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Ford testet autonome Fahrzeuge in Miami

Autonom in Florida

Seit einigen Jahren erforscht und entwickelt Ford autonomes Fahren. Jetzt erprobt man es in Miami und Umgebung als Geschäftsmodell in der Praxis.

Bereits seit einigen Jahren erforscht und entwickelt Ford zukunftsweisende Technologien für autonomes Fahren. Darüber hinaus studiert das Unternehmen auch das Kundenverhalten mit Hilfe von Händlern und Flottenbetreibern.

Jetzt geht man nach Florida, um autonomes Fahren als Geschäftsmodell in der Praxis zu erproben. Startpunkt ist das Miami-Dade County, von dort aus geht es mit selbstfahrenden Ford-Fahrzeugen direkt in Richtung Miami und Miami Beach. Kooperationspartner sind die Lieferdienste Domino’s und Postmates.

Miami ist die fünftgrößte Stadt der Vereinigten Staaten und wurde bewusst für die Tests ausgewählt, denn die Metropole gehört gemäß zu den Top-10 der am meisten überlasteten Städte der Welt. Berufspendler verbringen dort durchschnittlich 64 Stunden pro Jahr im Stau – das sind fast 10 Prozent ihrer gesamten Fahrzeit. Erst im vergangenen Jahr startete in der Nähe von Detroit einen ersten Feldversuch mit autonomen Ford-Fahrzeugen. Gemeinsam mit dem Domino’s Pizza-Lieferservice sollte die Reaktion von Kunden auf selbstfahrende Bringdienste untersucht werden.

Ein speziell entwickeltes, selbstfahrendes Auto will Ford schon 2021 auf den Markt bringen. Vor einer tatsächlichen Integration autonomer Lieferfahrzeuge in den öffentlichen Straßenverkehr müssen jedoch noch wichtige Fragen geklärt werden: Wie sehen Prozesse aus, bei denen Mitarbeiter von Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge beladen und programmieren? Wie werden die Kunden mit dem Fahrzeug interagieren, um beispielsweise Lebensmittel zu erhalten? Werden Kunden bereit sein, ihre Häuser zu Fuß zu verlassen, um Lieferungen entgegen zu nehmen? Wie ist das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen?

„In Bezug auf den Einsatz von autonomen Fahrzeugen für innerstädtische Lieferdienste gibt es für uns natürlich noch einiges lernen“, sagte Sherif Marakby, Ford Vice President, Autonomous Vehicles and Electrification. „Aber wir sehen schon jetzt Vorteile für den Verkehrsfluss. Ein selbstfahrendes Fahrzeug sucht sich zum Beispiel immer einen vorschriftsmäßigen Parkplatz und wird daher keinen Stau verursachen, wie es durch das Parken in zweiter Reihe passieren kann. Menschen werden diese Autos auf eine intuitive und bequeme Weise kennenlernen“.

Parallel zur Schaffung der bestmöglichen Kundenerfahrung wird Ford die autonomen Technologien weiter ausbauen, etwa im Rahmen von Tests in Zusammenarbeit mit dem auf Robotics und Software spezialisierten Unternehmen Argo AI. Eine neue Flotte von Argo-Fahrzeugen ist bereits unterwegs, um Straßen zu kartographieren, damit die Testgebiete für autonomes Fahren künftig erweitert werden können.

„Ich habe keinen Zweifel, dass wir vollständig selbstfahrende Fahrzeuge im Verkehrsalltag sehen werden“, fügte Sherif Marakby hinzu. „Aber zunächst einmal besteht die Notwendigkeit für weitere Forschung und Entwicklung, inklusive der Auswertung unserer Praxistests in Miami“.

Das erste autonome Fahrzeug-Operations-Terminal von Ford in Miami liegt nahe der Innenstadt und dient als Basis für die Entwicklung von Fahrzeugmanagement-Prozessen. Die Fahrzeuge werden gewaschen und ihre Sensoren werden hier gereinigt, routinemäßige Wartungsarbeiten werden durchgeführt, so können mögliche Probleme rasch aufgedeckt und behoben werden.

Auch Händler werden in die Test-Prozesse eingebunden. Denn bevor eines Tages tausende von selbstfahrenden Fahrzeugen tatsächlich auf die Straße rollen, muss das effiziente Management von High-Tech-Flotten unter realen Bedingungen erprobt werden. Entsprechende Schritte, die Ford in Miami unternimmt, stellen hierfür eine unverzichtbare Vorstufe dar.

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