
Pirelli Kalender 2014 - 50jähriges Jubiläum | 22.11.2013
Die Auferstehung
Helmut Newton ist tot - hoch lebe Helmut Newton. Der Kultkalender von Pirelli stammt zum 50jährigen Jubiläum vom verstorbenen Starfotgrafen.
Foto Pirelli Kalender 2014: Helmut Newton.
Erstmals veröffentlicht wurde der Pirelli-Kalender 1964 und dass er so einschlagen würde, damit hatte niemand gerechnet. Heute zählen die 12 Seiten zu den exklusivsten, anmutigsten und auch zum Teil teuersten der Neuzeit.
1986 kam es zu einem interessanten Abschnitt im Leben des Kalenders: Pirelli Italia hat das Potential erkannt, dass vom Pirelli-Kalender, den Pirelli UK aufgebaut und zu gemacht hat, was er heute ist, ausging und wollte ein gleiches Unterfangen starten.
Zwei parallele Projekte, die sich aufgrund der unternehmensinternen Rivalität völlig ignorierten. Die Engländer beauftragten den amerikanischen Starfotografen Bert Stern, der dafür verantwortlich ist, dass wir Marylin Monroe heute durch einen dünnen Schleier bewundern können - die Italiener holten sich Helmut Newton. Auch er ist einer der ganz großen Schule und weiß, wie man das weibliche Geschlecht perfekt in Szene setzt.
Durchgesetzt hat sich der Stern-Kalender und Helmut Newtons Arbeiten wurden wie ein Familienschatz aufbewahrt in der Erwartung der richtigen Gelegenheit, um ihn zur vollen Geltung zu bringen.
Nun, der Tag ist gekommen.
Die ersten Aufnahmen entstehen im Mai anlässlich des Großen Preises von Monte Carlo, wo der Künstler auch wohnt. Dann wird das Set in die Toskana in das Weinbaugebiet Chianti nach Podere Terreno verlegt.
Unter den Reben auf dem Land um Siena findet Newton das richtige Licht für seinen italienischen „The Cal“. Anhöhen, Zypressen, Bauernhäuser, Betsäulen, Landwirtschaftsmaschinen, eine kleine Tankstelle und mittelalterliche Ansiedlungen stellen die Kulisse für Fotos dar, die eine neoveristische Atmosphäre widerspiegeln.
Die Straße wird zur perspektivischen Fluchtlinie für stattliche und junonische Frauen, wie wir sie aus neoveristischen Filmen kennen und die durch Schauspielerinnen wie Silvana Mangano, Lucia Bosé und Sophia Loren zur Berühmtheit gelangen, beobachtet von Männern mit reiner Zuschauerrolle.