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Die deutschen Autobauer im Vergleich

Welche Marke gehört zu wem?

Gleich drei globale Auto-Giganten haben in Deutschland ihren Hauptsitz. BMW, Daimler und Volkswagen. 2017 stellten deutsche Hersteller insgesamt 16.475.676 Pkws her. Welcher Autobauer nimmt dabei die Spitzenrolle ein?

Das deutsche Auto-Herz pocht für viele Hersteller. In erster Linie sind Audi, Opel oder Porsche zu nennen. Allerdings gehören diese Marken zu bestimmten Konzernen. Seit 2017 zählt Opel zur französischen Groupe PSA. Das Unternehmen ist vor allem für Citroën und Peugeot bekannt. Audi und Porsche hingegen liegen in VW-Händen.

Im Endeffekt bleiben die Autokonzerne BMW, Daimler und VW übrig. Es existieren auch kleinere Hersteller wie Young Engineers Sportscar (YES!). Allerdings erzielen diese Unternehmen keine nennenswerte Marktanteile. Deshalb bleiben sie in diesem Vergleich außen vor. Alle Daten gelten für das Geschäftsjahr 2017.

1. Volkswagen

Die Wolfsburger gelten als umsatzstärkster Autohersteller der Welt. Mit über 10,7 Mio. verkauften Fahrzeugen zeigt VW der Konkurrenz die Rücklichter. Der Umsatz liegt bei stolzen 230 Mrd. Euro. Seit der Gründung im Jahr 1937 konnte sich Volkswagen als globaler Marktführer etablieren.

Marken: Audi, Bentley, Bugatti, Cupra, Ducati, Lamborghini, MAN, Porsche, Skoda, Scania, Seat, VW, VW Nutzfahrzeuge

Die Volkswagen AG ist breit aufgestellt. Es sind auch Luxushersteller wie Porsche im Portfolio enthalten. Zusätzlich setzt die Firma auf die LKW-Bauer MAN und Scania. Der Motorradhersteller Ducati rundet die Produktpalette ab. Allerdings hatte VW unter dem Diesel-Skandal zu leiden. 

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, investieren die Wolfsburger auch in E-Mobilität. Aushängeschilder sind der VW e-Golf und der brandneue Audi e-tron.

2. Daimler

Nach Toyota nimmt Daimler den dritten Platz ein. Hierfür reicht den Stuttgartern ein Umsatz von 164 Mrd. Euro aus. Die Anzahl der verkauften Fahrzeuge liegt bei 3,3 Mio. Exemplaren. In Deutschland reiht sich Daimler gemessen am Umsatz nach Volkswagen ein. Die Anfänge des Autoherstellers lassen sich bis ins Jahr 1883 zurückführen. Das heutige Unternehmen wurde 1998 gegründet. 

Marken: BharatBenz, Freightliner, Mitsubishi Fuso, Mercedes-AMG, Mercedes-Benz, Mercedes-Benz LKW, Mercedes-Maybach, Setra, Smart, Western Star Trucks

Die Stuttgarter besitzen wie Volkswagen Fahrzeugklassen abseits des PKW-Geschäfts. Hier nehmen die LKW-Marken Freightliner und Mitsubishi Fuso eine wichtige Rolle ein. Der Bus-Konzern Setra zählt als weitere Unternehmenssparte. Es sind auch E-Autos wie der smart EQ fortwo vorhanden. Ein Elektroauto mit Stern wird 2019 unter dem Namen EQC erscheinen. Noch davor startet der GLC F-Cell als elektrisch angetriebenes Plug-in-Hybridfahrzeug mit Brennstoffzelle und Batterie.

3. BMW

1916 erfolgte die Firmengründung des Autokonzerns. Heute zählt die BMW Group als Nummer 3 in Deutschland. Rund 2,5 Mio. Fahrzeuge konnte BMW an neue Kunden vermitteln. Unter dem Strich bedeutet das einen Umsatz von 98,7 Mrd. Euro. International nehmen die Bayerische Motoren Werke den achten Platz ein.

Marken: BMW, BMW Motorrad, MINI, Rolls-Royce

Die Münchner sind im Motorrad-Business mit BMW Motorrad vertreten. Im Vergleich zu Volkswagen oder Daimler existiert keine LKW-Sparte. Dafür gibt es mit dem BMW i3 schon seit 2013 ein Elektrofahrzeug.

Bis 2017 galt BMW als profitabelster Autobauer der Welt. Diese Spitzenposition musste die Firma im zweiten Quartal 2018 an Suzuki abtreten. In Deutschland nimmt BMW den ersten Rang ein. Dahinter folgen Daimler und Volkswagen. Die Diesel-Affäre knabbert noch immer an der Profitabilität von VW, weil der Konzern dafür Strafzahlungen in Milliardenhöhe aufbringen musste.

Fazit: VW gewinnt die meisten Disziplinen

Über Design lässt sich streiten. Da hat jeder Autofahrer seine persönlichen Vorlieben. Die Fakten lassen sich jedoch in klare Rankings einordnen.

- Gemessen am Umsatz liegt VW eindeutig auf dem ersten Rang.
- Die größte Markenvielfalt weist Volkswagen auf. Daimler kann im Ansatz mithalten, erreicht aber nur ein Drittel des Absatzes an Fahrzeugen.
- BMW fokussiert sich auf Autos, was kein Nachteil ist. Der Profit fällt höher als bei Daimler oder Volkswagen aus.
- Alle Autohersteller investieren in E-Mobilität und bieten elektrisch betriebene Fahrzeuge an. VW tätigt die größten Ausgaben und möchte in den nächsten Jahren 44 Mrd. Euro investieren. Die Produktion soll langfristig auf E-Fahrzeuge umgestellt werden.
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Quellen:
- Automobilproduktion: www.vda.de/de/services/zahlen-und-daten/jahreszahlen/automobilproduktion.html
- Umsätze: www.gevestor.de/details/die-top-10-der-autohersteller-deutsche-konzerne-auf-dem-vormarsch-712706.html
- Verkaufszahlen: de.motor1.com/features/229186/weltgrosste-autohersteller-vw-toyota-gm/2859794/
- Profit: www.wiwo.de/unternehmen/auto/bilanz-analyse-so-schlagen-sich-die-deutschen-autokonzerne-im-vergleich/22933744.html
- Elektroautos: orange.handelsblatt.com/artikel/52005

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