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3 Schritte um euer Auto winterfit zu machen

Alles hat ein Ende – auch der wahrscheinlich merkwürdigste Sommer, seit es Tuning-Treffen gibt. Doch auch die „schirche Jahreszeit“ muss kein Grund für automobile Tristesse sein. Wir zeigen euch, wie ihr euren Untersatz mit nur drei Schritten stilecht und sicher durch den Winter bringt.

#1: Technik checken

Es mag kontraintuitiv klingen, aber das wichtigste, was ihr vor den ersten Minusgraden checken solltet, ist eure Kühlflüssigkeit. Nämlich nicht nur, ob noch genug da ist – also ob der Kühlwasserstand eh nicht unter die Minimum-Grenze gesunken ist – sondern vor allem auch, ob noch genug Frostschutz drin ist. Mindestens -25°C sollten sichergestellt sein – das geht ganz einfach über kleine Prüfgeräte an der Tankstelle oder in der Werkstatt eures Vertrauens.

Und wenn die Motorhaube schon offen ist, solltet ihr eurem Scheibenwischwasser geeigneten Winterreiniger hinzufügen. Auch dieser bietet nämlich den passenden Frostschutz, der nicht nur garantiert, dass tatsächlich noch Wischwasser aus euren Düsen kommt, wenn ihr es braucht, sondern sorgt vor allem auch dafür, dass euch weder die Pumpe noch die Schläuche kaputt gehen, wenn es im Kreislauf friert.

Nächster, dazu passender Halt: die Scheibenwischer! Hochklappen, Allzweckreiniger auf ein Tuch sprühen und so lange über den Gummi ziehen, bis keine neuen, schwarzen Streifen mehr zurückbleiben. Fallen euch dabei Risse oder andere Schäden im Wischerblatt auf: Tauschen. Kaputte Wischer können die Scheibe zerkratzen. Dazu passend noch ein Tipp: Bevor ihr das Auto im Winter über Nacht abstellt, noch einmal die Scheibenwaschanlage aktivieren. Das sollte grobe, scharfkantige Verschmutzungen und Streumittel-Reste entfernen, die euch andernfalls beim Eiskratzen in der Früh die Scheibe beschädigen könnten.

Last, but not least: Licht und Batterie checken. Das geht gut Hand in Hand, wenn ihr eure sämtlichen Leuchten bei ausgeschaltetem Motor kontrolliert. Werden Halogen-Lampen dann nämlich mit der Zeit merklich dunkler, ist eure Batterie vermutlich bald am Ende. Wer es genauer wissen will, kann aber freilich auch zu einem Multimeter greifen und nachmessen. Wie dem auch sei, hier noch einmal die Checkliste an Lampen, die ihr überprüfen solltet:

  • Frontscheinwerfer (Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht)
  • Bremsleuchten
  • Blinker vorne, hinten und Warnblinklicht
  • Rücklicht
  • Nebelleuchten/Nebelschlussleuchten

#2 Putzen und Pflegen

Wie schon bei unserem Guide „So wird das Auto fit für den Sommer“ schadet auch vor dem Winter etwas Pflege nicht. Klar: Die dort aufgeführten Schritte wie Teppichreinigung und Co. könnt ihr euch im Detail vor der schmutzigen Jahreszeit eher sparen. Manch andere Schritte sind aber auch vor dem Einfall von Gevatter Frost ratsam: Herumliegender Müll sollte etwa spätestens jetzt zwingend raus. Bei der Gelegenheit auch gleich ins Handschuhfach und in andere Ablagemöglichkeiten schauen: Alte Rechnungen, Parkzettel und ohnehin kaum noch oder gar nicht mehr funktionierende Kugelschreiber müssen weg. Spätestens wenn es kalt wird, haben es diese ja ohnehin hinter sich.

Danach solltet ihr für perfekten Durchblick sorgen: Glasreiniger großzügig auf die Scheiben sprühen und mit einem Tuch auf der gesamten Fläche verteilen. Im Anschluss die Scheibe mit einem zweiten Tuch trocken wischen bis sie quietscht – erst dann befindet sich kein Reinigungsmittel mehr auf der Scheibe.

Und zu guter Letzt: Sicherstellen, dass ich auch wirklich den ganzen Winter über in euer Auto rein könnt. Heißt? Türdichtungen pflegen! Verwendet dafür aber bitte Spezialmittel oder Silikonöle und keine Hausmittel wie Hirschtalg oder Vaseline – vertraut uns. So bleiben die Gummi-Elemente auch bei niedrigen Temperaturen geschmeidig. Trotzdem darauf achten, nach jeder Autowäsche im Winter mit einem trockenen Tuch kurz über die Tür/Kofferraum-Dichtungen zu wischen und sie so zu trocknen. Bleibt dort nämlich etwas mehr Wasser stehen, kann es gefrieren. Die Tür dann mit Gewalt öffnen zu müssen, kann schiefgehen.

