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ORM: Schneebergland-Rallye

Rallye, quo vadis?

Schneebergland-Pressechef Manfred Kimmel über die Zukunft des heimischen Rallyesports - ein Kommentar, einfach zum Nachdenken.

Foto: Daniel Fessl
Ein Kommentar von Manfred Kimmel

Auch wenn der Weg die österreichische Rallyeszene kurzfristig vom spektakulären Motorsportfest im Schneebergland nach Weiz in die Steiermark führt, könnte längerfristig der Gang nach Canossa blühen.

Was ist passiert?
Die Liste der Problemzonen im österreichischen Motorsport ist besonders dieses Jahr länger denn je. Anfänglich gab es umstrittene Klassementtrennungen bei internationalen Veranstaltungen, verbunden mit Reglementschwierigkeiten in Festlegung und Auslegung, die sich später noch verhärteten, was letztendlich im Rücktritt namhafter Motorsportler gipfelte. Dazu Quereleien persönlicher Natur unter Beteiligten in der Öffentlichkeit, dadurch ist ein Rückgang im Besucherinteresse kaum verwunderlich.

Dass dieses Problem allerdings nicht nur die österreichische Rallyeszene, sondern auch die Internationale, sowie andere Motorsportserien (zum Beispiel Formel 1 oder Tourenwagen) trifft, wird dabei kaum beachtet.

Was dagegen tun?
Vermutete Lösungsansätze gibt es viele. Besonders international wird der Schwarze Peter oft einer schlechten Vermarktung zugeschoben - in Österreich versucht man seit längerem mit Hilfe der Interessengemeinschaft (IG) Rallye diesen Bereich zu forcieren. Trotz ständiger, intensiver Tätigkeit war dies auch nicht der Weisheit letzter Schluss, was erst kürzlich durch den Rücktritt des Organisationskomitees der Jännerrallye offensichtlich wurde.
Alternativ wird immer auch der Kostenfaktor verantwortlich gemacht, sowohl für Aktive als auch Zuseher sei der Sport deswegen uninteressanter, weil teurer geworden.

Vielleicht bringt eine starke mediale Aufbereitung in TV-, Printmedien und dem Internet und kostengünstigere Einsätze wieder mehr Interesse und Zuwendung seitens der Zuseher und Aktiven.

Vielleicht reicht es aber auch aus, die eigene Motorsportpassion unseren unerfahrenen Mitmenschen auf persönliche, positiv-höfliche Art zu vermitteln, die Action auf der Strecke anzusprechen, die harte Arbeit im Servicepark zu beschreiben, die Belastung von Mensch und Maschine zu erwähnen?

Vor wenigen Jahren las man immer wieder über die österreichische "Rallyefamilie". Auch wenn dieser Begriff in letzter Zeit in der Medienlandschaft leider verloren gegangen ist, die Bedeutung dahinter ist brandaktuell: Der Zusammenhalt untereinander.

Neid und Missgunst sind trotz sportlichem Ehrgeiz im Kampf um Sekunden fehl am Platz! Vielmehr sollte gegenseitiges Verständnis und Hilfe regieren. Bei (Formal-)Fehlern, die auch die menschliche Seite des Motorsports zeigen, führt eine konstruktive Zusammenarbeit eher zu Lösungen als aggressive Konfrontation.

Es bleibt zu hoffen: Wenn alle Beteiligten, Funktionäre und Organisatoren, Teammitglieder und Zuseher sich dies zu Herzen nehmen, findet der Motorsport in Österreich vielleicht wieder auf die Erfolgsstraße.

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