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Mercedes E 200 NGT Avantgarde - im Test

Fahren & Tanken

Vieles lässt sich bei der E-Klasse zur Vermeidung einer Knöpfchen-Flut nur über das Computer-Display regeln, etwa Tagfahrlicht ja/nein, Türverriegelung ja/nein etc. Gleiches gilt für das Umschalten von Benzin- auf Erdgasbetrieb.

Rein ins entsprechende Menü, umschalten und ein kleines Gasfläschchen im Tacho informiert über die neue Art der Treibstoffversorgung. Aber nur dieses, ansonsten merkt man gar nichts.

Auch ist es völlig egal, ob man bei abgestelltem Motor oder bei Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn umschaltet. Einzig ein vernehmbares Klacken (Öffnen der Gasventile) unmittelbar nach einem Startvorgang lässt auf den Erdgasantrieb schließen.

Der Kompressormotor ist in jedem Fall ein gelungenes Stück Ingenieurskunst: Seine nur 1.800 ccm merkt man ihm keinen Moment lang an. Elastisch und drehmomentstark wirkt er in allen Lebenslagen, unterstützt von der sanft und dennoch schnell schaltenden Fünfgang-Automatik. Die neue 7-G-Tronic wäre noch feiner, bleibt aber Motoren von mindestens sechs Zylindern vorbehalten.

Auch akustisch weiß der Motor zu gefallen. Er ist leise, kultiviert und verkneift sich das typische Kompressor-Gejammere.

Das Fahren mit der E-Klasse lässt sich am besten mit dem Wort „souverän“ beschreiben. Die schwergängige Lenkung ohne Rückstellkräfte erfreut vor allem aktive Fahrer, die das Lenkrad stets mit beiden Händen führen. Auf alle Fälle ist die Lenkung sehr präzise. Die Bremsen lassen sich gut dosieren und sind äußerst wirksam.

Gut auch die Fahrwerksabstimmung: Im Verein mit dem langen Radstand (2,85 m) umrundet die E-Klasse Kurven aller Radien lange neutral, im Extremfall wird leicht untersteuert. Heckausbrüche sind kaum provozierbar, außer auf glattem Untergrund – und dann ist ESP auf dem Posten.

Die Federung ist beim Avantgarde angenehm straff, ohne hart zu sein. Lange Wellen und kurze Schläge werden gleichermaßen cool gebügelt.

Beim Verbrauch zeigt der NGT auf: Im Erdgasbetrieb feuert er knapp über sechs Kilogramm pro 100 km durch die Einspritzdüsen, was aufgrund der hohen Energiedichte des feinen Gases etwa neun Litern Benzin entspricht – aber an der Tankstelle deutlich weniger kostet.

Gleich viel verbraucht er im Benzinbetrieb. In der Praxis bleibt man sicher unter zehn Liter, außer man hat Spaß an ständiger Vergewaltigung des Gaspedals.

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