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Luxusliner

Mercedes nennt die neue V-Klasse "Großraumlimousine". Groß ist sie. Ob auch Limousinenfeeling aufkommt, klärt der Test der 190-PS-Version.

Text und Fotos: Johannes Toth

Die V-Klasse wurde von Mercedes Benz im Jahr 1996 als Nachfolger des kantigen MB 100 eingeführt. Seit damals wird auch verstärkt zwischen Transporter und Familienvan unterschieden.

Nach aktueller Nomenklatur heißt die Lieferantenversion Vito und der außen wie innen deutlich elegantere Bruder in Anlehnung an die PKWs V-Klasse.

Großraumlimousine klingt nach Mercedes-Marketing-Sprech, trifft aber bei genauerer Betrachtung durchaus den Kern. Von außen von manchen Unwissenden noch als banaler Bus abgestempelt, beginnt das Staunen potenzieller Mitfahrer, wenn wir die seitliche Schiebetüre mit der Fernbedienung elektrisch öffnen.

Ein Blick auf das Interieur des Testwagens überzeugt dann auch noch die restlichen Zweifler: Im Fond sind vier gegenüber angeordnete Lederfauteuils mit verstellbaren Armlehnen in Maron – also Dunkelbraun – mit hellen, kontrastierenden Ziernähten eingebaut.

Die Seitenwände sind mit glänzenden Zierelementen in Holzoptik und matten Aluleisten versehen. Die Klimaanlage für den hinteren Wagenbereich ist von den Passagieren getrennt regulierbar und dunkle Scheiben schützen vor neugierigen Blicken. Und zu allem Überfluss gibt es mittig ein verschiebbares Klapptischchen.

Aber auch in der ersten Reihe kommt Limousinenfeeling auf. Die Armaturenlandschaft entspricht dem aktuellsten Design von Mercedes. Wieder glänzendes Holz, mattes Alu und Leder mit Ziernähten.

Beide Frontsitze sind vielfach elektrisch verstellbar, verfügen über Lordosenstütze, ordentliche Seitenwangen, Heizung und sogar Belüftung.

Einzig die doch recht aufrechte Sitzhaltung und hohe Sitzposition erinnert entfernt an einen Bus. Der Fahrer fühlt sich aber auf Grund der angenehmen Athmosphäre nicht als King, sondern als Kaiser of the Road. Dazu tragen auch die vielen Assistenzsysteme unseres Testwagens bei.

Unter all diesen Helferleins ist uns eines besonders ans Herz gewachsen: Distronic Plus ist ein radarbasierender Tempomat mit automatischer Abstandsregelung. Besonders angenehm im Stau oder im Kolonnenverkehr.

Einmal eingestellt auf zum Beispiel die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, beschleunigt oder bremst das System selbstständig sogar bis zum Stillstand, um den Sicherheitsabstand zum Vordermann einzuhalten.

Das richtige Auto also für einen Sonntagsausflug mit Kindern, Tanten und Onkeln. Gesagt, getan. Jedoch: Nach wenigen Kilometern bringt ein Warnhinweis Unruhe in die muntere Reisegesellschaft. „AdBlue nachfüllen, s. Betriebsanleitung“

OK, wie weit kommen wir noch? Leider werden weder die verbleibenden Kilometer angezeigt, noch gibt die Betriebsanleitung über die eventuelle Restreichweite Auskunft. Schnelle Umfrage an den umliegenden Tankstellen: Von „Hab ich noch nie gehört“ (schwach) über „Ist im besseren Diesel bei uns enthalten“ (falsch) bis „ja klar, an einer eigenen Zapfsäule“ (an manchen Tankstellen) war alles dabei.

Fakt ist: Adblue wird immer in einen eigenen Tank eingefüllt und dem Kraftstoff elektronisch gesteuert beigemengt. An Tankstellen ist es erhältlich, wenn nicht an eigenen Zapfsäulen, dann in geschlossenen Gebinden. Die 11 Liter Tankinhalt reichen übrigens für mehrere Tausend Kilometer und sorgen für bessere Abgaswerte sowie geringeren Verbrauch.

Ob 190 PS genug sind, sechs Passagiere zügig zu beschleunigen, und wie sich das auf den Verbrauch auswirkt, lesen Sie nach Klick auf diesen Link.

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