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Fahren & Tanken

Der leistungsstarke Turbodiesel ist der Star an Bord: mit dem 1.310 Kilo schweren Auto hat er praktisch in allen Lebenslagen leichtes Spiel; wenn einmal weder Nutzlast noch Familienmitglieder zu befördern sind, kehrt direkt Übermut ein. Es gibt stets genug Reserven für kurze, oder auch längere, Zwischenspurts.

Der Fahrkomfort ist guter Klassendurchschnitt. Fazit nach dem Hardcore-Test auf der Südautobahn: ausreichend bequem und zudem leiser als einige seiner Konkurrenten.

Der Grandtour ist beinahe immer die Gutmütigkeit selbst. Wenn FahrerIn spielen möchte und sich grade kein Louis-XVI-Sekretär im Laderaum breit macht, spielt das Auto jedenfalls gerne mit. Das Fahrwerk tut tapfer, was man von ihm verlangt, und verhält sich ansonsten unauffällig.

Es brilliert nicht so sehr wie der fabelhafte Motor, ist aber nicht überfordert von der Kraft der Antriebseinheit. Falls man sich einmal in einer Kurvengeschwindigkeit verschätzt haben sollte, ist mit ABS und ESP die Ordnung rasch wieder hergestellt.

Anfangs bringt man öfter ungewollt die Reifen zum Singen, das ESP-Lämpchen flackert irritiert. Im Trockenen ist das alles ein harmloser Spaß, bei Nässe oder auf rutschiger Fahrbahn ist aber Sanftheit am Gaspedal angezeigt.

In der getesteten Version erreicht der Grandtour, so denn erlaubt, eine Höchstgeschwindigkeit von 200km/h; aus dem Stand kann die 100km/h-Marke in 9,3 Sekunden ereicht werden. Die Motorcharakteristik verleitet aber eher zu niedertourigem Cruisen Marke „ich könnte, wenn ich wollte“; das Maximal-Drehmoment von 300 Nm ist bereits bei 2.000 U/min abrufbereit, man schaltet gern einen Gang höher und kostet die Schubkraft im Drehzahlkeller aus.

Das Schalten geht völlig ohne Kraftaufwand vor sich, nur beim Zurückschalten vom sechsten in den fünften Gang muss man aufpassen, die „Dritte“ liegt verräterisch nahe. Bei der Charakteristik des Motors als Drehmomentwunder wünscht man sich ohnehin eine Automatik als Vollendung des Luxus. Eine solche ist auch gegen Aufpreis zu haben, mit vier Fahrstufen und Handschaltmodus.

Unser Testfahrzeug hatte neben einigen anderen Aufpreis-Goodies auch eine elektronische Einparkhilfe, die wäre allerdings nicht nötig gewesen. Die Karosserie des Grandtour ist vom Fahrerplatz aus rundum sehr übersichtlich, das Einparken geht mühelos vonstatten.

Im bunt gemischten, praxisnahen Betrieb mit Autobahn und Innenstadt ergab sich ein Durchschnittsverbrauch von 6,5 Liter auf 100 Kilometer. Die Motorcharakteristik verlockt, wie gesagt, zum Gleiten; mit der richtigen Spargesinnung lässt sich der Verbrauchswert sicher noch weiter senken.

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