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Operation Golf

Schnörkellos, solide und europäisch: Der 4,34 Meter lange Hyundai i30 wurde in Deutschland entwickelt und wird in Tschechien gebaut.

mid/ld

Nach der ersten Generation im Jahr 2008 und der zweiten von 2012 führt Hyundai jetzt die dritte Auflage des Kompaktmodells i30 ein. Der in Deutschland entwickelte VW-Golf-Gegner wird in Tschechien gebaut und stand jetzt für eine ersten Test parat.

Obwohl der Hersteller das Design als Kaufgrund Nummer 1 ausgemacht hat, sieht der Fünftürer eher unspektakulär aus. Das Heck erinnert ein wenig an den Dauerbestseller aus Wolfsburg, die Front mit dem großen Grill kommt auch nicht ganz unverwechselbar daher - doch das muss kein Nachteil sein.

Offensichtlich wollten die Formgeber kein polarisierendes Fahrzeug, sondern schufen ein zeitloses, klares Aussehen. Gegenüber dem Vorgänger ist er in Länge, Breite und Höhe jeweils ein wenig gewachsen, der Radstand bleibt gleich. So spielt der i30 seine Trümpfe eher auf anderen Gebieten aus, etwa bei der echten, aufpreisfreien Fünfjahresgarantie ohne Kilometerbegrenzung.

Zunächst gibt es den rund 4,30 Meter langen i30 nur als Fünftürer. Anfang März wird der Kombi auf dem Genfer Salon stehen. Später im Jahr folgt die Emotionalisierung des Modells als leistungsstarke, sportliche N-Performance-Variante. Und für Anfang 2018 ist der i30 als schickes, dreitüriges Fastback angekündigt.

Doch der Reihe nach: Der jetzt zur Probe ausgeführte i30 ist mit Benzin- und Dieselmotoren in jeweils drei Leistungsstufen zu bekommen. Die Selbstzünder haben 1,6 Liter Hubraum und leisten 70 kW/95 PS, 81 kW/110 PS und 100 kW/136 PS. Einstiegsbenziner ist der 1,4 Liter-Vierzylinder mit 73 kW/100 PS. 88 kW/120 PS leistet der Dreizylinder mit 998 Kubikzentimeter Hubraum und Turboaufladung. Der zunächst stärkste Benziner mit knapp 1,4 Liter kommt auf 103 kW/140 PS.

In jedem Fall sind die Motorgeräusche gut gedämmt und werden nie lästig. Der Innenraum erfreut mit einem übersichtlichen und aufgeräumten Cockpit, das keine Rätsel bei der Bedienung aufwirft. Klar gezeichnete Instrumente informieren, aber es hätten ein paar Knöpfe weniger sein dürfen. Der auf der Armaturentafel schwebende Bildschirm liegt gut im Blickfeld und das Lenkrad ist in Höhe und Weite verstellbar. Und natürlich scheppert nichts, auch nicht auf holperigen Wegen: Die Verarbeitung hinterlässt den gewünschten Premium-Eindruck.

Die Sitze bieten keinen ausgeprägten Seitenhalt, sind aber sehr bequem und wirken dank großer Auflagefläche und angenehmer Polsterung langstreckentauglich. Raumgefühl und -angebot überzeugen nicht nur die Vornsitzenden, sondern auch die Passagiere im Fond.

Der relativ flache Gepäckraum, unter dessen Boden noch ein Ablagefach versteckt ist, fasst 395 Liter und ist durch das Umklappen der Sitzlehnen auf 1.300 Liter Volumen erweiterbar. Der Boden ist jedoch nicht eben, sondern steigt leicht an.

Sehr überzeugend ist die Übersichtlichkeit des i30. Das gilt insbesondere für den Ausblick nach vorn durch Kotflügelwölbungen mit Peilkanten à la Porsche. Und die C-Säulen sind nicht allzu breit, sodass sie den Blick nach schräg hinten nicht über Gebühr einschränken.

Schon in der Grundausstattung "Life" ab 17.900 Euro (Deutschland: "Pure" ab 17.450 Euro) ist die Sicherheitsausrüstung richtig gut: mit Müdigkeitswarner, aktivem Spurhalte-Assistent, City-Notbremsfunktion, Fernlicht-Assistent, Berganfahrhilfe und Tempomat. Auch Klimaanlage, RDS-Radio und Bluetooth gehören dazu.

Die weiteren Ausstattungslinien heißen "Comfort" (ab 18.990 Euro), "Premium" (ab 22.990 Euro) und "Style" (ab 26.490 Euro). Zur Wahl stehen ein manuelles 6-Gang-Getriebe und ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Letzteres gibt es aber nur für den 140 PS-Benziner sowie die Diesel mit 110 und 136 PS.

Die Handschaltung funktioniert tadellos. Die Gänge rasten auf kurzen Wegen präzise ein. Ebenso einwandfrei arbeitet die automatisierte Version, auch in Kombination mit dem Start-/Stopp-System. Dazu passt die feinfühlig und zielgenau arbeitende Lenkung mit guter Rückmeldung und geringen Antriebs-Einflüssen.

Gut gelungen ist den Entwicklern auch die Abstimmung des Fahrwerks. Es verzichtet auf unnötige Härte, ohne schwammig zu sein. Die angekündigten N-Performance-Ausführungen werden dann sicher die ambitionierten Piloten befriedigen und straffer abgestimmt sein.

Der neue i30 ist mit 53 Prozent Anteil an hochfesten Stählen gebaut und wiegt 28 Kilogramm weniger als der Vorgänger. Gleichzeitig ist die Karosserie 20 Prozent verwindungssteifer - auch deshalb scheppert beim i30 nichts.

Etwas mehr rappeln dürfte es aber ruhig bei den Fahrleistungen. So wirkt der kleine Dreizylinder mit 120 PS schon etwas angestrengt und nicht sehr spritzig, obwohl er genügend Durchzugskraft bereitstellt.

Mit dem 1,4-Liter-140 PS-Benziner geht der i30 souveräner vorwärts, ohne wesentlich mehr zu verbrauchen. Der Bordcomputer meldet nach den Testfahrten 6,5 und 7,0 Liter je 100 Kilometer. In diesem Bereich war auch der 136 PS starke Diesel unterwegs.

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