
Seat Alhambra 2,0 TDI - im Test | 07.02.2011
Schiebung!
Nach 15 Jahren präsentiert Seat einen neuen Alhambra: In alle Richtungen gewachsen und mit Schiebetüren, aber nach wie vor preisgünstig.
Den neuen Alhambra mag man gar nicht wiedererkennen: Um zwölf Zentimeter wuchs er auf 4,85 Meter, gleichzeitig bietet er um neun Zentimeter mehr Breiten- und um acht Zentimeter mehr Radstands-Wachstum. Im Grunde eine andere Welt.
Aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der alte Alhambra im Herbst 1995 präsentiert wurde. Im Jahr 2000 folgte ein optisches Facelift, das nahezu bis heute seine Gültigkeit behielt. Gut für den Wiederverkaufswert („nach wie vor das aktuelle Modell“), schlecht für den Glauben in die Innovationskraft der Marke.
Eigentlich wollte Seat den Alhambra gar nicht mehr neu auflegen. Mit Altea und Altea XL glaubte man sich als sportliche Marke gut gerüstet für den Ansturm der Jungfamilien. Irrtum. Der Alhambra wurde derart vehement verlangt, dass an einer Neuauflage kein Weg vorbeiführte.
Wie gewohnt: VW Sharan als Bruder im Geiste
Wie gehabt fußt der Alhambra technisch auf dem VW Sharan. Genauer gesagt, er ist de facto baugleich. Beide werden nicht nur im portugiesischen Werk Palmela im Süden von Lissabon gebaut, beide sehen einander nach wie vor auffallend ähnlich.
Eine der Neuheiten betrifft abseits des Größenwachstums die hinteren Schiebetüren. Selbige sind in jedem Fall in schmalen Schrägparklücken praktischer. Gegen Aufpreis öffnen sie auch elektrisch – genau wie die Heckklappe.
Im Gegensatz zum stärksten Konkurrenten, dem Ford Galaxy, bietet Seat sieben Sitzplätze nicht serienmäßig an. Sie sind zum Mehrpreis von 1.700 Euro zu haben. Als Fünfsitzer bietet der Alhambra dafür das größere Gepäckvolumen – 2.430 zu 2.297 Liter.
Die Sitze bleiben jetzt an Bord
Früher mussten die Sitze allerdings ausgebaut werden, wollte man Zugriff auf das volle Raumvolumen. Schlecht für Nicht-Garagenbesitzer, die ja in der Mehrheit sind. Deshalb sind die Sitze nunmehr nicht mehr entfern-, dafür vollkommen flach umlegbar.
Drei Leistungsvarianten sind für den neuen Alhambra erhältlich, allesamt Turbo-Direkteinspritzer: ein Benziner mit 150 PS und ein Dieselmotor mit 140 oder 170 PS. Alle sind sie entweder mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik DSG erhältlich. Wir testeten die goldenen Mitte mit 140 PS und dem feinen Automatikgetriebe.
Zwei Ausstattungsvarianten
Die Ausstattungen heißen „Reference“ und „Style“. Erstere kommt serienmäßig mit ESP, Airbag fürs Fahrerknie, elektrischer Parkbremse, Klimaanlage, Fernbedien-Zentralsperre, beheizbaren E-Außenspiegeln, E-Fensterhebern, Wärmeschutzverglasung und Start-Stopp-System des Weges.
Bei Zweiterer gibt es zusätzlich Aluminiumfelgen, Chrom-Zierrat im Innenraum, ein Multifunktions-Lederlenkrad, Licht- und Regensensor, ein kräftigeres Soundsystem, höhenverstellbare Vordersitze und einen Tempomat zum Aufpreis von rund 2.500 Euro.
Auf Seite 2 erfahren Sie alles zum Thema Fahrleistungen, Raumangebot und der Preispolitik des neuen, großen Seat.
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