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Aufpoliert

Toyota hat seinen kompakten Goldjungen Auris für 2015 aufpoliert. Mit verfeinertem Gewand, neuen Motoren und mehr Technik-Features.

Georg Koman

Lange stand Toyota für Qualität, Zuverlässigkeit und wegweisende Hybridtechnik. Aber für Design? Welches Design? Hatte man das Aussehen eines vorbeifahrenden Autos nach wenigen Sekunden wieder vergessen, war es bestimmt ein Toyota.

Damit wird sukzessive Schluss gemacht. Der Auris war 2012 der erste Massen-Toyota seit langem, an dem der Blick hängen blieb. Der kleine Aygo ist sogar richtig frech geworden und Lexus-Modelle werden neuerdings scheinbar mit dem Samurai-Schwert gezeichnet.

Das muss nicht jedem gefallen, es ist aber ein Zeichen von Mut und bringt hohen Wiedererkennungswert. Die scharfen Linien des wie gehabt 4,33 Meter langen Auris (Kombi: 4,60 Meter) wurden anlässlich der aktuellen Modellpflege somit nicht umgekrempelt, aber verfeinert.

Vom Toyota-Emblem ausgehende Chromspangen signalisieren nun Hochwertigkeit und betonen wie der neue Heckstoßfänger die Breite des Autos. LED-Rücklichter sind nunmehr Standard.

Auch im Inneren hat man einen Schwerpunkt auf feinere Materialien gelegt, ein 4,7-Zoll-TFT-Display mit Touch-Funktion sorgt für kräftige Modernisierung.

Modifikationen mussten das Fahrwerk und die Lenkung über sich ergehen lassen. Ergebnis: Der Auris federt komfortabel, die Wankneigung wurde dennoch reduziert, die Lenkung bietet gutes Feedback.

Sehr positiv fallen die verstärkten Geräuschdämmungsmaßnahmen auf, der Auris ist vor allem als Benziner kaum noch zu hören. Stichwort Benziner: Der 1,2-Liter-Turbomotor mit 116 PS ist völlig neu, er ersetzt den 132 PS starken 1,6-Liter-Sauger.

Ein Rückschritt? Keineswegs, denn 185 Nm Drehmoment ab 1.500 Touren lassen den Vorgänger (160 Nm bei 4.000) ganz schön alt aussehen. Der kleine Turbomotor liefert Kraft, wenn man sie braucht, und lässt dabei kein Tönchen der Anstrengung hören.

Der im oberösterreichischen BMW-Werk (Steyr) gebaute 1,6-Liter-Diesel werkt jetzt ebenfalls im Auris, und zwar mit 116 PS. Die Motorenriege wird durch den 90 PS starken 1,4-Liter-Diesel und den 99-PS-Einstiegsbenziner komplettiert.

Moment, das Topmodell fehlt ja noch: Der 1,8-Liter-Hybrid mit einer Systemleistung von 136 PS. Der muss sich anstrengen, denn Toyota hat sich zum Ziel gesetzt, 2016 mehr Hybrid- als Nicht-Hybrid-Fahrzeuge zu verkaufen. Derzeit beträgt der Hybridanteil - insgesamt, nicht beim Auris - 42 Prozent.

In Sachen Sicherheit gibt es ein ziemlich vernünftiges Paket um 550 Euro Aufpreis, genannt "Safety Sense". Es inkludiert Verkehrsschild-Erkennung, passiven Spurhalte-Assistent, Fernlicht-Assistent und ein zwischen 10 und 80 km/h aktives Pre-Collision-System.

Ab 26. Juni sind Auris und Auris Kombi erhältlich. Die Einstiegstarife (1,33-Liter-Benziner mit 99 PS) lauten: 17.290 Euro für den Fünftürer und 17.990 Euro für den Touring Sports genannten Kombi. Der neue 1,2-Liter-Turbobenziner ist ab 21.920 Euro zu haben, das Hybridmodell ab 23.850 Euro (Ausstattung "Young").

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