Rallye Weiz: Vorschau ARC | 13.07.2026
ARC-Teams beim Treffen der Generationen in Weiz
Bei der Rallye Weiz (17. & 18. Juli) ist alles vertreten: Von den Legenden der Historischen Rallye Europameisterschaft bis zu den elektrischen GSE-Boliden. Mittendrin kämpfen 21 Teams der Austrian Rallye Challenge um weitere ARC-Punkte.
Am kommenden Wochenende steigt rund um die oststeirische Stadtgemeinde Weiz die fünfte von insgesamt neun Rallyes im gut gefüllten Kalender der Austrian Rallye Challenge. Die Rallye Weiz zählt zur Historischen Rallye Europameisterschaft (EHRC), zur Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft (ORM), zum ADAC Opel GSE Rally Cup und eben zur Austrian Rallye Challenge (ARC).
21 ARC-Teams nützen die Gelegenheit, an diesem illustren Treffen der Generationen teilzunehmen und dabei um ARC-Punkte zu kämpfen. Wie immer bei gemeinsamen Rallyes mit der TEC7 ORM zählt für die Challenge der zweite Rallyetag - am Samstag, den 18. Juli stehen acht Sonderprüfungen über 99,6 SP-Kilometer auf dem Programm, darunter Kult-Prüfungen wie Kogelhof, Gollersattel oder der Rundkurs Naas.
Lindner kommt als klarer ARC- und ARCH 2WD-Leader
Bei noch fünf offenen Rallyes ist in der Clubmeisterschaft freilich noch nichts entschieden. Allerdings kommt Hans Georg Lindner als starker Tabellenleader nach Weiz. Der 56-jährige Salzburger Pilot eines historischen Ford Escort RS 1600 weist bereits einen stolzen Vorsprung von 35,5 Punkten auf. Auf dem „heißen Sitz“ seines Escort wird wieder seine steirische Copilotin Hermelinde Schütter Platz nehmen.
Lindner, der 1998 seine erste Rallye fuhr, kommt bereits zum sechsten Mal zur Rallye Weiz und outet sich als Fan dieser Rallye: „Die Rallye Weiz ist ganz speziell - eine wirklich schöne Rallye. Da hast du sehr schöne Sonderprüfungen - da ist alles dabei, was man sich als Rallyepilot wünscht. Meistens regnet es irgendwann, da hast du dann ein richtiges Sauwetter. Aber mir ist es immer gut gegangen bei dieser Rallye.“ Lindner startet mit Nummer 26 nur am Rallyetag im Feld der nationalen Historischen. In der Historischen Auszugswertung ARCH 2WD führt Lindner bereits mit 23 Punkten Vorsprung auf Christian Rosner, der in Weiz nicht an den Start geht. Wegen einer Knieverletzung kurzfristig absagen musste Kurt Niederreiter, der wie Lindner einen Ford Escort RS 1600 pilotieren wollte.
Jungpilot Dolzer & später Quereinsteiger Schuller als Verfolger
Passend zu der sämtliche Generationen von Fahrern und Autos umfassenden Starterliste der Rallye Weiz ist der stärkste Verfolger von Lindner der 22 Jahre junge Jan Dolzer. Er pilotiert mit Startnummer 75 einen vom Magnus Racing Team eingesetzten Subaru Impreza WRX STI N14 R4 zusammen mit der 27-jährigen Copilotin Victoria Praschinger. Jan Dolzer kommt mit gemischten Gefühlen in die Oststeiermark - der seit 2022 aktive Oberösterreicher fuhr im Vorjahr zum ersten Mal in Weiz und hat daran gute Erinnerungen: „Da hatte ich mit Stefanie Stütz eine neue Copilotin und es ist mir bei der Rallye relativ gut gegangen.“
Mit seinen diesjährigen Leistungen zeigt sich Dolzer jedoch unzufrieden - offen selbstkritisch erklärt er: „Ich habe bislang ein misslungenes Jahr mit drei verpatzten Rallyes - es geht mir daher in Weiz darum, wieder Spaß am Fahren zu haben.“
Daher glaubt Dolzer auch, dass der in der Tabelle nur einen halben Punkt hinter ihm liegende Gerolf Schuller vor ihm liegen wird: „Ich denke, dass Schuller schneller als wir sein wird - er kommt einfach besser ins Fahren. Ich wäre daher schon froh, wenn wir mit ihm mithalten können.“
Der 53-jährige späte Quereinsteiger Gerolf Schuller (erste Rallye 2023) pilotiert mit Kathrin Redlingshofer-Milev einen Mitsubishi Lancer Evo VI - er sieht das unaufgeregt: „Ich denke, Jan und ich sind in etwa gleich auf - einmal schlägt das Pendel in die eine Richtung, einmal in die andere. Unser Evo scheint ein Bisschen besser zu sein, aber fahrerisch sind wir durchaus ebenbürtig.“ Auch Schuller fuhr im Vorjahr zum ersten Mal die Rallye Weiz, er erinnert sich: „Wir haben uns durchgetastet, es war ganz normal - wir wollten unbedingt ins Ziel kommen. Zuletzt, bei der Judenburg Rallye haben wir es leider verkackt - daher wäre uns eine Zielankunft erneut sehr wichtig.“
Mit 68 Punkten belegt Alexander Strobl Platz vier der für die Clubmeisterschaft relevanten Gruppe ARC (ARC-Klassen C1 bis C4) - gemeinsam mit der legendären Copilotin Cathy Schmidt pilotiert der 63-jährige Hotelier wieder seinen vom RM Racing Austria Team eingesetzten Ford Escort RS Cosworth, mit dem er in der Historischen Auszugswertung der ARCH 4WD die Tabelle anführt.
