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Mutbürger

Alltags-Sportler oder Drift-Monster? Beides! Der Ford Focus RS ist ein Multi-Talent, das sich auch für die - mitunter quere - Fahrt zur Arbeit eignet.

Klaus Brieter/mid

Wenn Sie Ihr Auto ausschließlich dazu nutzen, sich im morgendlichen Stau zur Arbeit und im abendlichen Stau nach Hause einzureihen, dann werden Sie vermutlich jetzt nicht weiter lesen.

Denn dafür ist der Ford Focus RS nicht konzipiert, obwohl er auch mit dieser geschilderten Situationen ganz gut fertig wird. Aber damit wäre er ständig unterfordert, wie ein hochbegabtes Kind im konventionellen Schulbetrieb.

Das wird schon bei einem Blick auf die technischen Daten deutlich. Denn aus 2,3 Litern Hubraum zaubert der EcoBoost-Motor locker 350 PS, die er an seinen Allradantrieb weiterreicht. Damit rennt der zornige Geselle in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 hoch und ist bis zu 266 km/h schnell.

Seine maximale Durchzugskraft (440 Nm oder kurzzeitig sogar 470 Nm) entwickelt der Vierzylinder übrigens schon ab Motordrehzahl 2.000/min. Anders als seine Konkurrenten im Kraftmeier-Segment der Allrad-Kompaktklasse wird der Focus RS nicht per automatisierten Doppelkupplungsgetriebe geschaltet: Hier sortiert der Fahrer die Gänge mit einem "ehrlichen" 6-Gang-Getriebe noch selbst. Die kürzeren Schaltwege als in den übrigen Focus-Modellen bescheren schnelle und präzise Gangwechsel.

Um den Charakter des RS von gutmütig-ausgewogen auf erkennbar zornig zu wandeln, genügt ein Druck auf die Fahrmodustaste, die die Einstellungen Normal, Sport, Rennstrecke und Drift anbietet. Normal und Sport sind fürs brave Fahren vorgesehen, der Rest für die Hausstrecke oder noch besser, abgesperrte Areale.

Was beim jeweiligen Tastendruck hinter den Kulissen abläuft, ist beeindruckend. Die Elektronik nimmt sich jeweils das Lenkgefühl, das ESP, den Allradantrieb, das Dämpfersystem, den Motorsound und die Gaspedalkennung vor.

Im Ergebnis wird der RS straffer oder gar bretthart, in seiner Lenkreaktion noch präziser oder lässt sich im Drift mit ausschwenkendem Heck um die Ecke fahren - einen Mutbürger am Steuer vorausgesetzt.

Ein solcher ist zweifellos Ken Block (großes Bild oben), der an der Fahrwerks-Abstimmung der Driftmaschine mitgearbeitet hat. Sein Fahrstil wirkt so, als wolle er einen kompletten Satz Räder schon in der ersten Kurve vernichten.

Aber nicht immer: Will Ken aus dem Stand heraus optimal beschleunigen, nutzt er die "Launch-Control": ersten Gang einlegen, Vollgas geben, Kupplung kommen lassen - den Rest erledigt das System, um - angepasst auf die Fahrbahnoberfläche - kein Millisekündchen der Beschleunigung durch hilflos durchdrehende Räder verlorengehen zu lassen.

Klar: Dem Dampfhammer-Motor müssen auch die Bremsen gewachsen sein. Auch da hat Ford nicht gespart und die großzügig dimensionierte und dennoch leichte Anlage des Spezialherstellers Brembo implantiert, dessen Name auf den - um 200 Euro Aufpreis in auffälligem Blau lackierten - Bremssätteln deutlich zu lesen ist. Ausgeklügelte Luftkanäle sorgen dafür, dass die edlen Teile auch bei hartem Dauereinsatz nicht den Hitzetod sterben.

Das RS-Feeling rundum wird außen durch die Karosserie-Optik mit Heckspoiler am Dachende und innen mit kübelartigen Recaro-Sitzen sowie dem wulstigen Lederlenkrad samt Zusatzinstrumenten genauso unterstützt, wie durch den Motorsound, der von brav brabbelnd bis laut trompetend reicht.

Rein theoretisch ist der Focus RS mit 7,7 l Super Plus pro 100 km zu fahren. Wir vermuten, dass Ken Block fallweise leicht darüber liegt. Wollen Sie mit Ihrem Auto nicht nur ins Büro fahren, sondern am Wochenende auch mal bei der Rennstrecke vorbeischauen, und wenn Sie mindestens 46.950 Euro (Deutschland: 40.000 Euro) übrig haben, dann war es doch ganz gut, dass Sie bis hierher weiter gelesen haben.

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