Wer zudem noch ein Auto mit konventionellen Schlössern hat, sollte auch diese auf den Winter vorbereiten. Heißt: Universalspray oder nicht harzendes Öl in die Schlösser sprühen. Das erhöht die Chancen, dass sie nicht zufrieren. Tun sie es doch, hilft ein Türschlossenteiser … sofern er nicht im Handschuhfach liegt, versteht sich.

#3: Reifen wechseln!

Auch wenn ihr alle anderen Punkte aus diesem Guide einfach ignoriert, diesen hier solltet ihr ernst nehmen. Kein Teil am Auto ist wichtiger als eure Räder – Felgen und Reifen gleichermaßen. Also nehmt euch Zeit für den Wechsel der Batschen.

Schritt 1: Räder kontrollieren

Reifen sollten prinzipiell nicht länger als fünf Jahre verwendet werden, raten Experten. Ob das schon der Fall ist oder nicht, verrät die DOT-Kennzeichnung. Diese ist auf der Reifenflanke angebracht und gibt mir ihren letzten vier Ziffern Auskunft über den Produktionszeitpunkt der Gummis. Steht dort also beispielsweise 3315, so wurde der Reifen in der 33. Woche des Jahres 2015 hergestellt.

Zudem sollte die Profiltiefe passen. Der „Haken“ bei Winterreifen: Obwohl die gesetzliche Grenze darunter liegt, sind Reifen mit weniger als vier Millimeter Profiltiefe für den Wintereinsatz nicht mehr geeignet. Top-Tipp: Der Gold-Rand der 1-Euro-Münze ist exakt drei Millimeter breit. Wenn ihr diesen nun also, idealerweise auf der Innen- und Außenseite sowie der Mitte des Profils, um ebenmäßige Abnützung zu gewährleisten, ins Profil steckt und er nicht eindeutig verdeckt wird: neue Reifen kaufen!

Auch die Felgen solltet ihr euch genauer ansehen – sowohl die der Sommer- als auch der neu zu montierenden Winterreifen. (PS: Winterräder müssen keine Stahlräder sein [Link zu Artikel „Alufelgen im Winter – geht das?“]). Dabei bitte nicht nur auf die für die Außenwirkung freilich essenzielle Front achten und nach typischen Bordstein-Spuren suchen, sondern auch das Felgenbett und die Radnabe in Augenschein nehmen und da wie dort Verschmutzungen entfernen. Je nachdem ob und welche Schäden ihr findet, muss eine Felge getauscht oder kann repariert werden … aber bitte jedenfalls von einem Profi. Nicht selbst Hand anlegen. Zum einen verfällt sonst die Garantie für die Felge, andererseits haben wir es immerhin mit einem Teil zu tun, bei dem perfekte Festigkeit überlebenswichtig ist (Mehr zu Felgen an sich erfahrt ihr hier, in unserem Artikel „Alles über Felgen: Bestandteile, Aufbau, Begriffe und Technologie“).

Schritt 2: Umstecken

Räder an einem Auto umzustecken ist im Grunde recht simpel, wenn man den Dreh einmal heraußen hat:

  1. Handbremse anziehen
  2. Radbolzen leicht lösen
  3. Auto aufbocken
  4. Radmuttern abschrauben
  5. Rad abnehmen
  6. Radauflageflächen reinigen und einen Blick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen
  7. neues Rad montieren und handfest anschrauben
  8. Wagen herunterlassen bis der Reifen den Boden berührt
  9. Bolzen mit vorgeschriebenem Drehmoment festziehen
  10. Vorgang bei den anderen drei Rädern wiederholen
  11. Nach der ersten Fahrt sicherheitshalber noch einmal alle Bolzen nachziehen.

Das ging euch beim Lesen jetzt irgendwie zu schnell? Dann vielleicht lieber eine Werkstatt aufsuchen und fragen, ob ihr mithelfen/dabei sein dürft, um erste Erfahrung zu sammeln, bevor ihr es beim nächsten Mal selbst versucht.

Schritt 3: Einlagern

Vor dem Einlagern der Reifen noch alles sorgfältig reinigen, trocknen und dann markieren an welcher Stelle welcher Reifen montiert war – idealerweise solltet ihr nämlich die Montage an Vorder- und Hinterachse abwechseln. So garantiert ihr eine möglichst gleichmäßige Abnutzung.

Dann noch den Reifendruck um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöhen. Dann die Räder am besten liegend übereinander lagern – aber bitte nicht direkt aufeinander. Mindestens einen Karton oder ein Tuch dazwischen legen. Noch besser: ein Felgenbaum verwenden. Reifen ohne Felgen lagert ihr hingegen am besten stehend, müsst sie dann aber gelegentlich etwas hin und her rollen. Danach sollten eure Pneus lagern wie guter Wein: Kühl, dunkel, trocken und jedenfalls ohne direkte Sonneneinstrahlung.

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