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Vielplatzhirsch

So kurz und trotzdem geräumig – der kleine Kia-Van wurde nach fünf Jahren überarbeitet: Der neue Venga mit 116 Diesel-PS und Topausstattung im Test.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

Auf dem Markt der Kompakt-Vans tobt ein harter Kampf – der Kia Venga ist seit 2010 im Rennen, der koreanische Automobilhersteller konnte seither beachtliche 150.000 Exemplare verkaufen.

Jetzt erhielt er ein Facelift – allerdings wurde der Familien-Van dabei nur geringfügig überarbeitet. An der Front wurde der Kühlergrill an das gängige Kia-Design angepasst, das Heck erhielt neue Leuchten.

Den Kia Venga der Generation 2015 gibt es mit jeweils drei unterschiedlichen Benzin- oder Dieselmotoren. Unsere Testversion, der 1.6 CRDi ISG, hat einen 116 PS starken 1,6 Liter-Vierzylinder-Turbodieselmotor unter der Haube, Sechsgang-Schaltgetriebe ist dabei obligatorisch.

Wie gewohnt gibt es die drei Ausstattungslinien "Titan", "Silber" und "Gold" – unser Testwagen rollt in der Topausstattung an. Mit an Bord sind unter anderem ESP, Berganfahrassistent und ESS (aktive Notbremslichter) – Notbremsassistenten gibt es noch keinen.

Inkludiert sind beim "Gold" auch noch: Klimaautomatik, 7 Zoll-Navigationssystem und Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang, vier E-Fensterheber, Parksensoren hinten, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, Regensensor, Sitzheizung vorne, Lederlenkrad und Teilledersitze, beheizbare E-Außenspiegel und 16 Zoll-Alufelgen.

Optional kommt noch das elektrisch steuerbare Panorama-Glasschiebehubdach (900 Euro) dazu – allerdings nur für die Gold-Variante. Auch die sieben Metallic-Lackierungen, die neben dem standardmäßigen „Cassa White“ zu haben sind, müssen extra bezahlt werden (400 Euro).

Im Innenraum des neuen Venga wurde in erster Linie die Mittelkonsole modifiziert – insgesamt bleibt beim Venga vor allem der Eindruck, er sei „innen größer als außen“. In dem 4,08 Meter kurzen Kleinwagen hat man ausreichend Platz, dafür sorgen der Radstand von 2,6 und die Fahrzeughöhe von 1,6 Metern.

So können auch zwei Passagiere auf dem Rücksitz bequem reisen, nur zu dritt müssen im Fond Abstriche gemacht werden. Familienfreundlich sind die zahlreichen und praktischen Ablagen, großzügig ist auch das Ladevolumen: Bei Entnahme des Ladebodens stehen 440 Liter zur Verfügung, bei umgeklappter Rückbank sind es 1.486 Liter.

Wird der Kia Venga 1.6 CRDi ISG aktiviert, erkennt man den Dieselmotor unweigerlich an seinem typischen Sound – dieser ist in keiner Weise aufdringlich, da sind die Fahrgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten deutlicher störender.

Daher ist es auch kein Problem, dass hierzulande die Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h ohnehin nicht zum Tragen kommt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft der Turbodiesel-Venga in 11,4 Sekunden.

Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist leicht zu bedienen, das maximale Drehmoment beträgt 260 Nm und steht zwischen 1.500 und 2.750 U/min voll zur Verfügung.

Die elektrische Servolenkung spricht nicht so direkt an, wie man es sich wünschen würde, dafür ist sie ganz besonders leichtgängig. Das Fahrwerk arbeitet korrekt, nur in sehr zügig durchfahrenen Kurven neigt der Venga geringfügig zum Untersteuern – Unebenheiten sind wenn, dann nur an der Hinterachse leicht zu spüren.

Wichtiger als die „Sportlerfähigkeiten“ des Kompakt-Vans wird der von ihm angesprochenen Zielgruppe wohl der Verbrauch sein. Jene 4,4 Liter Diesel, die Kia als Durchschnittswert angibt, haben wir zwar nicht erreichen können, aber auch die von uns erzielten 5,3 Liter drücken nicht zu heftig aufs Familienbudget.

Während die günstigste Benziner-Variante (1,4 MPI mit 90 PS) als "Titan" um 16.590 Euro zu haben ist, gibt es den 116 PS starken 1.6 CRDi nur in den entsprechend feiner bestückten Ausstattungsvarianten "Silber" (20.090 Euro) und - wie unser Testwagen - "Gold" um ausstattungsbereinigt dennoch faire 22.390 Euro.

Plus
+ großzügiges Platzangebot
+ modernes Design
+ geringer Verbrauch
+ vernünftiger Preis

Minus
- Fahrgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten

Resümee:
Der bereits gut etablierte Kia Venga erhielt nach fünf Jahren ein leichtes Facelift und eine technische Modernisierung – geblieben sind jene Vorteile, die diesen Kompakt-Van ausmachen: geringe Fahrzeuglänge, trotzdem ausreichend Passagier-Platz und Ladevolumen zum wie gehabt fairen Preis.

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