4WD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Frischzellenkur

Der hochgeländegängige Mercedes Unimog sieht aus wie immer. Doch unter dem Blech steckt neue technische Feinkost, die es in sich hat.

mid/wot

Nur eine kurze Präsentation, gleich dürfen wir uns hinters Lenkrad klemmen. Doch ganz ohne Erklärung geht es im Unimog nicht, zu viele Schalter und Bedienungselemente warten auf eine sachkundige Hand.

Die grundsätzliche Orientierung ist dennoch schnell gefunden. Die Unimog-Entwickler setzen auch bei ihrem Lieblingsprodukt auf die technische Bedienoberfläche der neuen A-Lkw des Hauses Actros, Antos, Arocs und Atego.

Das mag für eine Fahrt auf der Straße reichen, man kapiert auch gleich, wie der hochbeinige Unimog tickt. Noch vor dem Start kann ein wenig Typenkunde nicht schaden: Der Geländegänger trägt ein U mit vierstelliger Ziffer und ist in zwei Formaten bestellbar: Als U 4023 ist er für 10,3 Tonnen zugelassen, als U 5023 für satte 14,5 Tonnen.

Die Zahl 23 steht gerundet für 231 PS, die der neue Vierzylinder an das Getriebe schickt. Er ersetzt den ziemlich rappeligen Vorgänger-Motor, der allerdings als unverwüstlich galt.

Der Neue heißt "OM 934" und bekommt mit 5,1 Litern etwas mehr Hubraum mit auf den Weg. Mit zwei obenliegenden Nockenwellen, vier Ventilen pro Zylinder, Hochdruckeinspritzung un d Euro-6-Tauglichkeit kann er alles, was ein modernes Dieseltriebwerk leisten muss.

Der Motor rückte etwa um einen Meter nach hinten und schließt jetzt mit der Kabinenrückwand ab. Das bringt nicht nur Vorteile bei der Achslastverteilung, so wird auch ein direkter Nebenabtrieb vom Motor möglich. Das hohe Drehmoment von maximal 900 Nm erlaubt auch eine längere Übersetzung. Der Unimog schwimmt auf der Autobahn mit maximal 90 km/h im Lkw-Verkehr problemlos mit.

Auch das Getriebe wurde optimiert, es schaltet seine Gänge jetzt automatisiert. Und wenn der Fahrer von der Straße ins Gelände abbiegt, wählt er den manuellen Modus.

Der Drehschalter ist praktisch: Zuerst der Allradantrieb, die nächste Stellung sperrt das Hinterachsdifferenzial. Und wenn das nicht reicht, werden auch die Vorderräder gleichgeschaltet. Weil extreme Hindernisse nur langsam überfahren werden können, muss der Unimog eine Geländeuntersetzung haben.

Dann gibt es aber kaum noch eine Geländeformation, die den Unimog einbremst. Vertrauensbildend arbeitet dabei die starke Motorbremse, die bis zu 180 kW entfaltet und den 15-Tonner stets sicher bergab geleitet. Der Tritt auf die Betriebsbremse bleibt in der Regel aus, und wenn doch, dann kann der Fahrer immer noch lenken.

Denn im Unimog kommt ein Offroad-ABS zum Einsatz, eine ziemlich sichere Sache. Kommt es dick, verschränken sich die beiden Portalachsen fast unglaublich. Und selbst dann, wenn der Federweg ausgeht, kommt der Unimog weiter.

Denn sein Rahmen ist verwindungsfreudig ausgelegt, ohne dass man sich um den teuren Aufbau hinter der Kabine große Sorgen machen müsste. Er wird flexibel und in Rautenform am extrem steifen Hauptrahmen befestigt.

Eine Grundvoraussetzung erfüllt der neue UHE ebenso gut wie seine Vorgänger: Die Böschungs- und Rampenwinkel sind gigantisch groß und vermeiden selbst beim längsten Unimog den Bodenkontakt. Und wenn es doch mal kracht oder schabt, liegen alle empfindlichen Komponenten sicher hinter massivem Blech verwahrt.

So beispielsweise die bissfesten Scheibenbremsen, die gegen das Eindringen von Steinen und Schmutz gekapselt sind. Jetzt bekommt auch der Unimog feine EBS-Bremsen, die pneumatischen Scheibenbremsen werden nun elektronisch geregelt. Elektrische Leitungen und pneumatische Verrohrungen bekommen auf Wunsch eine hitzebeständige Isolierung - so können etwa Feuerwehrmannschaften tief in Waldbrandgebiete eindringen.

Auf den ersten Blick nicht neu ist das Fahrerhaus, das in seinen Grundzügen aus dem Jahr 1974 stammt. Im Vergleich zum Vorgänger wurde es jetzt um 120 mm verlängert und für mehr Kopffreiheit um wenige Zentimeter erhöht.

Etwas knapp ist es aber noch immer geschnitten, erst recht dann, wenn ein Dreimann-Team Platz finden muss. Es fehlt an der Breite, der schlanken Kontur des Unimogs geschuldet. Nur so kommt er überall durch, zwischen Bäumen oder Felsen - nahezu perfekt im Gelände, wo ihm kaum ein Nutzfahrzeug folgen kann.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Offroad-Klassiker wagt 2023 Sprung über den großen Teich

Ford Bronco kommt nach Europa

Die US-amerikanische Geländewagen-Ikone, der Ford Bronco, kommt Ende des nächsten Jahres als Viertürer und Linkslenker in begrenzter Stückzahl in ausgewählten europäischen Ländern auf den Markt. Darunter auch in Österreich und Deutschland.

Elektrifiziert und komfortabler ohne Offroad-Abstriche

Neuer Nissan X-Trail vorgestellt

International gesehen ist der X-Trail nicht neu. Für die USA und China gibt es den Wagen schon zu kaufen (wenn auch in den USA unter dem Namen "Rogue"). Nun aber wurde in Japan die Version für den Heimatmarkt und in weiterer Folge auch für Europa vorgestellt.

Einer für alle Fälle

Toyota Hilux im Hänger-Alltagscheck

Der Toyota Hilux ist der ideale Alltagsbegleiter für all jene, die eine Vielzahl von Transportaufgaben zu bewältigen haben - in der gesamten Bandbreite im privaten wie im professionellen Einsatz

Dritte Sitzreihen in Autos sind oft nur Notlösungen; gerade geräumig genug für Kinder und kurze Strecken. Hier nicht. Im größten Defender aller Zeiten haben tatsächlich acht Erwachsene Platz. Ja verdammt, in der dritten Sitzreihe gibt’s sogar Sitzheizung und ein eigenes Panoramadach!

Premiere für 7. Juli 2022 bestätigt

Vorgeschmack auf den neuen VW Amarok

Der Amarok ist der Premium-Pickup von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN). Das neue Modell feiert am 7. Juli 2022 seine Digital-Premiere und zeigt sich damit der Welt im Live-Stream erstmals unverhüllt und ohne Tarnung.

Geländegängiger und luxuriöser gleichermaßen

Das ist der neue VW Amarok

Er startet mit fünf Turbomotoren mit Leistungen von 110 bis 222 kW und bis zu sechs Zylindern Anfang 2023 durch und soll sowohl höhere Geländegängigkeit, auf Wunsch aber gleichzeitig auch deutlich mehr Komfort und Luxus bieten als sein Vorgänger.