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Hinterradantrieb bleibt, manuelle Schaltung geht

Klassische Proportionen, modernes Styling, bis zu 374 PS (bis der M2 kommt) und vielleicht ein letztes Mal Hinterradantrieb: das ist das neue BMW 2er Coupé. Und hurra: Es hat keine Riesen-Niere!!!

Mit seiner klassischen Coupé-Linie und den relativ kompakten Proportionen wird das BMW 2er Coupé seit jeher (auch als es noch 1er M Coupé hieß) von vielen als geistiger Nachfolger des legendären 2002 aus den 1960er und 1970er Jahren angesehen. Eine Ähnlichkeit, die mit dem neuen 2er Coupé Modelljahr 2022 in mancher Hinsicht wächst und in manch anderer schwindet.

Zunächst einmal gefällt, dass es sich hierbei um einen der wohl "konservativsten" BMWs der jüngeren Geschichte handelt, der die lange Motorhaube und das kurze Heck seiner Vorgänger beibehält und so unmissverständlich auf seine Heckantriebsarchitektur hinweist. Zum Leidwesen der Puristen wiederum aber wird der neue 2er nicht mehr mit einem manuellen Getriebe erhältlich sein. Die Gänge werden aussschließlich über ein serienmäßiges Achtgang-Automatikgetriebe verwaltet. Und das gilt für alle drei, bis jetzt bestätigten Modelle: die beiden Hinterrad-getriebenen Varianten 230i und 220d sowie den allradgetriebenen M240i xDrive, der wiederum die vorläufige Spitze der kleinen Coupé-Nahrungskette aus München darstellt ... eben bis der M2 kommt.

Styling und Dimensionen
Die neue 2er-Reihe vermeidet gnädigerweise viele der übergroßen Styling-Elemente anderer neuerer BMWs, wie die schweinsnasige 7er- und 4er-Reihe. Der Nierengrill ist ungefähr auf einer Linie mit den Scheinwerfern, wobei die einfachen LED-Lichtelemente eine Abkehr von den bei BMW üblichen zwei Leuchten pro Scheinwerfer darstellen - eine Anspielung auf den 2002er. Die Wölbung auf der Motorhaube hingegen kennt und liebt man bei M-Modellen wohl seit dem E46er M3. Der vordere Stoßfänger des 230i und 220d hat einen schmalen, breiten Lufteinlass in der Mitte und zwei vertikale Luftschlitze, während der aggressivere M240i xDrive ungewöhnliche dreieckige Öffnungen an den Außenecken aufweist.

Die ausladenden vorderen und hinteren Radkästen erinnern an den alten 1er M, mit einer karosserielangen Schulterlinie, die vom Bug bis zum Heck verläuft, eine Reminiszenz an den 2002er Turbo. Das Greenhouse des 2ers ist sehr traditionell gehalten, mit einem klar definierten Hofmeister-Knick. Hinten finden sich wild gestaltete Rückleuchten in schwarzen Gehäusen, die wohl polarisieren dürften, aber ja aktuell in allen BMW-Modellen Einzug halten. Die zivilen Versionen mit Hinterradantrieb kommen mit Chrom-, bzw Hochglanz-Schwarzen Akzenten daher, der M240 wiederum weist hier gewohntermaßen matt-graue Highlights auf.

Auch seine Maße lassen darauf hoffen, dass der dynamische Look kein leeres Versprechen bleibt: Mit einer Fahrzeuglänge von 4537 Millimetern und einer Breite von 1838 Millimetern werden die Maße des Vorgängermodells um 105 beziehungsweise 64 Millimeter übertroffen. Die Fahrzeughöhe fällt dagegen mit 1390 Millimetern um 28 Millimeter geringer aus. Der Radstand wuchs um 51 auf 2741 Millimeter und die Spurweiten 1575 Millimetern (ein Plus von 54 Millimeter) an der Vorderachse und 1587 Millimetern (ein Plus von 31 Millimetern) an der Hinterachse (BMW M240i xDrive Coupé: plus 63 Millimeter vorn, plus 35 Millimeter hinten) sollten für hohe Kurvendynamik sorgen.

