalat umzudrehen um die weitere Reise, mit dem Heck voran, nicht mehr mit ansehen zu müssen. Doch der Wald sollte nur ein kleiner Teil des großen Kinos werden, denn bereits am Waldrand fiel der Boden mehrere Meter tief in ein Bachbett ab, in dem man nach einem „Streifschuss“, an einem Baum, mit dem Heck voraus zum Stillstand kam.

Doch der große Schock folgte erste beim zufälligen Blick in den Rückspiegel. „Da liegt schon einer“ - und zwar der Subaru von Robert Zitta und Peter Stemp. Die Angst, die beiden unter sich begraben zu haben konnte zum Glück in dem Moment beiseitegeschoben werden, als diese sich lautstark „beschwerten“, dass man sie beim Einschlag neben ihrem Auto stehend von oben bis unten mit Schlamm paniert hatte.

Die beiden Teams blieben bei ihren Ausflügen ins Grüne vollkommen unverletzt, wenngleich der Abflug des Teams Zitta/Stemp sogar mit einem siebenfachen Überschlag vonstattenging. Den zugefügten Heckschaden am Subaru durch den herabfallenden Mitsubishi kommentierte Robert nur mit: “Des is a scho Wuascht!“. Mit der Feuerwehr Heilbrunn, die einen perfekten Job ablieferte und sehr behutsam mit den Fahrzeugen umging, begann die gemeinsame Bergung.

Mit gemeinsamer Kraft der Feuerwehrmänner, Mechaniker und Piloten beider Teams, und der voll ausgenutzten Länge der 90m-Seilwinde der Feuerwehr konnten bis zum Abend beide Fahrzeuge geborgen werden. Aber es sind eben genau diese Erlebnisse, die den Rallyesport zu dem machen, der er ist: Spektakulär, schnell, und oft mit unerwartetem Ausgang…

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Rallye Weiz

- special features -

Weitere Artikel:

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP13)

Hyundai-Drama sorgt für offenen Titelkampf

Oliver Solberg dominiert auf Sardinien und profitiert vom Pech der Hyundai-Piloten: Elfyn Evans liegt nur noch sechs Punkte vor dem Schweden

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Friedl

Schreckmoment – Improvisieren gefragt

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten mit dem AUTOFUN - Ford Fiesta Proto mit viel Improvisation wichtige Punkte in der ARC Challenge einfahren.

WRC, Sardinien: Kurzvorschau

Das Thriller Finale auf Sardinien

Drei Titelkandidaten beim vorgezogenen Grande Finale. Kevin Raith/Claudia Maier sind nach Absage von Keferböck/Minor die einzigen Österreicher.

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Mayer

Neues Geschäftsmodell im Hause Mayer

Die Familie Mayer aus Gießhübl hat ihr Portfolio erweitert: Neben dem Autohaus in Gießhübl und der Landwirtschaft in Kaltenleutgeben wurde nun die Mayer Motorsport S.R.O. ins Leben gerufen.

Austrian Rallye Legends 2026

ARL sind bereit für die zwölfte Ausgabe

Zum zwölften Mal werden bei den Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ (24. bis 26. September) die „goldenen Rallye Jahre“ wiederbelebt. Drei Tage lang wird bei freundlich-familiärer Atmosphäre die Freude am Historischen Rallyesport zelebriert.

WRC, Sardinien: Bericht Raith Tag 3

Tolle Leistung auf brutalem Terrain

Kevin Raith und Copilotin Claudia Maier liegen nach dem dritten Tag der WM-Rallye in Sardinien auf einem fantastischen Top-ten-Platz in der WRC2-Wertung / Morgen letzter Tag der WM-Saison 2026