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Erfrischend

Es hat lang gedauert, bis sich wieder jemand getraut hat, ein einfaches Auto zu bauen. Citroen wagte es mit dem Cactus. 99-PS-Diesel im Test.

Michael Hintermayer

Das "C4" in der Modellbezeichnung deutet nach Citroen-Namensgebung auf ein Auto aus der Kompaktfamilie hin - der Größe von 4,16 Metern nach korrekt, technisch ist der Cactus jedoch zum Großteil ein C3. Wir testen den stärkeren Diesel (BlueHDI) mit 99 PS und manuellem Schaltgetriebe.

Die Frontpartie verzichtet auf einen Kühlergrill, trägt dafür auf jeder Seite zwei getrennte, übereinander platzierte Scheinwerfereinheiten und zwei farblich abgesetzte Kunststoffpanele mit ovalen Ausbeulungen - sogenannte Airbumps.

Dabei handelt es sich um mit Luft gefüllte Polyurethan-Elemente, von denen es rund ums Auto insgesamt 34 gibt. Die Airbumps können bis zu zwei Zentimeter tief einfedern, ohne dass Kunststoff oder Karosserie beschädigt werden.
Der Widerspruch von Form (chic) und Funktion (einfach) sollte beim Cactus vielleicht irritieren, tut es aber nicht.

Was die Entwickler an Technik und Luxus gespart haben, investierten sie in witzige Details und Gewichts- sowie Kostenersparnis. Vor allem der Innenraum zeigt, wie man mit geringem finanziellem Aufwand ein nicht nur ansehnliches, sondern auch eigenständiges Cockpit hinbekommt.

Statt Tacho und Drehzahlmesser gibt es hinterm Lenkrad einen kleinen Bildschirm, der Tempo und Tankfüllstand zwar nur einfarbig darstellt, dank scharfer Bilder aber durchaus hochwertig wirkt. Radio, Heizung und Navi werden über einen farbigen Touchscreen in der Mittelkonsole (allerdings etwas umständlich) bedient, so dass im Cockpit ansonsten kaum Knöpfe und Schalter zu finden sind.

Nette Details wie die Lederschlaufen als Türgriffe oder das extra große Handschuhfach lassen den Kostendruck schnell vergessen. Spürbar wird er wieder anhand der Fondscheiben, die sich nicht versenken, sondern lediglich ausstellen lassen. Spart neben den Kosten immerhin auch Gewicht - laut Citroen acht Kilogramm.

Durch den Einsatz von Aluminium und hochfestem Stahl soll sich das Leergewicht des Citroën C4 Cactus sogar um bis zu 200 Kilogramm reduziert haben, sodass das Basismodell nur noch 1.040 Kilogramm auf die Waage bringt.

Störend allerdings, dass sich die Lehne der Rückbank nur im Ganzen, nicht aber im gewohnten 2:1-Verhältnis, umlegen lässt. Zudem bildet sie dann eine Stufe im Laderaumboden. Das Bestücken des sowieso mit einer hohen Ladekante versehenen Kofferraums, der 348 bis 1.170 Liter fasst, wird dadurch nicht einfacher.

Auch nach einem Rollo für das große Panoramadach (490 Euro) im Testwagen sucht man vergeblich. Stattdessen wurde das Glas getönt - nicht ganz so effektiv wie eine Abdeckung, aber viel besser als nichts. Pfiffig: Um im Cockpit Platz für das gut zu erreichende und extra große Handschuhfach zu schaffen, wanderte der Beifahrer-Airbag unters Dach.

Wie sich der Citroen C4 Cactus BlueHDi fährt, wie viel er verbraucht und kostet, erfahren Sie nach Klick auf diesen Link.

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Citroen C4 Cactus BlueHDi 100 - im Test

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