Im Innenraum hingegen wartet keine große Überraschung. Das Cockpit ist fahrerorientiert, Sportsitze und Sportlenkrad sind Serienmitgift und in Sachen Infotainment wird samt BMW Operating System 7 alles geboten, was das aktuelle Portfolio in Bayern hergibt. Heißt: 8,8 Zoll großen Control Display und ein 5,1 Zoll Farbdisplay in der Instrumentenkombi sind Serie, auf Wunsch wächst der Infotainment-Screen auf die in den Bildern zu sehende Diagonale von 10,25 Zoll, während hinter dem Lenkrad das ebenfalls abgebildete 12,3-Zioll-Display wartet.

Zur Praktikabilität: Der Kofferraum schluckt bis zu 390 Liter, soll aber leichter zu beladen sein als zuvor. Möglich machts die um 35 Millimeter abgesenkte Ladekante. Zudem ist die Rückbank serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 klappbar und eine abnehmbare Anhängevorrichtung als Extra erhältlich. Die maximal zulässige Anhängelast beträgt 1600 Kilogramm.

Technik und Antrieb
Erst einmal ein Blick unter die Motorhaube. Und da arbeiten wir uns am besten "von oben nach unten", beginnen also mit dem Sahnestück: dem M240i xDrive Coupé. Wie der Name Kennern unmissverständlich suggeriert, arbeitet hier ein Sechszylinder. Drei Liter Hubraum hat er und produziert mit Turbo-Unterstützung stolze 275 kW/374 PS, also 25 kW/34 PS mehr als der Vorgänger. Das maximale Drehmoment beträgt 500 NM, der Spurt auf 100 dauert aus dem Stand gerade einmal 4,3 Sekunden.

Eine Stufe darunter erwartet uns der 220i. Auch ihn kennt man schon aus anderen, aktuellen Modellen: ein 2,0 Liter Vierzylinder Turbo mit 135 kW/184 PS und maximal 300 NM Drehmoment. Er soll 7,5 Sekunden für den Paradesprint brauchen.

Zwischen Sechs und "kleinem" Vierzylinder soll bald noch ein kräftigerer Vierender eingeschoben werden: der 230i mit sodann 180 kW/245 PS. Das allerdings erst im Sommer 2022.

Schon vorher verfügbar wird der Diesel sein - zumindest hierzulande: Der 220d. Ein durchaus spannender Motor, zumal er mit zweistufiger Turboaufladung und 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie wohl auch technologisch den Vierzylinder-Benzin-Kollegen einiges voraus hat. Ergo positioniert er sich auch Leistungstechnisch über dem 220i: Mit 140 kW/190 PS und maximal 400 Nm Drehmoment ist er aus dem Stand mit 6,9 Sekunden etwas flotter als der Benziner mit gleicher Zahlenkennung.

Die beim Fahrwerk verwendete Kombination aus Doppelgelenk-Zugstreben-Federbein-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse wurde ursprünglich für die 4er-Serie entwickelt und hier auf das kleinere Auto angepasst. Gemein haben sie allerdings die hubabhängigen Stoßdämpfer, die übermäßiges Eintauchen bei großen Bodenwellen verhindern, aber dennoch hohen Komvort bei kleinen Unebenheiten bieten soll.

Optional wird aber natürlich auch ein M-Fahrwerk mit strafferer Charakteristik ebenso angeboten wie eine variable Sportlenkung. Wobei beides beim M240i freilich schon Serie ist. ebenso wie eine größere Bremserei und ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse.

Preise und Verfügbarkeit
Offizielle und reale Weltpremiere feiert der neue 2er Coupé beim Goodwood Festival of Speed im Juli 2021. Die Produktion erledigt das BMW Group Werk San Luis Potosí in Mexiko. Die eigentliche Markteinführung ist für Anfang des Jahres 2022 anberaumt. Preise und Co werden dementsprechend erst später bekannt gegeben.

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