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Bentley Continental GT, Speed & Flying Spur - schon gefahren

Edle Landpartie

Motorline.cc unterwegs mit den Bentley Continental Modellen, vom Cabrio GTC über die Limousine Flying-Spur bis hin zum Supersportler GT Speed.

Hier finden Sie Fotos der Bentley Continental Modelle!

Bentley, eine der ganz großen Nobelmarken mit langer Tradition, mittlerweile zum VW-Konzern gehörend. Einen Bentley sieht man nicht alle Tage, selbst hinterm Steuer – und sei es nur für ein paar Stunden – sitzen vermutlich die wenigsten Leute. Motorline.cc hatte das Vergnügen, mit der gesamten Modellpalette des Continental eine Ausfahrt in die Wachau und das Waldviertel zu unternehmen, ein erhebendes Gefühl.

Continental GTC: British open

Zu Beginn schnappten wir uns den Continental GTC also das Cabrio. Auch wenn das Wetter leider nicht ganz so mitgespielt hat, ein paar Kilometer offen fahren waren dennoch drin. Dann ist der Sound der zwölf Zylinder noch deutlicher hörbar, eine Klangkulisse, der man gerne lauscht.

Das äußere Erscheinungsbild ist beeindruckend, das Interieur wirkt äußerst gediegen, so wie man es von einem Bentley auch erwartet. Etwas aus der Reihe tanzen ein paar Details, die man aus dem VW Flaggschiff Phaeton kennt, die Verwandtschaft wird also nicht ganz verleugnet.

Mit satten 2,5 Tonnen Leergewicht ist so ein offener Bentley also beileibe kein Leichtgewicht. Der im britischen Crewe gebaute Luxusliner liegt satt auf der Straße, ein leichter Tritt aufs Gaspedal sorgt für vehementen Vortrieb. Die 100 km/h Marke wird nach nur 5,1 Sekunden erreicht, theoretisch läuft der GTC 312 km/h, wir glauben das, ohne es probiert zu haben. Übrigens: Wer lieber offen fährt, schafft nur 305 km/h, wir empfehlen im Anschluss einen guten Frisör…

Der Blick auf die Preisliste macht dann schnell deutlich, wie weit dieses Auto von Otto-Normalverbraucher entfernt ist, unter 237.800,- Euro geht gar nichts. Raum für Extras bleibt da freilich immer noch, dazu später mehr.

Contintental Flying Spur: Fahren oder Fahren lassen

Wir wechseln in den „Flying Spur“, stilecht aber in den Fond, lassen andere für uns am Lenkrad drehen. Wo andere Autos eine Durchreiche oder einen Skisack haben, wartet hier ein Kühlschrank. Und auch wenn der leer ist, aushalten lässt es sich in der zweiten Reihe auch so allemal. Bein- und Kopffreiheit in Hülle und Fülle, damit man seinen Bentley auf längeren Etappen nicht verspannt verlassen muss, gibt’s Massage-Sitze.

Mitfahren ist zwar entspannend, aber eben nicht wirklich spannend. Daher gönnen wir unserem Chauffeur eine Verschnaufpause und setzen uns selbst hinters Steuer. Ein Arbeitsplatz, der wohl nicht unter die „Hackler-Regelung“ fällt. Die wuchtige Limousine lässt sich einfach und erfreulich direkt steuern, wer „Flying Spur“ fährt, wird dies also durchaus auch dann tun, wenn der Butler grade frei hat.

Selbst eine sportliche Gangart bringt den Briten nicht aus der Spur, man sollte allerdings auf die hinten sitzenden Passagiere Rücksicht nehmen. Unter der Haube werkt das uns bereits aus dem GTC bekannte Triebwerk mit 12 Zylindern und 560 PS, Allradantrieb und Luftfederung verstehen sich bei beiden Modellen von selbst.

Der Flying-Spur benötigt übrigens ein Zehntel länger auf Tempo 100 km/h. Überraschend: Die große Limousine liegt gewichtsmäßig mit dem Cabrio fast gleichauf. Preislich liegt der Flying-Spur sogar deutlich darunter, aber auch bei 214.800,- Euro wäre es wohl vermessen, von einem Schnäppchen zu sprechen.

Continental GT Speed: Welcome to the club

Zum Abschluss wartet dann das eigentliche Highlight auf uns, der Continental „Speed“, die verschärfte Variante des Continental GT. Notwendig ist es natürlich nicht, auf die 560 PS des GT noch einmal 50 Pferde drauf zu packen, Spaß macht es aber umso mehr. Hierzulande sind sicher nicht viele Autos mit über 600 PS gemeldet, der exklusive Club ist garantiert.

Der Speed spricht noch etwas direkter an als der GT, tritt man das Gaspedal voll durch, erlebt man ein infernales Brüllen. Die Tachonadel schnalzt nach oben wie anderswo nicht einmal der Drehzahlmesser, das Automatikgetriebe sortiert elegant aber mit Nachdruck die Gänge. In nur 4,5 Sekunden hat man Tempo 100 km/h erreicht.

Aber Vorsicht, rein subjektiv wären 200 km/h ein gemütliches Reisetempo, ob die Exekutive das auch so sieht, sei dahingestellt… So gesehen haben wir ja Glück nicht zu den Superreichen zu zählen, denn es würde vermutlich nicht allzu lange dauern, bis wir auch bei diesem Auto die Dienste eines Chauffeurs in Anspruch nehmen müssten. 245.800,- Euro trennen uns vom Speed, wobei man die Keramikbremsen um 17.539,- Euro auf jeden Fall dazu nehmen sollte.

So oder so, letztlich sind das für den Großteil der Menschheit bestenfalls Träume, denn für 250.000,- Euro aufwärts kaufen sich die meisten wohl eher ein Haus denn ein Auto. Kein Wunder, dass Bentley-Österreich Boss Engstler hauptsächlich in den Osten verkauft. Es gibt ja schließlich Kunden, die zahlen solche Beträge aus der Portokasse…

Und die nehmen dann wahrscheinlich auch gleich das handgenähte und exakt in den Kofferraum des Continental passende Kofferset dazu, für schlappe 13.640,- Euro…

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