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Tarn-Outfit

Wir haben den im September fälligen Opel Corsa bereits jetzt gefahren - im Tarn-Outfit samt neuem, aufgeladenem 1,0-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor.

Wolfgang Pester/mid

Keine Schraube auf der anderen lassen: Diese Devise will Opel beim neuen Corsa verfolgen. Seine Weltpremiere feiert der Kleinwagen in vier Monaten auf dem Autosalon in Paris. Ende des Jahres rollt er dann zum Kunden. Chassis, Antrieb und Fahrerassistenzsysteme sind neu.

Das Blechkleid ist hingegen in ein Tarnfleck-Outfit gehüllt. Die Rüsselsheimer Truppe hat alle Ecken und Kanten verschwinden lassen, Kunststoffteile und falsche Fugen aufgeklebt und die kaschierte Karosserie mit verwirrend gemusterten Klebefolien überzogen.

Auch im geräumigen Innenraum ist alles Camouflage. Die erste Sitzreihe bietet selbst für groß gewachsene Fahrer mehr als genügend Platz. Und auch die zweite Reihe geizt nicht mit Beinfreiheit. Die Zurückhaltung der Opelaner mit Fakten zum Auto lässt vermuten, dass das gute Raumgefühl sich dank eines längeren Radstands einstellt. Übrigens lässt sich im Gestühl mit gutem Seitenhalt sehr gut sitzen.

Zum Marktstart des Corsa gibt es vorerst den neuen Dreizylinder-Turbo-Direkteinspritzer aus Aluminium mit 85 kW/115 PS Leistung. Sein maximales Drehmoment von 170 Newtonmeter erreicht er bei 1.800/min. Der Motor läuft ruhig und ohne Vibrationen.

Nach dem Motto "kurze Wege und gutes Ansprechverhalten" ist der kleine Turbolader direkt an die im Zylinderkopf eingegossenen Zuluftkanäle angeflanscht. Und auf dem Zylinderkopf thront eine Abdeckung mit Schallisolierung. "Er soll sich halt anfühlen wie ein Großer, im Geräusch wie im Komfort", so Matthias Alt, Chef-Ingenieur Dreizylinder-Motoren.

Der Corsa beschleunigt kräftig, zieht ohne Spur eines Turbolochs hoch und hängt sehr gut am Gas. Der 1,0-Liter-Direkteinspritzer hat vier Ventile je Zylinder. Der Injektor ist mittig platziert, direkt daneben die leicht schräg stehende Zündkerze, und spritzt das Benzin durch eine Sechs-Loch-Düse mit 200 bar in den Brennraum.

Zwei obenliegende Nockenwellen mit Kettenantrieb steuern die Ventile. Der Dreizylinder macht sich gut im neuen Corsa. Er prägt den Komfort und den Fahrspaß und bietet laut Motor-Ingenieur Alt "bei Dreizylindern die niedrigsten Werte für Lärm und Vibrationen". Hervorragend sind auch die Effizienz und der geringe Kraftstoffverbrauch von 4,2 Liter Benzin je 100 Kilometer.

Für den österreichischen und deutschen Markt dürfte als einer der nächsten Motoren ein Vierzylinder-Benziner angeboten werden. Mit den Stichmaßen des Dreizylinders hätte der Saugmotor rund 1,3 Liter Hubraum und eine Leistung um 75 kW/102 PS. Benziner mit geringeren Leistungen sind zu erwarten, doch früher noch Dieselmotoren.

Die Kraftübertragung an die Vorderräder übernimmt ein ebenfalls neu entwickeltes kompaktes 6-Gang-Getriebe, das einen hohen Schaltkomfort bietet. Beim Fahrwerk kann der Käufer zwischen komfort- und sportlich-orientierten Versionen wählen. Die neue Lenkung ist präzise, ein bisschen direkter bei der sportlichen Version.

Die Kurven nimmt der Corsa wie auf Schienen. Gründe sind eine neue Frontgeometrie des Chassis, ein verstärkter steiferer Hilfsrahmen, eine neue Hinterradaufhängung sowie eine neue Dämpfer-Charakteristik und eine neue Bremsanlage.

Der niedrigere Schwerpunkt des neuen Corsa und die reduzierte Bodenfreiheit tragen zum positiven Fahrverhalten bei. Seine hohe Kurvenstabilität vermittelt das Gefühl von Sicherheit und lässt den aktuellen Corsa einigermaßen alt aussehen - trotz Camouflage.

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