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Strahlemann

Seit 1982 gibt es den Opel Corsa - bis heute das erfolgreichste Auto der Marke. Wir testen Vorserien-Modellen der sechsten Generation.

mid/Mst

Hornbach in der Südwestpfalz (Deutschland), nur einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt. Vier Autos im schwarz-weißen Tarnkleid, im Volksmund Erlkönig genannt, warten darauf, bei einem "Validation Drive" auf Herz und Nieren - oder vielmehr auf Herz und Beine getestet zu werden. Denn die Vorserien-Autos absolvieren Abstimmungsfahrten für Fahrwerk und Lenkung. Und Opel lässt bei der Gelegenheit zum ersten Mal mit dem neuen Corsa auf Tuchfühlung gehen.

Die sechste Generation des meistverkauften Modells der Rüsselsheimer mit mehr als 13,6 Millionen Autos weltweit seit der Markteinführung 1982 soll die Erfolgsgeschichte des Kleinwagens fortschreiben. Immerhin: Knapp jeder vierte verkaufte Opel ist ein Corsa. Damit das so bleibt, hat Opel für den Corsa F, den ersten unter PSA-Dach, einige grundlegende Neuerungen parat.

Statt sanfter Design-Änderung kommt der Neue flacher (45 Millimeter) und gestreckter daher, wirkt trotz des nur leicht angewachsenen Radstandes (28 Millimeter) größer und geräumiger als sein Vorgänger. Und das Beste: Opel bringt mit dem optionalen Matrix-LED-Licht "IntelliLux" höherklassige Technik in das Kleinwagen-Segment - ein Schritt, den die Kunden mit Bestellungen belohnen sollen.

Optisch werde der neue Corsa viele überzeugen, versprechen die Rüsselsheimer. Zwar verbirgt die Tarnung das neue Design, lässt Konturen verschwinden und Sicken und Kanten im Verborgenen, aber klar ist: Dieser Corsa wird ein echter Hingucker, vielleicht sogar eine Design-Ikone wie es die zweite Generation war. Diese ist mit rund vier Millionen verkauften Exemplaren die bis dato erfolgreichste.

Die erste Testfahrt im Prototypen zeigt, dass die Rüsselsheimer Ingenieure, die für den neuen Corsa erstmals auf die PSA-Konzernplattform namens CMP (Common Modular Platform) zurückgreifen, gegenüber dem Vorgänger einen großen Schritt in Sachen Fahrdynamik gemacht haben. Wenn bereits der Blick aufs Papier vermuten lässt, dass sich 108 Kilo Gewichtseinsparung bemerkbar machen müssen, erbringt die Testfahrt den Beweis: dieser Corsa ist viel mehr als ein kleiner City-Flitzer.

Der Opel Corsa F fühlt sich auch beim Kurvenräubern auf Landstraßen wohl. Zwei Motor-Getriebe-Varianten stellt Opel bei den Erprobungsfahrten zur Verfügung: den 1,2-Liter Dreizylinder mit 100 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe und mit 130 PS und Achtstufen-Automatik.

Im direkten Vergleich mit dem jeweiligen Vorgängermodell (beim Automatikgetriebe sind es in der aktuellen Generation Corsa E sechs Gänge) wird nach wenigen Metern deutlich, welch großen Sprung dieses kleine Auto gemacht hat.

Vor allem die Automaten trennen Welten: Das neue in Verbindung mit dem agilen Turbobenziner ist ein echter Geheimtipp. Wer bisher der Meinung war, dass in einen Kleinwagen manuelle Getriebe gehören, wird hier eines Besseren belehrt - Opel hat blitzsaubere Arbeit geleistet.

Aber auch das manuelle Sechsganggetriebe verdient Lob. Es lässt sich tadellos schalten, die Schaltwege sind nicht zu lang und der 100-PS-Turbo passt richtig gut dazu. Diese Kombination wird voraussichtlich bei den Kunden die Nummer 1 sein.

Ab Herbst 2019 steht der neue Opel Corsa mit Verbrennungsmotoren beim Händler. Das Einstiegsmodell bekommt den 1,2er-Turbo mit 75 PS, einen Diesel mit 100 PS und Sechsgang-Schaltung wird Opel ebenfalls anbieten. Und etwas später dann auch einen voll elektrischen Corsa, denn auch das lässt die modulare Plattform zu.

Die rein batterie-elektrische Variante leistet 100 kW/136 PS und hat eine Reichweite von 330 Kilometern (WLTP). Für den Sprint von 0 auf 100 km/h braucht der neue Opel Corsa-e 8,1 Sekunden. Innerhalb von 30 Minuten kann die 50-kWh-Batterie per Schnellladung zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden. Egal, ob Kabellösung für die Haushaltssteckdose, Wallbox oder High-Speed-Charging bis zu 100 kW - der Neue ist auf alle Ladeoptionen vorbereitet.

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