4WD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Gestärkter Nomade

Nissan hat seinem Parade-SUV einen 163 PS starken 1,6 Liter-Turbobenziner eingepflanzt – wir bitten den stärksten Qashqai zum Test.

Text: Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

Dass der Nissan Qashqai seinen Namen von einer iranischen Nomaden-Stammesgemeinschaft erhielt, wissen wir. Dass Nissan den Qashqai radikal modernisiert hat, wissen wir inzwischen auch.

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir den neuen Nissan Qashqai mit dem zu diesem Zeitpunkt einzigen Benzinmotor in der Top-Ausstattung „Tekna“ für Sie getestet, dieser 1,2 Liter-Motor leistete 116 PS, den ausführlichen Testbericht finden Sie nach Klick auf diesen Link.

Jetzt aber gibt es Benziner-Nachwuchs für das beliebte Kompakt-SUV, und zwar deutlich kräftigeren - mit einem 1,6-Liter-Turbobenziner, der 163 PS leistet und es in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h schafft.

Auch den nunmehr stärksten Benziner haben wir mit der manuellen Sechsgang-Handschaltung getestet. In diesem Fall gezwungenermaßen, denn im Gegensatz zum 116-PS-Benziner gibt es für den 163-PS-Qashqai keine Automatik-Option.

Optisch gleichen sich beide Leistungsstufen wie ein Ei dem anderen. Es sei denn, man sieht unter die Motorhaube.

Gibt man erstmals Gas, wird der Unterschied spürbar: Der neue Benziner fühlt sich deutlich stärker an, das maximale Drehmoment von 240 Nm (statt 165 Nm) sorgt für ordentlichen Schub, dieser wird bei einer Drehzahl zwischen 2.000 und 4.000 U/min freigegeben.

Ein breites Drehzahlband also, das dafür verantwortlich zeichnet, dass man auch bei einer gewissen Schaltfaulheit nicht „verhungert“.

Die Geräuschkulisse bleibt beim stärkeren Modell angenehm – mit dem 163 PS-Benziner kann man auf der Autobahn dank längerer Getriebeübersetzung sogar noch entspannter über die Bluetooth-Freisprechanlage telefonieren.

In Sachen Fahrwerk, als auch, was die bequeme und übersichtliche Innenausstattung anbelangt, hat sich bei der stärkeren Motorenvariante nichts geändert, siehe dazu wiederum unseren eingangs erwähnten Testbericht.

Bleibt die Frage offen, ob es lohnt, zur stärkeren Variante zu greifen? Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der stärkste Qashqai in 8,9 Sekunden, somit um signifikante 1,7 Sekunden schneller, die Höchstgeschwindigeit beträgt - bestenfalls in Deutschland interessant - 200 statt 185 km/h.

Dafür müssen gut 2.000 Euro mehr ausgegeben werden. Ein Betrag, der durchaus im Börserl zwickt.

Da Österreichs Autofahrer aufgrund der hierzulande kernigen "motorbezogenen Versicherungssteuer" traditionell schwächere Varianten bevorzugen, könnte beim Stärkeren mehr Rabatt herausschauen. Diebezüglich lohnt es sich, beim Händler auf den Busch zu klopfen.

Der Verbrauchsunterschied hält sich in engen Grenzen. Die ECE-Norm spricht von 5,8 statt 5,6 Litern, im richtigen (Test-)Leben war es etwas mehr, nämlich 6,9 statt 6,3 Liter. Vermutlich, weil der testende Gasfuß unbewusst schwerer wird, wenn vom Motor mehr Feedback kommt.

Preislich kommt der von uns getestete Nissan Qashqai 1.6 DIG-T als "Tekna" mit allen Schikanen auf 31.785 Euro. Die günstigste Variante der 163-PS-Motorisierung heißt "Acenta" und kostet 26.821 Euro. Automatik-Option gibt es für diese Motorisierung ebenso keine wie Allradantrieb.

Wer letzteren als obligatorisch für ein SUV betrachtet, muss zum 130-PS-Diesel (1.6 dCi ALL MODE 4x4i) greifen. Der kostet als "Tekna" 34.972 Euro und bildet damit die preisliche Speerspitze des Qashqai-Programms.

Plus
+ deutlich mehr Kraftreserven gegenüber der 116-PS-Variante
+ geräuscharmer Antrieb
+ kaum Mehrverbrauch
+ gutes Raumangebot

Minus
- 47 Mehr-PS kosten gut 2.000 Euro

Resümee:
Der 163 PS starke Nissan Qashqai ist deutlich agiler als der bisher einzige Benziner mit 116 PS. Der Mehrverbrauch ist nicht der Rede wert, allerdings müssen einem die Pferdchen einen 2.000-Euro-Aufpreis wert sein.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Elektrifiziert und komfortabler ohne Offroad-Abstriche

Neuer Nissan X-Trail vorgestellt

International gesehen ist der X-Trail nicht neu. Für die USA und China gibt es den Wagen schon zu kaufen (wenn auch in den USA unter dem Namen "Rogue"). Nun aber wurde in Japan die Version für den Heimatmarkt und in weiterer Folge auch für Europa vorgestellt.

Marktstart ist bereits dieses Jahr

Ford Ranger Raptor enthüllt: bulliger Look, viel Power

Die letzten werden die ersten sein, heißt es doch: Während er "normale" Ranger erst 2023 auf den Markt kommt, darf der nun vorgestellte Ranger Raptor, samt seinen 288 PS und feinstem V6-Sound bereits dieses Jahr mit uns in Sand und Dreck spielen. In manchen Märkten gar schon im Sommer.

Mehr als 40 Prozent der in den letzten fünf Jahren verkauften Range Rover tragen den Zusatz Sport. Zuletzt wurde das Luxus-SUV zusammen mit dem kleineren Evoque und dem Discovery Sport zum meistverkauften Modell der Briten. Noch in diesem Jahr fährt die dritte Generation des Range Rover Sport vor. Wir konnten den kommenden großen Rangie bereits in Augenschein nehmen.

"Wir sind bereit, das Offroad-Segment mit dem Fisker Ocean Force E aufzumischen!" tönt Fisker selbstbewusst im Rahmen der Enthüllung der neusten Version ihres Elektro-SUV, das ab dem vierten Quartal 2023 bereits in den Handel kommen soll.

Preise zum Marktstart bekanntgegeben

Nissan X-Trail startet bei 38.950 Euro

Wie Nissan Österreich heute bekannt gab, startet der neue X-Trail hierzulande zu Preisen ab 38.950 Euro und ist in den fünf bekannten Ausstattungslinien Visia, Acenta, N-Connecta, Tekna und Tekna+ erhältlich.

Einer für alle Fälle

Toyota Hilux im Hänger-Alltagscheck

Der Toyota Hilux ist der ideale Alltagsbegleiter für all jene, die eine Vielzahl von Transportaufgaben zu bewältigen haben - in der gesamten Bandbreite im privaten wie im professionellen Einsatz