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Ein "abarthiger" Alfa Romeo 4C

1966 trug der Abarth 1000 Sport Prototipo maßgeblich zum Ruhm der Marke bei. Jetzt, genau 55 Jahre nach der Premiere des historischen Abarth 1000 SP, wird das Projekt neu aufgenommen und verfeinert. Das Resultat ist ein einzigartiges Konzeptfahrzeug auf Basis des Alfa Romeo 4C – und selbst diese Zusammenarbeit zwischen Alfa und Abarth ist quasi eine perfekte Hommage an den legendären Vorgänger.

Johannes Posch

Alfa Romeo und Abarth machten sich in den 1950ern gemeinsam an der Entwicklung eines neuen Rennwagens mit geringem Hubraum. Richten sollte es der Mailänder Ingenieur Mario Colucci. Das Ergebnis seines Projektes war der 1958 präsentierte Alfa Romeo Abarth 1000. Das kompakte Coupé mit Gitterrohrrahmen hatte den Vierzylinder der Giulietta Sprint Veloce unter der Haube und bekam von Franco Scaglione, zu dieser Zeit Designer bei Bertone, ein hinreißendes Blechkleid übergeworfen.

Leider blieb der Alfa Romeo Abarth 1000 aber ein Einzelstück. Doch Carlo Abarth war von der Zusammenarbeit mit Mario Colucci so angetan, dass er ihn als Technischen Direktor in sein Unternehmen nach Turin holte. Coluccis erstes Projekt für seinen neuen Arbeitgeber war der 1966 vorgestellte Abarth 1000 SP. Die Modellbezeichnung verweist auf den Motor, ein vom Vierzylinder des Fiat 600 abgeleitetes Triebwerk mit rund 1.000 Kubikzentimetern, und die angepeilte Kategorie im Rennsport. Das Fahrzeug sollte als Sport Prototipo (SP) antreten, also bei den Sportwagen, die speziell für die Teilnahme an Wettbewerben entwickelt und nur in geringer Stückzahl gebaut wurden. Abarth sah den sehr flachen und aerodynamisch ausgefeilten 1000 SP sowohl für kurze Bergrennen als auch für Langstreckenrennen vor. Leicht und stark - seit jeher das Erfolgsrezept nicht nur von Abarth, sondern ja beispielsweise auch von Lotus - errang der Abarth 1000 SP eine Reihe von internationalen Klassensiegen und trug maßgeblich dazu bei das sportliche Image der damals noch jungen Sportwagenmarke mit österreichischen Wurzeln zu festigen.

Mehr noch: Der Abarth 1000 SP gilt als Meilenstein in der Wettbewerbsgeschichte der Marke. Inspiriert von Stil, Leistung und Rennsiegen des ikonischen Sport Prototipo aus den 1960er Jahren, haben die Designer des Centro Stile Fiat & Abarth jetzt eine zeitgemäße Neuinterpretation geschaffen. Sie haben das Konzept eines mittelgroßen Sportwagens mit einzigartigem Design, klaren Linien und einem ausgezeichneten Verhältnis zwischen Gewicht und Leistung vorgestellt.

Und obgleich es Abarth selbst in der Pressemeldung nicht zugibt, sehen es Kenner sicher sofort: Auch diesmal wurde wieder mit Alfa Romeo zusammengearbeitet: Das Konzeptfahrzeug Abarth 1000 SP, das leider ebenso wie sein Ur-Ur-Ahn ein Einzelstück bleiben wird, basiert auf dem Alfa Romeo 4C und nimmt daher wie ganz selbstverständlich die charakteristischen Linien und die Optik seines historischen Vorgängers auf. Darüber hinaus prägen charakteristische Lufteinlässe die vordere Haube und die Abdeckung des Mittelmotors. Auch die Lackierung in einem kräftigen Rot und das Design der runden Scheinwerfer folgen dem minimalistischen Schema des historischen Abarth 1000 SP. Die Linienführung am Heck stellte eine Harmonie zwischen den Rückleuchten und den Auspuffendrohren her. Die weit außen liegende Position der Rückleuchten unterstreicht die Breite des Fahrzeugs ... ganz wie beim Plattformspender, der somit auch die betörenden Innerein bereitstellt: Statt dem Gitterrohrahmen aus den 60ern kommt hier als Chassis also ein modernes Kohlefaser-Monocoque und ein Hilfsrahmen aus Aluminium zur Anwendung. Für Vortrieb wiederum sorgt der ebenfalls aus dem Alfa bekannte Vierzylinder-Mittelmotor mit 1.742 Kubikzentimetern Hubraum und Turboaufladung, der bis zu 177 kW (240 PS) leistet. Das Fahrwerk kombiniert Radaufhängungen mit Dreiecksquerlenker an der Vorderachse und MacPherson-Federbeine an der Hinterachse.

Vorgesehen ist die Präsentation des neuen Abarth 1000 SP bei großen Oldtimer-Veranstaltungen ab Herbst 2021... hoffen wir einfach, dass es wieder welche geben wird.

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