RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Schneebergland-Rallye

Rallye, quo vadis?

Schneebergland-Pressechef Manfred Kimmel über die Zukunft des heimischen Rallyesports - ein Kommentar, einfach zum Nachdenken.

Foto: Daniel Fessl
Ein Kommentar von Manfred Kimmel

Auch wenn der Weg die österreichische Rallyeszene kurzfristig vom spektakulären Motorsportfest im Schneebergland nach Weiz in die Steiermark führt, könnte längerfristig der Gang nach Canossa blühen.

Was ist passiert?
Die Liste der Problemzonen im österreichischen Motorsport ist besonders dieses Jahr länger denn je. Anfänglich gab es umstrittene Klassementtrennungen bei internationalen Veranstaltungen, verbunden mit Reglementschwierigkeiten in Festlegung und Auslegung, die sich später noch verhärteten, was letztendlich im Rücktritt namhafter Motorsportler gipfelte. Dazu Quereleien persönlicher Natur unter Beteiligten in der Öffentlichkeit, dadurch ist ein Rückgang im Besucherinteresse kaum verwunderlich.

Dass dieses Problem allerdings nicht nur die österreichische Rallyeszene, sondern auch die Internationale, sowie andere Motorsportserien (zum Beispiel Formel 1 oder Tourenwagen) trifft, wird dabei kaum beachtet.

Was dagegen tun?
Vermutete Lösungsansätze gibt es viele. Besonders international wird der Schwarze Peter oft einer schlechten Vermarktung zugeschoben - in Österreich versucht man seit längerem mit Hilfe der Interessengemeinschaft (IG) Rallye diesen Bereich zu forcieren. Trotz ständiger, intensiver Tätigkeit war dies auch nicht der Weisheit letzter Schluss, was erst kürzlich durch den Rücktritt des Organisationskomitees der Jännerrallye offensichtlich wurde.
Alternativ wird immer auch der Kostenfaktor verantwortlich gemacht, sowohl für Aktive als auch Zuseher sei der Sport deswegen uninteressanter, weil teurer geworden.

Vielleicht bringt eine starke mediale Aufbereitung in TV-, Printmedien und dem Internet und kostengünstigere Einsätze wieder mehr Interesse und Zuwendung seitens der Zuseher und Aktiven.

Vielleicht reicht es aber auch aus, die eigene Motorsportpassion unseren unerfahrenen Mitmenschen auf persönliche, positiv-höfliche Art zu vermitteln, die Action auf der Strecke anzusprechen, die harte Arbeit im Servicepark zu beschreiben, die Belastung von Mensch und Maschine zu erwähnen?

Vor wenigen Jahren las man immer wieder über die österreichische "Rallyefamilie". Auch wenn dieser Begriff in letzter Zeit in der Medienlandschaft leider verloren gegangen ist, die Bedeutung dahinter ist brandaktuell: Der Zusammenhalt untereinander.

Neid und Missgunst sind trotz sportlichem Ehrgeiz im Kampf um Sekunden fehl am Platz! Vielmehr sollte gegenseitiges Verständnis und Hilfe regieren. Bei (Formal-)Fehlern, die auch die menschliche Seite des Motorsports zeigen, führt eine konstruktive Zusammenarbeit eher zu Lösungen als aggressive Konfrontation.

Es bleibt zu hoffen: Wenn alle Beteiligten, Funktionäre und Organisatoren, Teammitglieder und Zuseher sich dies zu Herzen nehmen, findet der Motorsport in Österreich vielleicht wieder auf die Erfolgsstraße.

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Schneebergland-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

ARC, Lavanttal Rallye: Bericht Nothdurfter

Frühlingsstimmen

So wie bei der aktuellen Wetterlage zeichnet sich auch bei den Rallye-Aktivitäten von Alfons Nothdurfter eine deutliche Aufhellung ab. Der Ford Fiesta Proto läuft zwar noch nicht ganz perfekt, aber es waren deutliche Fortschritte gegenüber den bisherigen Rallyes erkennbar.

Achim Mörtl Kolumne: Rückblick Lavanttal

Achim Mörtl: "Lengauer schneller als er kann"

"Simon Wagner fährt so schnell wie er muss, Michael Lengauer fuhr schneller als er kann" - so lautet die Analyse unseres motorline.cc-Kolumnisten, Ex-Staatsmeister Achim Mörtl.

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Rosenberger

Der "Technikteufel" war erneut aktiv

Nach den Troubles auf Mallorca war der „Technik-Teufel“ nun auch in Portugal aktiv - Der Subaru Impreza GT Turbo Gr. A von Autosportif blieb schon nach SP1 stehen
- Rosenberger & Co Schwarz glänzten danach mit SP-Bestzeiten und Klassensieg

Ott Tänak zurück bei Toyota

Ex-Weltmeister jetzt Testfahrer für 2027

Ott Tänak, der einst mit Toyota den WRC-Titel errang, kehrt zu seinem damaligen Arbeitgeber zurück: Als Testfahrer für das neue Auto aus Basis der 2027er-Regeln

ARC, Lavanttal: Bericht Gschwandner

Rallyefahrende Fahrschullehrer mit „Bildungsauftrag“

Der Obmann der Austrian Rallye Challenge und des MCL 68 fuhr nach siebenjähriger Pause wieder eine gezeitete Rallye. Traditionelle Rallye als Bühne für wichtiges Verkehrssicherheitsprojekt.

WRC Kroatien: Bericht K4 Rally Team

Tabellenführung im WRC Masters Cup zurückerobert!

Mit einem klaren Sieg im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der WM-Rallye in Kroatien die Tabellenführung zurückerobern. Schon in zwei Wochen soll ein weiterer Masters-Sieg eingefahren werden. Johannes ist top motiviert: „Auf Gran Canaria volle Attacke!“