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Bella Ragazza

Sportlichkeit und Sparsamkeit: Bei der Alfa Romeo Giulietta mit 175-PS-Dieselmotor und Doppelkupplungs-Automatik ist das kein Widerspruch.

Text: Ralf Schütze/mid
Fotos: Ralf Schütze (3), Alfa Romeo (5)

Leidenschaft und Vernunft, Temperament und Zurückhaltung: Selten vereint ein Auto diese Gegensätze derart überzeugend auf sich, wie die Giulietta 2.0 JTDM mit Doppelkupplungsgetriebe (bei Alfa TCT) und 129 kW/175 PS unter der wohl geformten Motorhaube.

Besonders in klassischem Rot, genannt "Rosso Alfa Spezial", betört das Rasseweib unter den Kompakten den Betrachter beinahe so wie Alfas Werbebotschafterin Uma Thurman in ihren heißesten Hollywood-Rollen.

Neuerdings mit der Euro-6-Abgasnorm gesegnet, soll der 2.0-Liter-Topdiesel weiterhin für Temperament bei vernunftorientierten Verbrauchswerten sorgen. Das kriegt er gerade in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe TCT sehr gut hin.

Den Drahtseilakt zwischen Temperament und Zurückhaltung stellt die Giulietta bei unserem Test im gemischten Alltagsbetrieb Stadt/Landstraße/Autobahn tatsächlich unter Beweis: 4,7 l/100 km sind bei bewusster Fahrweise nach den Regeln der Spritsparkunst möglich - vorausschauend, früh hoch- und spät herunterschaltend, auf der Autobahn brav limit-treu, aber keineswegs als rollendes Verkehrshindernis. Und wer die "bella ragazza" bei Bedarf aus der Reserve lockt, bekommt trotzdem Kraft und Temperament zu spüren.

Ungeachtet der Spitzenleistung fallen besonders 320 Nm Drehmoment schon bei 1.500/min ins Gewicht. Die Schubkraft ist auch aus dem Drehzahlkeller heraus enorm, das gut übersetzte TCT hat im Automatikmodus leichtes Spiel und erledigt seine Aufgabe angenehm sanft und ruckfrei. Wer zu den Schaltwippen am Lenkrad greift, ruft zusätzliche Agilität ab.

Lediglich beim Einlegen des Rückwärtsganges wünscht man sich das TCT etwas flotter. Der Dynamik-Modus der Giulietta bringt sogar 350 Nm Drehmoment bei 1.700/min.

Selbst dann und mit extrem sportlicher Fahrweise steigt der Durchschnittsverbrauch auf maximal 7,7 l/100 km, was angesichts der dabei abgerufenen, hohen Fahrdynamik immer noch vertretbar ist.

Motorische Rasse und optische Klasse der Alfa Romeo Giulietta werden leider von einigen Makeln leicht getrübt. So kann die Materialqualität im Innenraum nicht ganz mit dem schicken Äußeren mithalten.

Hochwertige Soft Touch-Oberflächen sind zwar vorhanden, und besonders die Carbon-Optik am Armaturenbrett und in den Tür-Innenverkleidungen passt zum sportlichen Flair des Italo-Kompakten. Aber an prominenten Stellen wie den Armablagen stört harter Kunststoff, obwohl er wenigstens strukturiert und matt in der Oberfläche ist.

Hochwertig und sehr gut konturiert verwöhnen die Sitze vorn und hinten die Passagiere mit ausreichend Seitenhalt für sportliche Fahrweise und ausreichend Komfort fürs Dahingleiten.

Die Platzverhältnisse sind auf den Vordersitzen sehr gut und selbst für Zweimeter-Männer geeignet, jedoch hinten sollte ein Mitfahrer höchstens 1,75 m messen. Aber welcher Alfista duldet schon großgewachsene Nebenbuhler im eigenen Fond?

Auch sollte der Alfa-Pilot seinen Blick nicht allzu oft seitlich nach hinten orientieren, denn da gibt's außer breiten C-Säulen nicht viel zu sehen.

Die kultivierte und kräftige Leistungsentfaltung des Zweiliter-Turbodiesels wird untermalt von einer reizvollen Soundkulisse: Angenehm dezent bei niedrigen, temperamentvoll bei höheren Drehzahlen.

Nur kurze Zeit nach dem Kaltstart macht sich der Selbstzünder deutlicher bemerkbar, als den Insassen lieb ist. Insgesamt freut sich der dieselfahrende Alfista über jene Fahrleistungen, die er sich von seiner Marke auch ausdrücklich erwartet. Dennoch weiß er auch die kultivierte Leistungsentfaltung und den zurückhaltenden Spritkonsum zu schätzen.

Mit ihrem optischen Auftritt ist die Giulietta ein markantes Gesicht in der Menge der Kompaktwagen auf unseren Straßen. Der Motor ist ein Prachtstück. Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist es heute nicht mehr mit Verzicht verbunden, einen Alfa Romeo zu fahren.

Preislich ist die Giulietta nicht unbedingt ein Schnäppchen. Der absolute Einstiegstarif (105-PS-Benziner in Basisaustattung "Progressive") lautet 21.850 Euro. Unser getestetes Topmodell mit 175-Diesel-PS, Doppelkupplungs-Automatik und Komplett-Ausstattung "Exclusive" kommt sogar auf satte 33.550 Euro.

Plus
+ kraftvoller, kultivierter und sparsamer Motor
+ sanft schaltendes, gut abgestuftes Doppelkupplungsgetriebe
+ Fahrwerk mit gutem Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit
+ eigenständig-fesches Design.

Minus
- enge Platzverhältnisse hinten
- teils billig wirkende Materialien im Interieur

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