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Neuer Peugeot 508 - erster Test Peugeot 508 2018

Etwas anders

Der Peugeot 508 geriet deutlich dynamischer als sein Vorgänger - um acht Zentimeter kürzer, flacher und im Stil eines viertürigen Coupés.

mid/me

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Es geschieht nicht oft, dass Automodelle von einer Generation zur nächsten schrumpfen. Der Peugeot 508 ist so ein Fall. Gleich um acht Zentimeter ist die zweite Auflage kürzer als der bis 2015 gebaute Vorgänger, der ein klassisches, großes Stufenheck-Automobil war. "Die normale Limousine hat keine Zukunft", glaubt man bei der Marke des französischen PSA-Konzerns, "eine radikale Kompakt-Limousine aber schon."

Ergebnis dieser Überlegungen ist ein viertüriges, 4,75 Meter langes Coupé mit rahmenlosen Scheiben und damit ein Konkurrent zum VW Arteon. Breiter und flacher als bislang gerieten die Proportionen außerdem, womit das neue Topmodell der Franzosen nun deutlich präsenter und dynamischer auf der Straße steht als der erste 508.

Der Eindruck, hier sollte eigentlich ein langer Sportwagen entstehen, festigt sich im Innenraum: Eine breite Mittelkonsole dominiert den vorderen Bereich, sodass Fahrer und Beifahrer sich regelrecht vom Auto umschlossen fühlen, dazu ist die Bedieneinheit mit Touchscreen ein paar Grad dem Fahrer zugewandt. Hinten bleibt trotz der Verkürzung komfortabler Knieraum, Passagiere über 1,85 Meter Körpergröße berühren allerdings mit dem Kopf schon das abfallende Dach. Der fünfte Platz, also jener hinten in der Mitte, ist eher als Notsitz ausgeführt. Ein Transportvehikel ist der Peugeot 508 also trotz praktischer Heckklappe nicht - dieses Attribut wird viel eher auf den Kombi passen, der im Herbst 2018 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt wird.

Peugeot orientiert sich klar am angeblich wichtigsten Kunden, dem Dienstwagen-Nutzer, und verspricht "besonders niedrige Betriebskosten". Das gilt besonders für die Diesel, die vorerst, allen Diskussionen zum Trotz, 70 Prozent der Verkäufe stellen sollen. Erst wenn die geplanten Hybrid-Varianten lieferbar sind, sollen Benziner auf- und den Diesel sogar überholen.

Fahrspaß gehört allerdings auch beim Selbstzünder zum Konzept. Der Fahrer umfasst das bei Peugeot inzwischen bekannte superkompakte Lenkrad, das oben und unten abgeflacht ist - und unterhalb der Instrumente sitzt. So hat man stets freien Blick auf das voll digitalisierte Cockpit und seine netten animierten Spielereien mit verschiedenen wählbaren Designs.

Der kompakte Lenkkranz lässt zudem Sport-Feeling aufkommen, wenn man das Groß-Coupé um die Kurven zirkelt. Das adaptive Fahrwerk erlaubt die Einstellungen mit den Bezeichnungen Eco, normal und Sport, was die straffe Charakteristik durchaus rechtfertigt. Einen Komfort-Modus gibt es nicht: So setzt sich Peugeot von anderen Konzernmarken wie DS ab, die auf eine "typisch französische", also eher softe Abstimmung setzen.

Der große Dieselmotor mit 180 PS mit Achtgang-Automatik passt hervorragend zu dieser sportlichen Attitüde. Mit kräftigem Drehmoment treibt er den Wagen auch über bergige Landstraßen und schnelle Autobahn-Etappen. Dass er dabei durchaus auch kernig wirken kann, stört bei diesem Gesamtkonzept nicht weiter.

Für die alltägliche Fahrt tut's natürlich auch der Basis-Diesel mit 130 PS, aber stimmiger zum Wagen und seinem sportlichen Anspruch passt eben die größere Lösung. Der Top-Benziner mit 225 PS übrigens auch - sicher wird er ebenfalls seine Kunden finden.

An Bord sind die zeitgemäßen Assistenzsysteme wie Spurhaltung und Radar-Tempomat. Dazu gibt's ein modernes Bediensystem, bei dem Peugeot gegenüber früheren Voll-Touch-Lösungen wieder einen Schritt zurückgeht. Das ist durchaus überzeugend und übersichtlich gelungen: Echte und damit auch leichter zu findende Tasten rufen das jeweilige Menü auf, das sich dann im berührungsempfindlichen Schirm steuern lässt. Eine klare, verständliche Aufgabenteilung zwischen realer und virtueller Welt.

Das Smartphone lädt kabellos in der optionalen, etwas versteckten Schale; für die Anbindung per Apple CarPlay und Android Auto braucht's aber noch die Strippe. Die Musik, die von der Playlist dann durchs Auto perlt, klingt dafür besonders natürlich: Mit Focal übernimmt, in dieser Fahrzeugklasse einmalig, optional eine echte High-End-Klangschmiede die Audio-Ausstattung.

Der Peugeot 508 ist in den Ausstattungsniveaus „Active“, „Allure“, „GT-Line“ und der Topversion „GT“ verfügbar. In der Einstiegsversion mit der Ausstattung Active und 130-PS-Diesel kostet er 34.150 Euro (Deutschland: 31.250 Euro).

In der gefahrenen Topversion GT mit 180-PS-Diesel und Achtgangautomatik stehen 49.350 Euro (D: 46.450 Euro) in der Preisliste. Bei den Benzinern notiert der neue 180-PS-Benzinmotor bei 37.650 Euro und der 225-PS-Benziner in der Ausstattungslinie GT bei 48.500 Euro. Beide Benzinmotorisierungen sind ausschließlich mit Achtgangautomatik erhältlich

Viertürige Coupé-Limousine, Länge 4.750 mm, Breite 1.847 mm, Höhe 1.404 mm, Radstand 2.793 mm, Tankinhalt 55 l, Kofferraumvolumen 487 l, Gewicht 1.535 kg
Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel, 1.997 ccm, Frontantrieb, Achtgang-Automatik, 130 kW/180 PS, 0-100 km/h 8,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 235 km/h, Verbrauch 4,7 l/100 km, CO2-Emissionen 124g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis: 49.350 Euro (Deutschland: 46.450 Euro)
BlueHDI 130: ab 34.150 Euro (D: 31.250 Euro).

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