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So werden Standschäden bei wenig genutzten Autos vermieden
Frederik Højfeldt Nielsen / unsplash

Richtiger Standplatz und mehr Luft

Wird ein Auto längere Zeit nicht genutzt, sollten gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Sonst droht Besitzern bei der nächsten Ausfahrt ein böses Erwachen: Womöglich springt das Fahrzeug nicht mehr an oder ein weiterer Standschaden macht sich bemerkbar. Wir geben einen Überblick, was zu tun ist.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und so mancher dreht die letzte Runde mit dem geliebten Oldtimer oder dem schicken Cabrio. Viele Zweitautos wandern dann vorm Einbruch des Winters zum Schutz für einige Monate in die Garage oder warten auf anderen Stellplätzen auf ihren erneuten Einsatz im Frühling. Aber auch wer für einige Monate beruflich oder privat verreist, bewegt sein Fahrzeug mitunter über eine lange Zeit hinweg nicht. Und schließlich führen auch Corona und Homeoffice dazu, dass so mancher Wagen wochenlang nicht gebracht wird. Doch: Ungenutzte Autos oder solche, die über den Winter hinweg abgemeldet werden, können zwar die Geldbörse schonen, weil die Fahrt zur Tankstelle ausbleibt und die Versicherungsbeiträge sinken, doch sie bergen andere Risiken. Standschäden können auftreten. Damit es nicht so weit kommt, sollte man ein paar Dinge beachten.


Warmfahren vor dem Stehenlassen
Wer vorhat, das Auto über eine längere Zeit hinweg nicht zu bewegen, sollte es dafür davor noch einmal ordentliche warmfahren. So kann übriges Kondenswasser im Motor oder im Auspuff verdampfen.


Optimalen Stellplatz finden
Wird ein Fahrzeug über mehrere Monate abgestellt, ist es wichtig, dass es bestmöglich gegen Wind und Wetter, aber auch gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt ist. Eine Garage mit einem robusten Tor ist hierbei nach wie vor die beste Wahl, denn sie ist sicher und trocken. Wer über keine eigene Garage verfügt, kann freilich auch einen Garagenplatz mieten. In manchen Gebieten ist das allerdings nicht immer so einfach, wodurch Autos auch einfach draußen stehen müssen. Hier kann eine Stoffgarage zumindest etwas Abhilfe schaffen. So kann wenigstens kein Laub in den Motorraum oder in Öffnungen dringen und kein Wasser in den Innenraum. Auch der Lack wird geschützt. Wer sein Auto direkt an einer Straße parken muss, sollte zumindest eine ebene Fläche ohne Bäume hierfür auswählen und regelmäßig nach dem Rechten sehen. 


Trockenbremsen vor dem Parken 
Eines der rostanfälligsten Bestandteile eines Autos sind die Bremsen. Das Salz im Winter, aber auch Schmutz und Feuchtigkeit vertragen sie schlecht. Bei Autos, die nicht bewegt werden, kann sich daher rasch Flugrost bilden. Die gute Nachricht: Oft lassen sich Bremsen dann wieder „freibremsen“. Wird das Fahrzeug also erneut in Gang gesetzt, sollte das Bremspedal anfangs sehr fest betätigt werden, um den Rost zu lösen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn die volle Bremswirkung ist noch nicht vorhanden. Es empfiehlt sich daher bei der letzten Spritztour die Bremsen wirklich trocken zu bremsen, sodass so wenig Restnässe wie möglich daran haftet. Auch die Handbremse sollte nicht angezogen werden, da sich die Bremsbeläge festsetzen können. 


Reifendruck erhöhen
Ein besonders unangenehmer Schaden ist ein sogenannter Standplatten. Denn bei parkenden Autos drückt das Gewicht einseitig auf die Reifen. Die Folge: Der Gummi verformt sich und führt zu einem platten Reifen – je weniger Luft im Reifen, desto größer das Risiko. Autofahrer, die ihren Wagen dann erstmals wieder in Bewegung setzen, müssen sich auf ein holpriges Fahrgefühl und ein verändertes Fahrgeräusch einstellen. Im Optimalfall findet der Gummi nach den ersten Kilometern in seine ursprüngliche Form zurück. Im Ernstfall muss allerdings der Reifen getauscht werden. Es empfiehlt sich daher, vor dem Abstellen den Reifendruck etwas zu erhöhen. Oder man bockt das Auto auf oder holt sich spezielle Reifenschoner. 


Silikonspray verwenden
Dichtungen, Manschetten und andere Gummiteile können bei parkenden Autos porös werden oder sogar brechen und zerbröseln. Hier kann ein Silikonspray oder Schmierfett helfen. Damit werden die Teile regelmäßig behandelt.


Entfeuchter bereithalten
Der Innenraum kann schnell zu müffeln, stinken oder gar schimmeln anfangen, wird er nicht regelmäßig gelüftet. Schon nasse Schuhe oder eine im Kofferraum vergessene Regenjacke können dazu führen. Bei der ersten Fahrt nach einer längeren Standzeit beschlagen so auch sofort die Scheiben. Hier schaffen Entfeuchter im Innenraum Abhilfe. Bewährt haben sich dabei auch einfache Mittel wie Katzenstreu, eine Schüssel Reis oder Zeitungspapier. Wer das Auto in einer sicheren, überdachten Garage aufbewahrt, kann die Fenster etwas öffnen, damit die Luft zirkulieren kann. 


Klimaanlage im Auge behalten
Auch die Klimaanlage kann schlechte Gerüchte entwickeln – insbesondere, wenn sie lange nicht benutzt wurde und einer warmen, feuchten Umgebung ausgesetzt ist. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, Kondenswasser zu beseitigen. In den letzten Minuten der letzten Autofahrt sollte sie daher ausgeschaltet werden. Doch Achtung: Riecht die Klimaanlage bereits übel oder hat sich gar Schimmel darin gebildet, muss sie gänzlich desinfiziert werden. Hierfür gibt es spezielle Reiniger. 


Batterie abklemmen
Eine weitere böse Überraschung, die Autofahrern droht: Der Wagen springt nicht mehr an. Wird das Auto über lange Zeit nicht bewegt, kann sich die Batterie tiefenentladen. Das kann wiederum die Substanz der Batterie schädigen, wodurch ein Totalausfall keine Seltenheit ist. Wer die Möglichkeit hat, lässt den Akku ausbauen oder klemmt ihn ab und schließt ihn einstweilen an ein Erhaltungsladegerät an. 


Bewegen, bewegen, bewegen
Am besten ist es aber immer noch, das Auto hin und wieder zu bewegen – zumindest alle vier Wochen. So wird immer ein anderer Teil des Reifengummis belastet und auch die Bremsen und die Batterie profitieren davon. Wer im Ausland weilt, kann ein Familienmitglied oder vertrauensvolle Freunde darum bitten. 

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