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Studie 2011: Marktforschung zur Elektromobilität

Gegenwind für Stromer

Prolytic und Karmasin präsentierten eine Umfrage zum Interesse an E-Mobilität in Österreich: Gegenüber dem Vorjahr ließ es leicht nach.

Im Juni 2011 haben Prolytic Demand Management und Karmasin Motivforschung in einem gemeinsamen Projekt Präferenzen der Österreicher zum Thema Elektro-Autos analysiert. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung der Marktanalyse von 2010, in der Prolytic und Karmasin eine erste Darstellung des noch jungen Marktes für Elektro-Autos in Österreich geliefert haben.

Nach wie vor ist die Einstellung zum Thema Elektro-Autos positiv. Als entscheidender Vorteil wird von den 750 Befragten der Umwelt- bzw. Klimaschutz sowie die geringe Lärmbelästigung, nachteilig die hohen Anschaffungskosten sowie die geringe Reichweite gesehen. Immerhin können sich fast 40% der Befragten vorstellen, in den nächsten Jahren ein Elektroauto anzuschaffen (2010 waren es noch 50%).

Waren die Befragten 2010 noch bereit 17.500 Euro für Ihr Elektroauto zu bezahlen, so hat die Inflation dieses Jahr den Wert auf 16.000 Euro gedrückt.
Währendessen ist die Nutzung des Elektroautos als Zweitwagen für 56% im Durchschnitt vorstellbar.

Basierend auf den Präferenzen ergeben sich vier Marktsegmente unterschiedlichen Potenzials:

Die Kostenrechner
In diesem Segment, das rund 32% des Marktes ausmacht, sind überwiegend Personen zwischen 30 und 59 Jahre (ca. 72%) und etwas mehr Männer (ca. 52%). Für 93% sind die Anschaffungskosten die wichtigste Eigenschaft eines Elektro-Autos. Ein Fahrzeug wird hauptsächlich für Fahrten zur Arbeit, für Freizeitaktivitäten und zur Erledigung von Einkäufen verwendet. Bei der Einschätzung, welcher Automobilhersteller ein alltagstaugliches E-Auto auf den Markt bringen wird, gibt es in diesem Segment einen klaren Favoriten: Toyota.

Die Skeptiker
Sie machen rund 31% des Marktes aus und sind hauptsächlich männlich. Diese nutzen das KFZ vorwiegend in der Freizeit. In diesem Segment ist die lange Reichweite eines Elektro-Autos besonders wichtig. Ebenso sind die Dichte des Ladestellennetzes und die kurze Ladezeit von Bedeutung. Überdurchschnittlich viele Personen halten Elektroautos für nicht alltagstauglich und technisch unausgereift.

Die Aufgeschlossenen
Sie machen rund 21% des Marktes aus. In diesem Segment sind in etwa 55% der Personen weiblich. Für ca. 60% stehen die geringen Energiekosten im Vordergrund. Ebenso sind die Dichte des Ladestellennetzes und die lange Lebensdauer (Batterie) wichtig. Immerhin können sich rund 48% vorstellen, in naher Zukunft ein Elektroauto als Erstauto zu nutzen. Ein Drittel der Befragten traut Renault am ehesten zu, ein alltagstaugliches Elektro-Auto auf den Markt zu bringen.

Die Zaghaften
Rund 16% des Marktes sind dieser Gruppe zuzurechnen. In diesem Segment überwiegen mit über 68% die Frauen. In dieser Gruppe steht mit 64% die Sicherheit im Vordergrund. Am meisten Kompetenz zum Thema Elektro-Mobilität wird Forschungsinstituten und Autofahrer-Clubs zugetraut.

vlnr.: Erich Dürnbeck, Prolytic; Sophie Karmasin, Karmasin Motivforschung; Michael Lichtenegger, Wiener Stadtwerke Holding; Friedrich Sommer, Denzel; Fritz Vogel, Everynear und Klaus Nemeth, Denzel

Insgesamt überwiegt die positive Einstellung zum Thema eMobilität. Auf einer Schulnotenskala von 1 bis 5 wird das Interesse mit 2,3 bewertet.

Für die Kaufentscheidung zählen vor allem Anschaffungskosten aber auch Reichweite und Energiekosten sind dominierende Entscheidungsfaktoren. Bei einer Reihung machen die ersten beiden Kriterien 50% aus (2010: 68%). An dritter Stelle stehen die Energiekosten/Stromverbrauch, die von 15% der Befragten als wichtigste technische Eigenschaft eines Elektro-Autos genannt wurde.

Lademöglichkeiten stellen einen wesentlichen Schlüsselfaktor dar, wenn es darum geht, eMobilität am Markt zu etablieren. Der eigene Wohnort wird als wichtigster Ladeort bewertet, gefolgt von speziellen Schnellladetankstellen, Lademöglichkeiten am Ort der Arbeit und am Straßenrand.

Die Kombination eines Elektro-Autos mit Vergünstigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln wurde positiv bewertet. Einen Anreiz könnten Förderungen darstellen. Über 87% der Befragten würden sich vom Vorhandensein einer Förderung in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen lassen.

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