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Raising my Family

In seiner vierten Generation tritt der Renault Scénic als Van mit einer Idee von SUV auf - wir testen den Neuen mit 110-PS-Diesel und Automatik.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

Seit 1996 gibt es ihn, seit Ende 2016 hat Renault den neuen Scénic im Programm - in der vierten Generation erhielt der Scenic ein neues Blechkleid. Mit seinen großen Rädern - 20 Zoll-Felgen sind Serie - und der etwas höheren Bodenfreiheit zielt er optisch in Richtung SUV und nimmt dabei auch kräftige Design-Anleihen beim großen Espace.

Das Renault-Famliengesicht mit dem großen, mittig platzierten Rhombus, die großflächige Panorama-Windschutzscheibe, das (auf Wunsch) farblich abgesetzte Dach und die Silhouette mit abfallender Dachlinie sorgen dafür, dass der neue Scenic nicht übersehen wird.

Unser Testwagen kommt als Renault Scénic dCi 110 EDC Bose - also mit einem 1,5 Liter-Dieselmotor mit automatischem EDC-Doppelkupplungsgetriebe in der Bose-Ausstattungslinie mit - wie der Name verrät - einer exquisiten Bose-Soundanlage. Es handelt sich dabei um den "kurzen" Scénic mit einer Länge von 4,41 Metern. Wem das zu kompakt erscheint, für den gibt es den mit 4,64 Metern um 23 Zentimeter längeren Bruder Renault Grand Scénic (zum Test geht's nach Klick auf diesen Link).

Zusätzlich umfasst diese Ausstattung ein aktives Notbremssystem mit Fußgängererkennung und Kollisionswarner, Berganfahrhilfe, automatisch abblendenden Innenspiegel, ein riesiges gekühltes Handschuhfach, Einparkhilfe vorne und hinten, Fahrersitz mit Massagefunktion, LED-Scheinwerfer, Radio-Navigationssystem, Head-up-Display, Spurhaltewarner, Verkehrszeichenerkennung sowie "Multi-Sense" (fünf Fahrmodi mit Anpassung von Instrumentenanzeige sowie Ansprechverhalten von Motor, Getriebe und Lenk-Unterstützung).

Die Ausstattungsvariante „Bose“ hält also locker mit so manchem Luxus-Gefährt mit, dabei gibt es darüber noch den "Initiale Paris". Im Cockpit sticht unweigerlich die chrom-umramte Mittelkonsole mit dem 8,7 Zoll-Touchscreen im Hochformat ins Auge. Die Bedieneinheit ist angenehm aufgeräumt, Knöpfe und Schalter wurden auf ein Minimum reduziert.

Seine Familienfreundlichkeit zeigt der Scénic mit unzähligen Ablageflächen, die insgesamt 63 Liter an Volumen aufnehmen können. Ein Knüller ist auch die verschiebbare Mittelkonsole mit gleich zwei Staufächern, zudem kann in der hinteren Sitzreihe ein USB- und ein 12 Volt-Anschluss genutzt werden.

Auch für lange Reisen ist man mit dem Scénic bestens gerüstet: Die elektrisch verstellbare Lordosenstütze und eine luxuriöse Massagefunktion sorgen für schmerzfreie Fahrten, auch der Beifahrersitz weist eine solche Lordosen-Stütze auf.

Das Platzangebot ist auch in der hinteren Sitzreihe mehr als ausreichend, die an den Vordersitzen angebrachten Klapptische erweisen sich ebenfalls als außerordentlich praktisch und familienfreundlich, zudem können dort Gegenstände mit einem Gummiband fixiert werden.

Für individuelle Platzeinteilung sorgen die drei einzeln in der Länge verschiebbaren Fond-Sitze, die sich noch dazu auf Knopfdruck zusammenfalten können, so kommt man ohne große Anstrengungen auf ein Kofferraumvolumen von 506 bis zu 1554 Litern.

Startet man das 1,5 Liter dCi-Aggregat, ist ein leichtes Dieselnageln zu vernehmen, doch der 110 PS-Motor hat mit seinen ab 1.750 U/min freigegebenen 260 Newtonmetern ausreichend Kraft und man kommt recht gut von der Stelle (von 0 auf 100 km/h in 12,4 Sekunden), was auch am flott hochschaltenden EDC-Sechsgangautomatikgetriebe liegt, das jedoch beim Herunterschalten manchmal etwas zäh arbeitet.

Im Eco-Modus wirkt zudem die Gasannahme etwas träge, dafür bereitet der Sport-Modus echten Fahrspaß. Das vergleichsweise sportlich abgestimmten Fahrwerk sorgt in Verbindung mit der direkten Lenkung für hohe Agilität. Wer es jedoch eher bequem und weniger zackig mag, wird sich eventuell an manchen Stößen der Federung ... ja, stoßen. Insgesamt jedoch ist der neue Scénic gutmütig und leicht zu fahren.

Vier Liter Diesel soll der Renault Scénic Energy dCi 110 im Schnitt verbrauchen - wir konnten ihm im Test lediglich 5,5 Liter abringen, doch wie erwähnt ist der Fahrspaß bei diesem Wagen durchaus gegeben - wer darauf weniger anspricht, wird zweifellos bessere Verbrauchswerte erzielen.

Der Renault Scénic Energy dCi 110 EDC ist in der günstigeren Ausstattungsvariante „Intens“ um 26.990 Euro zu haben, mit Handschaltung als "Zen" gar ab 22.790 Euro. In der von uns getesteten Variante „Bose“ kostet er 30.790 Euro - angesichts der enormen Ausstattungsfülle ein sehr fairer Preis.

Plus
+ trotz nominell bescheidener Leistung agiler Dieselmotor
+ Viel Platz, Unmengen an praktischen Ablageflächen
+ verschiebbar: Mittelkonsole und alle drei Fondsitze
+ die "Bose"-Ausstattung bringt jede Menge Luxus mit
+ Top-Soundsystem
+ fairer Kaufpreis

Minus
- alles via Touchscreen zu regeln - sogar die Lüftung
- etwas straffes Fahrwerk

Resümee
Mit seinem großzügigen Raumangebot, jeder Menge Ablagemöglichkeiten und einzeln verschiebbaren plus auf Knopfdruck zusammenklappbaren Fondsitzen zeigt sich der Renault Scénic äußerst familienfreundlich. Dazu sieht er richtig gut aus. Perfekter Kompaktvan für die moderne Family.

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