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BMW 5er Touring - erster Test BMW 5er Touring 2017

Edelfrachter

Kurz nach der neuen BMW 5er-Limousine rollt auch die Kombiversion 5er Touring an den Start. Kein Wunder, sie verkauft sich auch besser.

mid/brie

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Offensichtlich mögen speziell die europäischen Kunden, für die der 5er-Touring laut Verkaufsvorstand Ian Robertson gezielt entwickelt wurde, diese Mischung aus Luxus, sportlichem Fahrgefühl, großzügigem Platzangebot und praktischem Nutzen.

Auch dem Kombi kommt es bei der Agilität zugute, dass BMW das Gewicht gegenüber dem Vorgänger konsequent reduziert hat. Zum Beispiel ist jetzt die Heckklappe aus Aluminium gefertigt. Und damit der Wagen bei reichlich Zuladung auch in der Grundausstattung nicht nach hinten durchhängt, gehört die Hinterachs-Luftfederung mit Niveauregulierung zur Serienausstattung.

Die Eleganz seines Auftritts schöpft der 5er-Touring aus seiner langen Dachlinie, die dem Wagenkörper in der Seitenansicht ein gestrecktes Aussehen verleiht. Insofern muss sich der Kombi nicht hinter der Limousinen-Variante verstecken, die ebenfalls eine gute Figur abgibt.

Die Vorteile, die der Kombi bietet, wenn man die Anforderungen von Business bis Familie optimieren will, sind schnell erkennbar: Denn an der Nutzbarkeit des Frachtbereichs hat BMW gegenüber dem Vorgängermodell kräftig gewerkelt. Das fängt schon bei den Eckdaten des Gepäckraums an: Jetzt passen je nach Lehnenkonfiguration maximal zwischen 570 und 1.700 Liter rein, die gesamte Zuladung ist je nach Modellvariante auf 730 Kilo angewachsen.

Das allein macht einen praktischen Kombi noch nicht aus. So lässt sich die Rücksitzlehne in drei Segmenten umlegen (Verhältnis 40:20:40). Für eilige Zuladung empfehlen sich die beiden Elektroschalter im Heckklappenbereich, mit denen die Lehne nach beidseitigem Knopfdrücken komplett weggeklappt ist. Geht es nur um die Mitnahme von kleineren Gegenständen, wie zum Beispiel Regenschirmen und Taschen, offeriert der Fünfer wie gewohnt ein hilfreiches Detail: Das Heckfenster lässt sich separat öffnen und schließen - auch bei dieser kleinen Lösung fährt das Abdeckrollo höflich auf und zu, sodass nach dem Einladen der Kofferraum vor neugierigen Blicken geschützt ist.

Unter dem Laderaumboden warten zwei flache Fächer auf Kleinteile aller Art. Zudem können hier die zwei Kassetten für die Rollpersenning des Frachtraums und das Gepäcktrennnetz in passenden Aussparungen verstaut werden, wenn sie gerade nicht benötigt werden. Auch einen herausklappbaren Plastikhaken zum Einhängen von Einkaufstüten (zwei wären besser) sowie zwei seitliche Laderaumbeleuchtungen und eine Steckdose sucht man nicht vergeblich.

Der 2,0-Liter-Turbodiesel des von uns gefahrenen 520d Touring kommt mit dem 1,6 Tonnen schweren Auto gut zurecht. Wer nicht von besonders sportlichem Ehrgeiz angetrieben wird, kann mit den 190 PS ganz gut auskommen.

In Kombination mit dem fantastisch fein schaltenden Achtgang-Automatik-Getriebe beschleunigt der 520d immerhin in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Dieselkonsum hält sich in Grenzen. Im Prospekt ist sogar von einem Durchschnittsverbrauch von um die 4,5 Liter je 100 Kilometer die Rede.

In der Praxis schaffen wir bei gemischter Fahrweise mit bis zu vier Personen plus etwas Gepäck an Bord einen Durchschnittswert von knapp weniger als 7,5 Liter, was bei der Größe und der Leistung des Wagens allerdings auch keine Unverschämtheit bedeutet.

Beim Fahren zeigt sich der Touring von seiner besten Seite. Denn er kann beides: komfortabel und sportlich. Abgesehen davon, dass schon in der Grundeinstellung ein angenehmer Kompromiss gefunden ist, kann der "Pilot" die Gesamtabstimmung über den Fahrerlebnisschalter, der links neben dem Getriebewählhebel auf der Mittelkonsole zu finden ist, je nach Gusto beeinflussen.

Per Tastendruck (Comfort, Sport und Eco Pro) werden die Kennlinien von Lenkung, Gaspedal, die Schaltdynamik des Steptronic-Getriebes und das Kennfeld der elektronisch geregelten Dämpfer angepasst.

Da der Testwagen mit der "dynamischen Dämpfer-Control" ausgestattet war, konnten wir die zusätzliche Option "Adaptive" nutzen, bei der sich die Komponenten jeweils am Fahrstil und an der Fahrbahn orientieren. Mit der optional erhältlichen Integral-Aktivlenkung setzt der BMW das abgedroschene Klischee, dass ein Auto "wie auf Schienen" um die Kurve brausen kann, nahezu perfekt um. Auch bei flott gefahrenen Spurwechseln auf der Autobahn bringt die mit- oder gegenlenkende Hinterachse spürbar mehr Gelassenheit in die Fahrmanöver.

Mit dem aktuellen Fünfer Touring ist BMW mal wieder eine interessante Mischung aus sportlicher Limousine und geräumigem Transportgerät gelungen. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass sogar in der Business-Welt zurzeit eher "Downsizing" angesagt ist, wird sich der aktuelle 5er-Touring auf seiner guten Position im Feld stabilisieren. Bei Privatleuten ist er sicher seltener auf dem Radarschirm zu erkennen, was einfach an den üppigen Preisen liegt.

Man kann es am Testwagen festmachen: So ganz ohne alles kostet das in Österreich preisgünstigste Modell, der 520d Touring, bereits 54.750 Euro (Deutschland: 45.400 Euro). Für die Achtgang-Automatik sind 1.951 Euro (D: 2.250 Euro) Aufpreis fällig, für den Allradantrieb 5.200 Euro. Mit der riesigen Menge an erhältlich Extras lässt sich der Kaufpreis sehr schnell auf 80.000 Euro und mehr pushen.

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