Christoph Zellhofer greift nach der ARCP-Führung
Zwar führt in der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge weiterhin Hermann Gaßner mit 112 Punkten die Tabelle an, doch Christoph Zellhofer fehlen nur noch sechs Zähler auf den Deutschen, der wie schon in Judenburg wieder mit der Österreicherin Natascha Vrga einen Renault Clio Rally3 zünden wird. In Judenburg unterlag Gaßner dem Suzuki Swift ZMX-Piloten um 2:34 Minuten. Zellhofer und seine deutsche Copilotin Anna Maria Seidl hämmerten sämtliche Bestzeiten in den Asphalt - auch vor der Rallye Weiz kündigt Zellhofer „maximum attack“ an…
Da Maximilian Lichtenegger in Weiz diesmal nicht am Start steht, könnte ihm Alfons Nothdurfter den dritten Tabellenrang abluchsen - dafür würde dem Ford Fiesta Proto-Piloten ein dritter Platz der ARCP genügen.
Hopf alleiniger ART1-Starter - „Junge Wilde“ in der ART2
In der Austrian Rallye Trophy für moderne Fahrzeuge mit Allradantrieb (ART1) ist Tabellenleader Peter Hopf (Ford Fiesta Rally2, Copilot Stefan Heiland) diesmal der einzige Starter, womit er seinen bereits beträchtlichen Vorsprung von 35 Punkten weiter ausbauen kann.
In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb sind wieder beinahe sämtliche „junge Wilde“ am Start. Allen voran Tabellenleader (86 Punkte) und ORM3-Staatsmeister Marcel Neulinger, der auch dank seiner Einsätze in der Rallye-Europameisterschaft an Erfahrungen zulegt und naturgemäß immer besser wird. Während Neulinger in der ERC4 respektive Junior ERC seinen Lancia Ypsilon HF Rally4 mit dem erfahrenen Jürgen Heigl pilotiert, sitzt in Weiz wieder Jakob Ruhsam auf dem „heißen Sitz“.
Auf dem zweiten Tabellenrang liegen mit 79 Punkten die Gebrüder Max und Ben Maier im Peugeot 208 Rally4, der vom eigenen Kellner & Maier Racing Team eingesetzt wird. Maier hat sich den Wechsel vom Serien-Fiesta auf den Rally4-Boliden einfacher vorgestellt, konnte sich aber zuletzt deutlich steigern. An die Rallye Weiz hat Maier gemischte Erinnerungen: 2024 konnte er im Serien-Fiesta den beeindruckenden 14. Gesamtrang einfahren, im Vorjahr musste er hingegen einen technischen Ausfall hinnehmen.
Auf dem dritten Tabellenrang (73 Punkte) liegen Lukas Dirnberger und Lukas Martinelli auf einem weiteren Peugeot 208 Rally4, gefolgt vom erfahrenen Thomas Regner (erste Rallye 2003), der mit Nadine Kellner einen weiteren, vom Kellner & Maier Racing Team eingesetzten Peugeot 208 Rally4 pilotieren wird. Ergänzt wird das ART2-Feld von Raphael Dirnberger, Nico Neulinger und Thomas Traußnig.


















