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Facegelifteter Opel Astra - erster Test

Großes Update

Ehe die renovierte Version des Opel Astra auf der IAA ihre Publikums-Premiere feiert, haben wir den Kompakten mit Blitz bereits getestet.

mid/asg

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Optisch auffälligstes Merkmal des Opel Astra Facelifts ist die schlanke Chromspange im Kühlergrill, die jetzt in Insignia-Manier die volle Breite des Lufteinlasses überspannt und in die Scheinwerfer ausläuft. Standard ist hier weiter Halogenlicht, neben den Matrix-LED-Scheinwerfern bietet Opel jetzt auch "einfaches" LED-Licht an. Nicht sofort sichtbar, aber hochinteressant ist, was hinter diesem Chromelement und dem Kühler steckt.

Aerodynamik heißt hier das Stichwort. Zu ihrer Optimierung wurden alle kritischen Stellen vor und unter dem Auto, im Motorraum und an den hinteren Achsen im Windkanal optimiert. Das Ergebnis: Mit einem Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) von 0,255 ist der Astra Sports Tourer in dieser Disziplin jetzt der neue Opel-Champion. Der Fünftürer kommt auf einen cw-Wert von 0,26.

Maßgeblich dafür ist eine neue Kühltechnik. Hinter dem aufgehübschten Frontgrill befindet sich jetzt eine zweigeteilte Jalousie mit einer elektronischen Steuerung. Die erlaubt, anhand von Temperatur- und Geschwindigkeitsparametern den Luftstrom durch Öffnen und Schließen zu modifizieren. Im geschlossenen Zustand wird die Aerodynamik verbessert und damit der Verbrauch gesenkt.

Hinter dem Aero-Shutter genannten Kühlluft-Regulator baut Opel eine komplett neue, in Rüsselsheim entwickelte Motorengeneration ein. Alle Aggregate erfüllen die ab 2021 vorgesehene Abgasnorm Euro 6d schon jetzt. Dreizylinder sind auf der Benzin- und der Dieselseite die angesagten Hausnummern. Die bei ungerader Zylinderzahl auftretenden Motorschwingungen besänftigen die Rüsselsheimer mit Ausgleichswellen im Motor.

Für die Turbobenziner sind 1,2 Liter die Maßzahl für den Hubraum. Aus ihm können 110 PS und 195 Newtonmeter für das Basismodell geholt werden, die Stufe zwei sind 130 PS und 225 Nm, Stufe drei liefert 145 PS und 225 Newtonmeter. Für alle drei Varianten sind sechs Gänge und manuelle Schaltung Standard. Für Automatik-Kunden hat Opel hier noch einen 1,4 Liter Dreizylinder mit 145 PS (236 Nm) im Angebot, der immer an ein stufenloses (CVT-)Getriebe gekoppelt ist.

Das überrascht positiv, denn den gefürchteten Gummibandeffekt hat Opel besser im Griff als die meisten Wettbewerber. Der Dreizylinder klingt etwas knurrig, aber nicht gequält. Er beschleunigt den Astra im 9,8 Sekunden auf 100 km/h und ist in der Spitze für 210 km/h gewappnet.

Auch beim Diesel reduzieren sich die Hubräume. Aus 1,6 Litern mit vier Zylindern werden Dreizylinder mit 1,5 Litern Hubraum, die mit bis zu 2.000 bar Einspritzdruck befüllt werden.

Die Basisversion des neuen Selbstzünders bringt es auf 105 PS und 260 Newtonmeter. Die Alternative sind 122 PS und 300 Newtonmeter. Für diesen Motor gibt es dann die erste Neungang-Automatik bei Opel als Alternative zur Sechsgang-Schaltung, wobei dafür das Drehmoment leicht auf 285 Newtonmeter zurückgenommen wird.

Unterm Strich ergeben sich bei den Benzinern Verbrauchsverbesserungen um etwa einen halben Liter pro 100 Kilometer, bei den schon bisher hocheffizienten Dieseln fällt die Verbrauchssenkung nicht ganz so stark aus. Fünf von sieben Motor-Getriebe-Varianten liegen jetzt bei der CO2-Emission unter der 100-Gramm-Grenze.

Auf einem größeren Anstieg kämpft der 122 PS-Diesel beherzt, aber auch gut hörbar. Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt das Reduzieren des Hubraums dann doch nicht. In der Spitze schafft der Motor es aber dann doch, den Astra auf 210 km/h zu beschleunigen. Bis 100 km/h vergehen 10,2 Sekunden. An Verbräuchen gibt Opel für den Fünftürer mit handgeschaltetem Benziner 4,4 Liter auf 100 Kilometer an (Automatik: 5,0 Liter), die Selbstzünder sollen mit 3,8 Litern (Automatik: 4,6 Liter) auskommen.

Bot der Astra schon bisher ein breites Band an Assistenzsystemen und Features, so kommen durch das Facelift neben den neuen LED-Scheinwerfern noch eine optimierte Front- und Rückfahrkamera hinzu. Auch eine beheizbare Windschutzscheibe bieten die Rüsselsheimer an. Passend zum Beginn der Auslieferung. Denn bis der Astra im November beim Händler steht, vergehen noch ein paar Wochen. Das Basismodell startet bei 19.990 Euro, der Sports Tourer, auf den inzwischen 60 Prozent aller Kundenbestellungen entfallen, kostet 1.000 Euro mehr.

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