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Flinkes Mädchen

Alfas bella macchina im dezenten Sport-Outfit: die Giulia Veloce - wahlweise mit 210-PS-Diesel oder 280-PS-Benziner. Wir steigen erstmals ein.

mid/mk

Alfa Romeo stellt die vierte Variante seiner feschen Mittelklasse-Limousine Giulia vor. Als Veloce (schnell) knüpft sie an die traditionsreiche Giulietta aus dem Jahr 1956 an, die den gleichen Beinamen trug und für ausgeprägte Sportlichkeit stand.

Ein 2,2-Liter-Diesel mit 154 kW/210 PS oder ein 2,0-Liter-Benziner mit 206 kW/280 PS befeuern den allradgetriebenen Viertürer.

Neben den Versionen Giulia, Sport und Quadrifoglio macht die Giulia Veloce Alfas Mittelklasse-Baureihe zu Preisen von 49.190 Euro (Deutschland: 46.800 Euro) für den Diesel und 52.990 Euro (D: 47.800 Euro) für den Benziner nun also zum Quartett.

Der optische Auftritt geht als sportlich elegant durch, nur leichte Modifikationen an den Stoßfängern, 18 Zoll große Leichtmetallräder und Xenon-Scheinwerfer setzen Akzente. Das Interieur gewinnt durch umfangreiche Serienausstattung. Feines Leder auf den angenehmen Sportsitzen und am Armaturenbrett verleihen ihm den Anspruch gehobenen italienischen Lebensstils, eine elektrische Einstellung der beheizten Vordersitze ist ebenfalls mit von der Partie.

Die beiden angebotenen Vierzylinder haben keine Mühe, der rund 1.600 Kilogramm wiegenden Giulia sehr beachtliche Fahrleistungen zu verleihen. 6,8 Sekunden braucht der Diesel für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h, in nur 5,2 Sekunden erledigt der Benziner diese Übung. 4,7 Liter genügen dem Selbstzünder für 100 Kilometer, der sein maximales Drehmoment von 470 Newtonmeter bei 1.750/min abgibt, der Benziner mit 400 Nm bei 2.250 Nm braucht 6,2 Liter auf der Standard-Distanz.

Für die flache Drehmomentkurve sorgt ein variabler elektrohydraulischer Ventiltrieb. Zusammen mit der sehr sanft, aber passgenau schaltenden 8-Gang-Automatik steht so in jeder Fahrsituation genügend Drehmoment bereit. Nur wer eine noch sportlichere Gangart wünscht, muss die Übersetzungen über große Schaltwippen am Lenkrad manuell wechseln. Meist aber genügt es, den dynamischen der drei Fahrmodi der Giulia zu wählen. Dann schaltet der Automat schneller und legt später die jeweils höhere Stufe ein.

Der 4Q-Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung gehört beim Veloce-Modell zur Serienausstattung. In normalen Fahrsituationen leitet er 100 Prozent des Antriebsmoments zur Hinterachse.

Die präzise Lenkung bleibt dann frei von den Krafteinflüssen des Motors, die Giulia fährt sich agil wie eine hinterradgetriebene Sportlimousine mit verhaltenem Hang zum Übersteuern. Reicht die Traktion der Hinterräder nicht, werden bis zu 50 Prozent der Antriebskräfte zu den vorderen Rädern geleitet.

Das hilft in Kurven mit wenig Grip oder auf verschmutzter Fahrbahn, die Giulia wird quasi um die Biegung herumgezogen. Ein Mittel-Sperrdifferenzial begrenzt den Drehzahlunterschied zwischen Vorder- und Hinterachse auf 2,5 Prozent.

Der Allradantrieb ist trotz seiner Leistungsfähigkeit mager konstruiert: Er steigert das Gewicht, bezogen auf die hinterradgetriebenen Versionen, vergleichsweise geringfügig um 60 Kilogramm.

Dafür wird die Kardanwelle aus Carbon gefertigt, die Batterie wandert zur besseren Gewichtsverteilung in den Kofferraum. Die Radaufhängungen sind aus Aluminium, die Federung stellt einen gelungenen Kompromiss für Komfort und Dynamik dar.

Auch wenn die leicht veränderten Stoßfänger der Veloce-Version eine eher kräftige Statur beim Blick aufs Heck bescheren, die Giulia ist ein leichtes Mädchen.

Die Zahl der Assistenten an Bord ist überschaubar. Das Halten der Spur wird kontrolliert, ebenso die Kollisionsgefahr mit einem Hindernis. Dann springt die Notbremse ein, die auch Fußgänger zuverlässig erkennen soll.

Rückfahrkamera und Parkpilot sind außerdem im Angebot und bilden so ein Standard-Ensemble. Beim Infotainment spielt die Giulia ebenfalls nicht in der ersten Liga, sie will eben kein Smartphone mit Rädern sondern gerade als Veloce-Version eine fahraktive Sportlimousine sein, die jede Menge Gene der vielgepriesenen "Italianita" besitzt.

Damit soll sie der einst so kraftvollen Marke Alfa Romeo wieder auf die Beine helfen. Das bisherige Angebot war, abgesehen von Giulietta und Mito weder marken- noch marktkonform und hat viele ehemalige Kunden verprellt. Mit Exoten wie dem Coupé Brera und dem misslungene Spyder - beide mit Frontantrieb - konnten die wahren Alfisti nichts anfangen.

Die Giulia kehrt zurück zu den traditionellen Werten der Marke und soll ihre teils exklusive Technik nach den Worten von Alfa-Romeo-Chef Fabrizio Curci noch eine ganze Weile als Alleinstellungsmerkmal für sich behalten.

Der Dieselmotor wird zwar auch im Alfa-SUV Stelvio zu finden sein, der im kommenden Jahr debütiert. Aber allenfalls in einigen Jahren erst beim Schwesterunternehmen Jeep im neuen Compass. Eine weitere Neuheit der Italiener ist entgegen zurückhaltender Äußerungen Curcis schon beschlossene Sache: 2017 wird eine Kombiversion die Giulia-Familie bereichern.

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