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Groß gegen Klein: wo am besten Auto ver/kaufen?

Zu sagen, welcher Online-Marktplatz für Autos und Co. der beste ist, ist unmöglich. Ein Vergleich macht trotzdem Sinn, denn jeder hat so seine ganz eigenen Spezialgebiete. Wir haben analysiert, wie es auf den einzelnen Plattformen um Angebot, Verkaufschancen, Technologie und Co. bestellt ist.

Johannes Posch

Wer heute ein Auto kaufen oder verkaufen möchte, hat viele Entscheidungen zu treffen. Das war immer schon so. Heute aber wird eine neue immer wichtiger - nämlich über welche Online-Plattform man sich auf die Suche nach seinem neuen Begleiter machen möchte - oder über welche man eben ein neues Zuhause für sein aktuelles Gefährt sucht. Der Reigen an Web-Marktplätzen ist nämlich bunt geworden. Von – spitzzüngig formuliert – Überbleibseln aus früheren Tagen wie dem Bazar über neue Angebote mit „App-First“-Ansatz ala Shpock, bis hin zu den klassischen Platzhirschen Willhaben und AutoScout24 ist alles dabei. Wir haben uns - auch weil es ohnehin für den hier am Werk befindlichen Redakteur gerade galt ein Auto zu veräußern - die aktuelle Lage angesehen und versucht einen Überblick zu den Stärken und Schwächen der einzelnen Plattformen zu liefern.

Eines gleich vorweg ...
Egal ob man ein Auto sucht oder loswerden möchte: An den beiden Marktführern Willhaben und AutoScout24 führt eigentlich kein Weg vorbei. Keiner hat ein größeres Angebot oder bietet größere Verkaufschancen als die beiden – vor allem dann natürlich, wenn man ihre jeweiligen Töchter car4you.at (Willhaben) und gebrauchtwagen.at (Scout24) noch dazurechnen würde, wovon wir in diesem Vergleich aber abgesehen haben. Mehr noch: Als „Sub-Angebote“ der beiden Plattformen haben wir sie gleich ganz aus der Tabelle geworfen, um eine möglichst breite Übersicht bieten zu können. Immerhin sind die Angebote über weite Strecken ohnehin identisch mit denen ihrer jeweiligen Dachmarken.

Zudem kann man im Falle von car4you.at als Privatperson keine Inserate erstellen - das ist Händlern vorbehalten. Wir wollten uns aber auf Plattformen beschränken, bei denen beides - Kaufen und Verkaufen - als Privater möglich ist.

Heißt gleichzeitig: Wer vorrangig nach einem Auto sucht, sollte auch den Seiten Weltauto.at (für Händler aus dem Porsche-Konzern, 21.341 Inserate zum Testzeitpunkt), Mobidrome.com (auch ein Produkt der Porsche Holding, aber markenoffen / 68.634 Inserate) oder zweispurig.at (ebenfalls markenoffen / 7.731 Inserate) eine Chance geben.

Alle Macht dem Privatverkäufer
Doch zurück zu unseren Vergleichs-Probanden: Obgleich das „Willhaben gegen AutoScout24“ lautende Duell um die Gebrauchtwagenbörsen-Krone nicht zu leugnen ist, haben doch alle Plattformen so ihre ganz eigenen Steckenpferde. Willhaben etwa tat sich beim schieren Angebot an Fahrzeugen besonders hervor. Egal ob stark nachgefragte Massenware (getestet wurde die Suche nach einen VW Golf aus 2011), Exoten (in unserem Fall einem Caterham Seven) oder einspurige Fahrzeuge und „Sonstiges“: mehr Treffer gab es nirgends. Außer natürlich, man möchte sich nicht, so wie wir, bei seinen Kauf- und Verkaufsbemühungen rein auf den österreichischen Markt beschränken, sondern grenzübergreifend agieren. Das geht bei AutoScout24 (und deren Nutzfahrzeug-Pendent TruckScout24) ebenso wie bei Ebay, Shpock oder aber dem deutschen Marktführer Mobile.de, der nebenbei auch in Sachen Usability vielleicht noch einen Tick weiter ist als die österreichischen Plattformen.

Technisch am anderen Ende der Skala findet sich die „graue Eminenz“ in unserer Übersicht: der Bazar. Witzig irgendwie, dass dann ausgerechnet und ausschließlich hier, wo auch Print-Inserate Teil des Angebots sind, Video-Uploads angeboten werden. In Sachen Bildqualität schlug dann die Stunde von Ebay. Die Plattform bietet mit Abstand die höchsten Bildauflösungen. In Puncto „Geschwindigkeit“ der Anzeigenerstellung konnte dafür Shpock niemand das Wasser reichen ... zumindest, wenn man Smartphone-affin ist. Kehrseite der Shpockschen Usability-Medaille: Auto-spezifische Filter-Möglichkeiten sind bei der „App-First“-Startup-Plattform Mangelware. Vor allem im Vergleich zu den Spezialisten wie Willhaben, AutoScout24 oder mobile, wo die letzten beiden sogar schon die Möglichkeit bieten, nach Schadstoffklasse und Plaketten-Farbe zu filtern. In Zeiten wie diesen eine feine und wichtige Sache.

Harte Zahlen
Doch kehren wir zum Ende noch einmal zu harten Zahlen zurück – den Zugriffen nämlich. Laut unserer Erhebung über das unabhängige Tool Similarweb (nur Shpock und Willhaben sind bei der ÖWA gelistet) ist Willhaben am österreichischen Markt klarer Zugriffs-König, gefolgt von AutoScout24, mobile.de und gebrauchtwagen.at. Das machte sich auch während unseres eigenen Fahrzeugverkaufs ohne bezahlte Boost-Unterstützung bemerkbar: Nirgends war die Rückmeldung auf das inserierte BMW Z4 Coupé größer, nirgends waren die Zugriffe höher (924 auf Willhaben, 457 auf AutoScout24, überall sonst deutlich niedriger). Und ja, es wurde erfolgreich verkauft; über Willhaben.at.

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